Concessions: MotoGP-Halbzeitpfiff ändert Rangordnung, Ducati erstmals «B»
Erstmals seit der Einführung des aktuellen Modells Ende 2023 hat Ducati den exklusiven Spitzenplatz im Konzessionssystem der MotoGP verloren. Auch Honda fällt für das Finale der 1000er-Ära zurück.
Das Projekt aus Bologna ist zur Halbzeit der 2026er-Kampagne auf die Einstufung «Rang B» zurückgefallen. In den vergangenen 12 Monaten haben die Desmosedici-Piloten nur knapp nicht genügend Punkte gesammelt, um für die letzten sechs Monate der aktuellen Regelperiode im obersten Rang «A» zu bleiben.
Ducati hat seit der Sommerpause des letzten Jahres 657 von insgesamt 777 möglichen Punkten erzielt, was bedeutet, dass das Werk mit 84,56 % der verfügbaren Gesamtpunktzahl in die diesjährige Sommerpause geht – nur vier Punkte und 0,44 % unter der 85-Prozent-Grenze für Rang A.
Vorteil: Ducati kann drei Wildcard-Einstätze bestreiten
Ducati, bis zum Ende der Saison 2026 gemeinsam mit Aprilia in der zweiten Rangstufe verbleibt, kann nun einige geringfügige Vorteile nutzen, die den Teams jedoch wahrscheinlich keinen nennenswerten Vorsprung verschaffen werden. Denn der Schwerpunkt der Entwicklung hat sich zunehmend auf die neuen 850-ccm-Maschinen des nächsten Jahres verlagert.
So kann Ducati von 20 zusätzlichen Michelin-Reifen für private Testfahrten profitieren, was für Rennsportchef Gigi Dall’Igna angesichts des bevorstehenden Wechsels der MotoGP zu Pirelli jedoch von untergeordneter Bedeutung sein dürfte.
Der Status von Rang B bietet Ducati jedoch die Möglichkeit, drei Wildcard-Einsätze zu absolvieren – eine Chance, die durchaus genutzt werden könnte, um den voraussichtlichen VR46-Ducati-Fahrer für 2027, Nicolo Bulega, auf Vordermann aufzutrainieren.
Aprilia im gleichen Rang wie Ducati, KTM & Yamaha stagnieren, Honda steigt ab
Hinter Ducati hat sich Aprilia dank eines starken Saisonendes 2025 und eines noch beeindruckenderen Starts ins Jahr 2026 von Rang C auf Rang B verbessert, wodurch sich die Anzahl der für Testzwecke verfügbaren Reifen verringert hat.
Noch wichtiger ist jedoch, dass sich dadurch auch die Anzahl der verfügbaren Wildcards von sechs auf drei verringert – eine Maßnahme, die sich wahrscheinlich auf die Pläne von Testfahrer Lorenzo Savadori für den Rest des Jahres auswirken wird. Er ist 2026 bereits einmal in Jerez zum Einsatz gekommen und plant möglicherweise einen weiteren Einsatz, wenn die Serie nach der Sommerpause in Silverstone wieder in Gang kommt.
KTM bleibt auf Rang C, während Honda auf Rang D zurückfällt und dort wieder auf die japanische Konkurrenzmarke Yamaha trifft. Rang D gibt Honda jedoch die Möglichkeit, seine Rennfahrer für Testzwecke einzusetzen (was Johann Zarco die Rückkehr nach seiner Verletzung erleichtern dürfte) und vor der Einführung kleinerer Flügelpakete und festgelegter Regeln für die Heck-Aerodynamik in der nächsten Saison weiterhin Änderungen am aktuellen Aerodynamikpaket des Motorrads vorzunehmen.
Die Kräfteverhältnisse der MotoGP-Hersteller zur Halbzeit der Saison 2026:
Ducati: 657 Punkte (84,56 %; Rang B)
Aprilia: 561 Punkte (72,20 %; Rang B)
KTM: 387 Punkte (49,81 %; Rang C)
Honda: 247 Punkte (31,79 %; Rang D)
Yamaha: 183 Punkte (23,55 %; Rang D)
MotoGP Concessions:
Rang A: 85 % oder mehr der insgesamt verfügbaren Punkte
Rang B: Zwischen 60 % und 85 % der insgesamt verfügbaren Punkte
Rang C: Zwischen 35 % und 60 % der insgesamt verfügbaren Punkte
Rang D: Weniger als 35 % der insgesamt verfügbaren Punkte
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