Ralf Schumacher: «Todesdrohungen gegen Esteban Ocon sollten Folgen haben»
In China gerieten Franco Colapinto (Williams) und Esteban Ocon (Haas) aneinander. Danach gab es unter den argentinischen Fans von Colapinto heftige Reaktionen. Ralf Schumacher ist fassungslos.
Der argentinische Alpine-Fahrer Franco Colapinto hatte sich im China-GP eben neue Pirelli-Reifen abgeholt und zischte in Runde 32 auf die Bahn zurück. Da geriet er sofort in die Fänge des Haas-Piloten Esteban Ocon, womit die beiden ihr Duell aus der ersten Phase des Rennens wiederaufnehmen konnten.
In Kurve 2 rückte der Franzose sehr schnell auf und erkannte rechts innen eine Lücke, doch als er die Nase seines Autos auf gleiche Höhe schieben wollte, schloss Colapinto die Tür, Ocon ging der Raum aus, eine Kollision war nicht mehr zu verhindern.
Die beiden Piloten zeigten einen Synchron-Dreher, kurz darauf meldete sich Ocon am Funk und nahm das auf seine Kappe. Die Rennkommissare gaben ihm trotzdem eine 10-Sekunden-Zeitstrafe.
Colapinto holte zwar als Zehnter seinen ersten Punkt seit Texas 2024, aber für einige seiner heissblütigen, südamerikanischen Fans war die Aktion von Ocon offenbar nur schwer zu ertragen.
Nach dem Rennen meldete sich Bullet Sports Management zu Wort, die Franco Colapinto betreuen. In einer Nachricht auf den sozialen Netzwerken haben sie geschrieben: «Bitte schicken Sie keine Hass-Botschaften oder Todesdrohungen an Esteban, seine Familie oder an den Haas-Rennstall.»
«Solche Posts machen den Crash nicht ungeschehen und rücken die Fan-Gemeinde von Franco in ein schlechtes Licht. Danke für Ihre positive und respektvolle Unterstützung.»
Ralf Schumacher: «Das gehört nicht in unserem Sport»
Ralf Schumacher traute seinen Ohren nicht, als er von den Todesdrohungen gegen Ocon hörte. Der 50-jährige Deutsche (180 Grands Prix, 6 Siege, WM-Vierter 2001 und 2002) sagt im Sky-Podcast Backstage Boxengasse: «Das ist traurig und beschämend. Als ich damals in Argentinien war, habe ich das Land nicht als so extrem kennen gelernt. Ich bin damals auch gegen Norberto Fontana gefahren, kannte ihn und seine Familie gut, die waren alle sehr sympathisch.»
«Aber um Colapinto herum, mindestens im Netz, ist es so: Wer immer Franco im Weg steht, wird sofort aufs Übelste beleidigt oder sogar bedroht. Ich finde das bedauerlich, das gehört nicht in unseren Sport.»
«Ich finde auch, dem sollte man mal nachgehen. Ich glaube, die Familie Doohan hat das damals gemacht, als Jack Doohan ebenfalls bedroht wurde, dass man rechtliche Schritte gegen Personen einleiten kann, die sich so verfehlt äussern. Aufruf zur Gewalt im Netz, das darf keinen Platz haben.»
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