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Quantum, Lotus, Mansour Ijaz: Was ist Lüge, was wahr?

Fast Jedermann kann sich heute dank Google im Internet umschauen und bekommt viel zu lesen. Aber nicht Jedermann zieht aus dem Gefundenen in der Folge die richtigen Schlüsse.

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Ziemlich viele Menschen sind heute in der Lage, die Suchmaschine Google zu nutzen. Einige davon glauben: Nur weil sie Google in der Personalie Mansoor IIjaz auf Internetseiten geführt hat, wo die Karriere des US-Amerikaners mit pakistanischen Wurzeln in, sagen wir ziemlich farbiger Sprache beschrieben wird, müssen diese Geschichten stimmen. Sie gehen sogar noch weiter: Wer diese Geschichten nicht an die Öffentlichkeit zerrt, ist entweder doof oder korrupt (oder beides).

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Ja, es stimmt, über den Chef von Quantum gibt es viel im Internet zu lesen, und so manche Geschichte ist wenig schmeichelhaft. Das bedeutet aber noch nicht, dass diese Stories wahr sein müssen. Ein wirklicher Journalist würde diesen Informationen nachgehen und sie prüfen, wenn sie überhaupt überprüfbar sind. Ohne all dies werden diese teilweise hanebüchenen Geschichten durch reines Wiederholen nicht wahrer.

Eine unserer journalistischen Regeln lautet: Wenn sich eine Story als nicht prüfbar erweist, dann lassen wir am besten die Finger davon. Es kommt auch vor, dass wir von Geschichten wissen, die zwar stimmen, die aber vor Gericht nicht zu beweisen sind (etwa, weil unsere Informationsquellen sich ungern vor einen Richter schleifen lassen).

Was hat das nun alles mit Mansoor Ijaz zu tun?

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Schon im Juni bestätigte Lotus: Team-Besitzer Gerard Lopez (Chef der Investmentfirma "Genii Capital") habe 35 Prozent der Anteile am Rennstall an die Firma "Infinity Racing Partners Ltd." verkauft. Bei Infinity handelt es sich um eine international zusammengesetzte und tätige Investoren-Gruppe – es ist von US-Amerikanern die Rede, von einer Geschäftsgruppe aus Abu Dhabi sowie von einer nicht näher erläuterten Königsfamilie aus einer Erdöl-fördernden Nation, Verbindungen von Infinity reichen nach Brunei.

Später erwies sich die Verkündung als Fehlstart: Zunächst musste Infinity (wegen Verwechslungsgefahr mit der Nissan-Edelmarke Infiniti) in Quantum umgetauft werden. Dann beteuerte Ijaz mehrfach, das Geld sei überwiesen worden. Das scheint gemäss unseren Recherchen tatsächlich passiert zu sein, nur sandte das betreffende Geldinstitut in Luxemburg den Betrag zurück, weil sie offenbar nicht die korrekte Lizenz dazu hatten, um mit der Höhe dieses Betrags oder der Herkunft umgehen zu können.

Ijaz beteuerte, das Grundproblem seien die strengeren Vorschriften, was den internationalen Geldverkehr betreffe. Also ist gemäss Teambesitzer Lopez das ursprüngliche Abkommen gekippt worden. Lotus-Direktor Andrew Ruhan nun hält fest, dass ein neues Abkommen formuliert worden sei und nun in die Tat umgesetzt werden solle.

Ijaz wiederum sagt, diese neue Form der Zusammenarbeit werde im Februar über die Bühne gehen, zwischen den Testfahrten von Jerez und Bahrain also. Und er habe sich genau angeschaut, was über ihn berichtet worden sei und werde entsprechend reagieren. Er glaubt, dass gezielt versucht worden ist, seine Glaubwürdigkeit zu untergraben.

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Stand der Dinge heute: Wir wissen nicht, ob diese neue Form der Beteiligung wirklich klappen wird. Also warten wir mal ab und harren der Dinge.

Im Fahrerlager ist über Quantum-Chef Mansoor Ijaz viel geschnödet worden. Über solches Gerede kann Lotus-Teamchef Eric Boullier nur lachen: "Nun, zum Glück basieren wir unser Urteil über potentielle Geschäftspartner nicht auf Recherchen bei Google – bei allem Respekt für die Betreiber dieser Suchmaschine. Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht, wir haben Beweise, dass Geld vorhanden ist, wir wissen, dass Quantum gute Absichten hegt."

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