Bastianini verzweifelte auf seiner Hausstrecke: «Es ist immer das Gleiche!»
Mieses Qualifying am Samstag, am Sonntag dann von Startplatz 16 mit Top-Zeiten vor auf Platz 8: Tech3-Pilot Enea Bastianini wandelt in Misano bei seinem MotoGP-Heimrennen zwischen den Extremen.
Platz 8 im Sonntagsrennen von San Marino war ein solides Ergebnis für Enea Bastianini. Damit war der Tech3-Pilot beim MotoGP-Event in Misano der zweitschnellste Pilot auf einer KTM. Was jedoch mit der RC16 möglich gewesen wäre, zeigte Pedro Acosta mit seinem Podiumsrang und der zweitschnellsten Rennrunde. Für den Lokalmatador aus Rimini war ein solches Ergebnis vor den Toren seiner Heimatstadt zu jeder Zeit außer Reichweite, zuallererst seines Startplatzes wegen.
Von Platz 16 ging es für «La Bestia» in Sprint- und GP-Rennen. Am Samstag verbesserte er sich nur um einen Platz, im Rennen ging es dann, wenn auch begünstigt durch Ausfälle, bis hinein in die Top-10. Nicht zum ersten Mal, ist sich der 28-Jährige bewusst: «Es ist immer das Gleiche. Freitags sind wir mit dem Motorrad schnell unterwegs und auch im Zeittraining fühlt es sich gut an. Wir hatten es aber schon so häufig, dass wir dieses Gefühl am Samstag im Qualifikationstraining und im Sprintrennen nicht wiederfinden.»
Im Rennen braucht der Mann mit der Startnummer 23 regelmäßig länger, um Geschwindigkeit aufzubauen: «Gegen Rennende kann ich etwas reißen, wenn mir der Reifen noch genügend Stabilität bietet und ich Vertrauen ins Motorrad habe. Zu Beginn der Rennen ist es kompliziert, denn dann ist das Vorderrad des Motorrads unruhiger. Je länger das Rennen dauert, desto mehr kann ich das Hinterrad am Kurveneingang einsetzen. Das hilft mir.» Hoffnung hat der Italiener, den Großen Preis in Misano als Blaupause für den Rest der Saison nutzen zu können: «Es war das Rennen, das für uns von Anfang bis Ende am besten lief. Deshalb glaube ich, dass wir davon mehr Daten mitnehmen können, die wir studieren können.»
Einen Lösungsansatz für seine Probleme hat Bastianini im Kopf: «Ich habe eine klare Vorstellung, was wir tun müssen.» Jedoch: «Es lässt sich nicht so einfach umsetzen.» Sein Motorrad reagiere sensibel auf Änderungen: «Das Fenster, in dem unsere Einstellungen am Motorrad funktionieren, ist sehr schmal. Und wenn wir versuchen, darüber hinauszugehen, dann endet das in einem Desaster.» Am Sonntag in Misano traf Enea Bastianini dieses Fenster: Er fuhr die sechstschnellste Runde des Rennens, lediglich drei Hundertstel langsamer als Aprilia-Speerspitze Jorge Martin.
Der achte Platz half Enea Bastianini in der WM-Wertung seinen Rückstand auf HRC-Pilot Luca Marini auf 4 Zähler zu verkürzen. Auf Rang 12 mit nun 92 Punkten hat er zudem 9 Zähler Vorsprung auf Markenkollege Brad Binder.
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