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Toto Wolff zu Red Bull-Krise: Renault? Keine Idioten
«Mr. Red Bull» Dietrich Mateschitz hat Motorenpartner Renault herb kritisiert. Was würde Mercedes-Motorsportdirektor Toto Wolff anstelle des frustrierten Unternehmers tun?
Formel 1
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Die harte Kritik von "Mr. Red Bull" Dietrich Mateschitz an Motorenpartner Renault im Exklusiv-Interview mit SPEEDWEEK.com hat in Österreich viel zu reden gegeben. Viele fragen sich: Sind die Worte als ernst zu nehmende Drohung zu verstehen oder nur als Säbelrasseln? Das fragt sich auch Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff.
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"Red Bull ist natürlich in keiner guten Situation. Ein Team, das mit vier Weltmeistertiteln bewiesen hat, wozu es fähig ist, befindet sich derzeit in einer Sackgasse. Wenn man in der Formel 1 seine Marke in die Auslage stellen will, dann ist es schwierig, das mit Misserfolg zu tun. Ich finde, man muss dieses Säbelrasseln schon ernst nehmen. Ich verstehe die Argumentation von Didi Mateschitz. Man muss da schon auch das grosse Ganze der Formel 1 sehen. Wir sagen nicht: Wir gewinnen, und alles andere im Sport ist uns egal. Wir müssen uns alle zusammensetzen und im Sinne der Formel 1 entscheiden, wie man eine solche Situation verbessern kann." "Gleichzeitig kenne ich die ganzen Details bei Red Bull und Renault nicht. Aber in dieser Situation ist es vielleicht am wichtigsten, alles in Ruhe anzugehen und zu analysieren, was falsch läuft. Fakt ist, dass Renault ein Motorenhersteller ist, der zusammen mit Red Bull Racing vier Weltmeisterschaften in Folge gewonnen hat. Also nur Idioten können dort nicht sitzen." "Eine Firma wie Red Bull ist wichtig für die Formel 1. Aber mir widerstrebt diese generelle Einstellung im GP-Sport – und ich betone: ich rede jetzt nicht ausdrücklich vom Hause Red Bull. Ich finde es falsch, wenn es einem nicht gut geht, gleich die Regeln an den Pranger zu stellen. Wenn im Fussball ein Team nicht trifft, dann wird ja auch nicht gefordert, bitteschön die Tore grösser zu machen."
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Was würde Toto Wolff machen, wäre er Dietrich Mateschitz? "Ich glaube, da würde ich mich erst mal zurücklehnen und mich darüber freuen, was ich für eine tolle Marke habe und was ich alles Enormes erreicht habe. Aber das ist eine ganz schwierige Situation. Möglicherweise würde ich versuchen, zunächst einmal sauber zu analysieren, wo man vielleicht falsch abgebogen ist."
"Im Grunde war das vor drei Jahren bei Mercedes auch nicht anders. Ich kann mich an das Rennen in Austin 2012 erinnern, da gab es meine ersten Berühungspunkte mit dem Team und viele Diskussionen darüber, was wir anders machen könnten, um endlich zum Erfolg zu kommen. Das war ein Rennen, da waren die Silberpfeile nur im Rückwärtsgang unterwegs. Unsere Fahrer sackten bis auf die Ränge 15 oder 16 ab. Das war die reine Katastrophe, auch für die Marke. Wir haben dann auch in Ruhe zu analysieren versucht, was da schief läuft. Und bevor man mit dem Finger zeigt, sollte man sicherstellen, dass es auch den Richtigen trifft."
Das bezweifelt im Fahrerlager jedoch kaum jemand: Denn Renault hat beim Wechsel in die Turbo-Ära schlicht versagt (die vier Titel waren alle mit den bewährten Saugmotoren errungen worden). Der Klassenbeste Mercedes hat mit der Arbeit an den neuen Antriebseinheiten früher begonnen und mehr Geld investiert. Kein Wunder, flüchtete Lotus nach einem Jahr mit Renault-Turbos in die Arme von Mercedes. Über die Qualitätsunterschiede muss man nicht diskutieren: die meisten Mercedes-Fahrer sind im Plan beim Einsatz der vier erlaubten Antriebseinheiten pro Jahr, die meisten Renault-Fahrer sind nach nicht mal der Hälfte der Saison schon beim fünften Aggregat angelangt.
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Renault-Chef Carlos Ghosn ist ein Motorsportbefürworter, aber das ist nicht jedes Mitglied im Renault-Vorstand. Die schwache Darbietung mit Red Bull Racing und Toro Rosso ist keine Werbung, um ab 2016 wieder mit einem Werksrennstall anzutreten.
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