Toto Wolff (Mercedes) nach Sieg und Platz 5: Zwischen Trösten und Druck
Licht und Schatten bei Mercedes: Kimi Antonelli fuhr in Madrid zum achten F1-Sieg. George Russell wurde Fünfter und schrieb die Fahrer-WM ab. Wie Teamchef Toto Wolff mit der Situation umgeht.
Im ersten freien Training in Madrid war George Russell noch Schnellster, danach übernahm Kimi Antonelli das Zepter bei Mercedes. Der Italiener schnappte sich in der Qualifikation Startplatz 2, Russell musste sich mit Platz 6 zufriedengeben – in einem Rennen, in dem man kaum überholen konnte. Russell kam im Spanien-GP auf dem Madring als Fünfter ins Ziel, gewann eine Position durch den Ausfall von Lewis Hamilton (Ferrari). Antonelli wurde Erster.
Warum tat sich Russell so schwer? Am Samstag hatte sein Teamchef Toto Wolff gesagt, Russell habe nicht genug Selbstbewusstsein auf dem Hochrisikokurs gewinnen können. Im Rennen tat er sich nun teilweise auch schwer.
Wolff nachdenklich: Wogegen kämpft Russell?
In seiner Medienrunde nach dem Rennen sagte Toto Wolff auf die Frage, womit Russell gerade am meisten kämpft – Kimi Antonelli, sein Auto, sich selbst oder etwas anderes – merklich nachdenklich: «Ich weiß nicht genau…. Denn man konnte sehen, dass er gegen Ende, als er auf Leclerc aufholte, ein Tempo hatte, bei dem es so aussah, als wäre er der Schnellste auf der Strecke. Aber nach den Reifenwechseln war das Tempo nicht mehr da. Wir müssen das analysieren, denn offensichtlich steckt es in ihm, es steckt im Auto, und wir müssen es nur freisetzen.»
Die Lücke zwischen seinen beiden Fahrern wächst, inzwischen liegen 81 Punkte zwischen WM-Leader Kimi Antonelli und George Russell. Das regelmäßige Bild in dieser Saison: Freude in der Mercedes-Garage von Kimi Antonelli, Frust auf der anderen Seite.
Toto Wolff dazu: «Ich erlebe das schon seit etwa 15 Jahren so: Ein Teil der Box ist zufrieden, der andere nicht. Das gehört einfach zum Job dazu. Das Einzige, was ich versuchen kann, ist, transparent und ehrlich zu sein. Wir sprechen in jeder einzelnen Situation darüber. Wir geben beiden Fahrern die größtmögliche Unterstützung, egal was passiert. Und deshalb geht es manchmal darum, den Fahrer zu trösten, manchmal darum, ein bisschen mehr Druck auszuüben. Das versuche ich also zu tun. Ich habe ein bisschen ein schlechtes Gefühl deswegen.»
Russell schreibt Fahrer-WM schon ab
George Russell selbst hatte nach dem Spanien-GP mit klaren Worten aufhorchen lassen. Der Brite sagte in Anbetracht seines Rückstands auf Antonelli von 81 Punkten, dass er realistisch gesehen nicht mehr im Kampf um die Fahrer-WM sei. Das ist neun bzw. realistischer acht Rennen vor Ende der Saison (nach Lage im Nahen Osten) eine vielleicht realistische, aber doch erstaunlich offene Aussage.
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