110. Indy 500: Rekord-Finish, Überraschungssieger und starke Mick-Premiere
Bei der 110. Ausgabe des Indy 500 setzte sich Felix Rosenqvist gegen David Malukas durch – und sicherte sich den prestigeträchtigen Sieg mit dem knappsten Vorsprung in der Geschichte des US-Rennens.
Was für ein verrücktes Finish im Indy 500! Auf den letzten 200 Metern von 800 Kilometern fing Felix Rosenqvist David Malukas noch ab und holte mit 23 Tausendstel Vorsprung den knappsten Sieg in der 110. Auflage des Klassikers. Der bisherige Rekord von 1992 (Al Unser jun. 0,043 Sek. vor Scott Goodyear) wurde damit unterboten. Mick Schumacher, der Bestplatzierte von vier Rookies im 33er-Feld, musste sich mit Rang 18 und vielen neuen Erfahrungen begnügen.
«Ich kann es einfach noch nicht glauben. Aber es war ein perfektes Rennen mit einem perfekten Auto. Die beste Linie brachte mich aus Turn 4», jubelte der 34-jährige Schwede, der erst einmal in 120 Indycar-Rennen seit 2019 triumphierten konnte – in der Debütsaison auf dem Road America-Kurs. Der vor wenigen Tagen Vater gewordene Ex-F3-Europameister (2015) und frühere DTM- und Formel-E-Pilot war von Startplatz 4 ins Rennen gegangen.
Dass diesmal vor 350.000 Zuschauern im Speedway nicht einer der Favoriten aus den Top-Teams Ganassi, Penske oder McLaren gewann, sondern einer der drei Piloten des vergleichsweise «kleinen» Meyer-Shank-Rennstalls, ist eine Überraschung, die noch von Platz 5 für Marcus Armstrong unterstrichen wurde. Auch für Motorenpartner Honda war dies ein Prestige-Erfolg. Hinter dem als Dritter aus Reihe 1 gestarteten Jungstar Malukas («Ich danke dem gesamten Team Penske. Sie alle vertrauten mir, als es niemand anderer mehr tat») kamen Penske-Kollege Scott McLaughlin und McLaren-Star Pato O’Ward sowie der als Erster in Runde 200 gegangene Armstrong innerhalb von weniger als einer halben Sekunden über die Ziellinie.
Restart in der letzten Runde
Die Dramatik im Finish war gegeben, als acht Runden vor Schluss der brasilianische Rookie Caio Collet (Foyt-Chevrolet) ausgangs Turn 2 heftig in die Safer-Barrier flog. Daraufhin wurde das Rennen mit roter Flagge gestoppt, in Runde 195 wurde es hinter dem Pace-Car wieder aufgenommen und in Runde 196 wieder freigegeben, um sofort wieder durch eine Gelbphase neutralisiert zu werden. Der Restart kam erst in der 200. und letzten Runde, in die Rosenqvist als Dritter hinter Armstrong und Malukas ging. Der US-Amerikaner ging in Turn 2 am Australier vorbei, ehe Rosenqvist auf den letzten Metern das Fotofinish für sich entschied.
Die erste Neutralisation gab es in Runde 18, als die einzige Dame im Feld, Kathetrine Legge (Foyt-Chevrolet), dem sich drehenden McLaren-Chevrolet von Ryan Hunter-Reay (Indy-Sieger 2014) nicht ausweichen konnte. Unmittelbar nach dem Re-Start crashte Ed Carpenter (Carpenter-Chevrolet), als er von Takuma Sato (RLL-Honda) bedrängt wurde. In Runde 92 sorgte Will Power (Andretti-Honda) mit einem Dreher in der Boxenausfahrt für Gelb.
Gleichzeitig gab Alexander Rossi (Carpenter-Chevrolet), der nach einem Trainingsunfall wegen eines verletzten Knöchels nur auf Krücken zum Auto kam und lange in der Spitzengruppe mit Vorjahressieger Alex Palou (Ganassi-Honda) kämpfte, mit Defekt auf. In Runde 105 folgte wegen Regens die erste Unterbrechung, nach dem Re-Start in Runde 110 kam sechs Umläufe später schon wieder Gelb wegen leichten Regens. In Runde 126 endete Josef Newgardens (Penske-Chevrolet) Traum vom dritten Indy-Sieg in vier Jahren. Plötzlich waren auch Oldie Scott Dixon (Ganassi-Honda) und Conor Daly (DR Chevrolet) mitten im Spitzenkampf, ehe sich die letzten 40 Runden auf einen Dreikampf O’Ward-Rosenqvist-Malukas zuspitzen.
Solide Leistung von Mick Schumacher
Mick Schumacher (RLL-Honda) konnte von Startplatz 27 aus nie in den Kampf um die vorderen Ränge eingreifen, auch wenn er Tankstopp-bedingt kurz sogar Fünfter war. Der 27-Jährige erreichte als 18. Immerhin sein zweitbestes Indycar-Ergebnis nach Long Beach (17.) in seinem erst zweiten Ovalrennen. Er war der erste deutsche Rennteilnehmer am Indy 500 seit dem Mercedes-Trio Max Sailer (8. Rang), Christian Werner (11.) und Christian Lautenschlager (nach Unfall noch als 23. gewertet) im Jahr 1923 - wenn man den Pass-Deutschen und Herz-Österreicher Jochen Rindt (1967/68) nicht einrechnet.
Ergebnisse 110. Indy 500
1. Felix Rosenqvist, Meyer Shank w/ Curb-Agajanian, 03:05:09.6471 h
2. David Malukas, Team Penske, 03:05:09.6704
3. Scott McLaughlin, Team Penske, 03:05:10.0676
4. Pato O’Ward, Arrow McLaren, 03:05:10.0742
5. Marcus Armstrong, Meyer Shank w/ Curb-Agajanian, 03:05:10.0831
6. Rinus VeeKay, Juncos Hollinger Racing, 03:05:10.7231
7. Alex Palou, Chip Ganassi Racing, 03:05:10.7417
8. Santino Ferrucci, A.J. Foyt Enterprises, 03:05:11.2222
9. Romain Grosjean, Dale Coyne Racing, 03:05:11.7201
10. Takuma Sato, Rahal Letterman Lanigan Racing, 03:05:12.0978
11. Nolan Siegel, Arrow McLaren, 03:05:12.3247
12. Conor Daly, Dreyer & Reinbold Racing, 03:05:12.3708
13. Marcus Ericsson, Andretti Global, 03:05:12.9686
14. Kyffin Simpson, Chip Ganassi Racing, 03:05:13.4532
15. Scott Dixon, Chip Ganassi Racing, 03:05:13.4902
16. Kyle Kirkwood, Andretti Global w/ Curb-Agajanian, 03:05:14.8742
17. Christian Lundgaard, Arrow McLaren, 03:05:15.9488
18. Mick Schumacher, Rahal Letterman Lanigan Racing, 03:05:24.5776
19. Dennis Hauger, Dale Coyne Racing, 03:05:16.0349
20. Graham Rahal, Rahal Letterman Lanigan Racing, 03:05:16.4448
21. Louis Foster, Rahal Letterman Lanigan Racing, 03:05:17.0026
22. Jack Harvey, Dreyer & Reinbold Racing, 03:05:17.1993
23. Sting Ray Robb, Juncos Hollinger Racing, 03:05:17.4821
24. Jacob Abel, Abel Motorsports, 03:05:21.8817
25. Helio Castroneves, Meyer Shank w/ Curb-Agajanian, 02:59:42.4437
26. Caio Collet, A.J. Foyt Enterprises, 02:53:02.4761
27. Christian Rasmussen, ECR, 02:20:25.8477
28. Josef Newgarden, Team Penske, 01:59:20.2896
29. Will Power, Andretti Global, 01:14:39.4305
30. Alexander Rossi, ECR, 01:28:54.7619
31. Ed Carpenter, ECR, 00:25:24.9695
32. Ryan Hunter-Reay, Arrow McLaren, 00:11:56.9661
33. Katherine Legge, HMD Motorsports w/ AJ Foyt Racing, 00:11:58.0399
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