Pierre Gasly nach Sensations-Pole: «Was ist das nur mit Monza und mir?»
Der Franzose Pierre Gasly hat sich für den Grossen Preis von Italien in Monza aus heiterem Himmel den besten Startplatz gesichert: Der Alpine-Pilot erobert seine erste Formel-1-Pole, im 190. Versuch!
Pierre Gasly ist der Mann des Tages in Monza: Pole-Position für den Franzosen Traditions-GP von Italien im Tempel des Speed. Der 30-Jährige krallt sich seine erste Pole-Position in der Königsklasse (in Katar 2021 war er Zweiter gewesen), als 109. Fahrer in der Formel 1.
Gasly und Monza, das passt: Hier hatte Pierre 2020 ebenfalls sensationell mit AlphaTauri seinen bislang einzigen Grand Prix gewonnen.
Für Alpine ist dies die erste Formel-1-Pole, im 127. Versuch.
Logisch ist Pierre Gasly hin und weg. Er erzählt über seine Quali: «Das ist einfach nur der Knaller! Was für eine Quali! Es lief mir von der ersten Runde an hervorragend, mit jedem weiteren Versuch konnte ich die Abstimmung verfeinern.»
«Ich spürte, dass dies eine gute Runde war, aber Pole? Ganz ehrlich, damit hätte ich nicht gerechnet. Ich habe neun Jahre auf diesen Moment gewartet. Ich weiss auch nicht, was das mit Monza und mir ist.»
«Jetzt werde ich eine Mütze Schlaf in meinem Zuhause in Mailand nehmen und dann im Rennen versuchen, meine Haut so teuer als möglich zu verkaufen.»
So lief das Abschlusstraining von Monza
Idealbedingungen für Sonnenhungrige in Monza: Heisses Spätsommerwetter, 34 Grad, die geschichtsträchtige Rennbahn bei 57 Grad.
Zur Erinnerung: Motorenstrafe für WM-Leader Kimi Antonelli, der hier höchstens als Windschattenspender für George Russell eine Rolle spielen sollte. Eigene Runden auf Messers Schneide für den Italiener: einigermassen sinnlos, da er ohnehin ans Ende des Feldes rückt.
In Quali 1 monierte Weltmeister Lando Norris zunächst seine Bremsen, er fuhr in der ersten Kurve geradeaus, während vorne Verstappen die Spitze übernahm, vor Hamilton, Piastri, Leclerc und Norris.
Mercedes konterte: Antonelli übte schon mal Windschattenfahren mit Russell (auf mittelharten Reifen), Kimi auf P2, Russell auf P3.
Aber die Spitzenrennställe zeigten nicht alles, denn auf einmal Alpine-Fahrer Pierre Gasly auf P1, und das entspricht gewiss nicht der üblichen Monza-Hackordnung.
Aston Martin-Fahrer Fernando Alonso ging zum Schluss von Q1 gar nicht mehr auf die Bahn: Problem mit seinem Rennwagen, der Spanier musste aussteigen.
Vorzeitiger Feierabend für: Tsunoda (17.), Albon, Bottas, Pérez, Alonso und Stroll.
Peinliche Bestmarke für Lance Stroll im zweiten Aston Martin: Zum 100. Mal ausgeschieden in Q1.
Top-Ten: Gasly, Verstappen, Norris, Colapinto, Lindblad, Antonelli, Russell, Hamilton, Leclerc und Bearman. Die Audi auf P12 (Bortoleto) und P14 (Hülkenberg)
Im zweiten Quali-Segment legte Verstappen die erste Messlatte, ein wenig schneller als in Q1. Max aber überhaupt nicht zufrieden mit dem Wagen: «An der Hinterachse stimmt einfach etwas nicht, das ist in den Kurven 2, 4 und 5 unfahrbar.» GP-Sieger Ralf Schumacher vermutete einen kaputten Stabilisator.
Prompt rückte WM-Leader Kimi Antonelli an die Spitze, aber gleich geschlagen von Russell, dann Gasly, dann Norris, dann Piastri, es ging Schlag auf Schlag. Das Ferrari-Duo zu diesem Zeitpunkt auf gebrauchten Reifen. Verstappen nur noch auf P10!
Max korrigierte das: hoch auf P5, nur 17 Hundertstel hinter Leader Piastri. Die ersten Neun innerhalb einer halben Sekunde.
Leclerc dann zum Entsetzen der Tifosi nur auf P9, Hamilton auf P10, mamma mia!
Out in Q2: Bortoleto, Bearman, Hülkenberg, Lawson, Sainz und Ocon.
Verstappen-Stallgefährte Lawson ärgerte sich grün und blau: Er wurde in der ersten Kurve von Piastri zusammengebremst (die FIA ermittelt am Samstag-Abend) und pfiff seinen Renningenieur an, er (der Ingenieur) habe ihn zum falschen Zeitpunkt auf die Bahn gebracht. Da half der Windschatten von Verstappen auch nichts.
Die Top-Ten und damit in Q3: Antonelli, Piastri, Norris, Gasly, Russell, Verstappen, Lindblad, Colapinto, Leclerc und Hamilton.
Antonelli zog Russell die Start/Ziel-Gerade hinunter, dann war der Brite auf sich gestellt. Russell machte das Beste draus – Bestzeit. Da konnten Piastri, Gasly, Leclerc, Verstappen und Norris nicht mithalten. Hamilton nur auf Platz 8.
Russell war aber mit dem Auto nicht happy: «Das ist nicht so gut wie im dritten Training, die Vorderachse neigt zum Blockieren, und der Wagen ist bei Top-Speed instabil.» Kimi Antonelli rückte (ohne Hilfe) auf P6, mit einer unsauberen Runde, samt Querstehern.
Piastri verbremste sich in der ersten Kurve, damit auch jedes Windschattenspiel mit Norris im Eimer. Lando im ersten Sektor prompt langsam.
Dann Hamilton hoch auf P5, aber Pierre Gasly mit einer sensationellen Bestzeit. Wer hätte das gedacht?
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