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Verträge für 2027: Die Gewinner und Verlierer auf dem MotoGP-Arbeitsmarkt

Fast täglich werden derzeit die Fahrerverträge für die MotoGP-WM ab 2027 verkündet. SPEEDWEEK.com-Kolumnist Michael Scott zeigt auf, für wen es eine rosige Zukunft gibt und wer durch den Rost fällt.

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Für mittelmäßige Grand-Prix-Fahrer gibt es wenig Trost, wenn sie ein bestimmtes Alter erreichen. «Mittelmäßig gut» soll keineswegs abwertend klingen. Jeder Fahrer, der in der Königsklasse der Motorrad-Weltmeisterschaft mithalten kann, ist zweifellos äußerst talentiert. Davon gibt es nur sehr wenige Ausnahmen, und sicherlich keine in der aktuellen, von extrem engen Wettkämpfen und immer kleiner werdenden Abständen geprägten Ära.

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Doch angesichts eines ständigen Stroms an Nachwuchstalenten und einer «schönen neuen Welt» der überarbeiteten und (angeblich) verbesserten MotoGP, die nächstes Jahr beginnt, gibt es unweigerlich einige Verlierer.

Die Genies

Das Problem ist die Anwesenheit von Genies, die alles andere in den Schatten stellen – derzeit vor allem vertreten durch Marc Marquez und Pedro Acosta. Solange sie dabei sind, haben selbst die außergewöhnlich Begabten nur gelegentlich eine Chance auf den Sieg. Bis ihnen die Zeit ausgeht.

Wir sprechen hier von GP-Siegern wie Brad Binder und Jack Miller. Zwei Fahrer, deren Ergebnisse im Jahr 2026 ziemlich stark durch weniger wettbewerbsfähige Maschinen (KTM und Yamaha) beeinträchtigt wurden. Und die nächstes Jahr möglicherweise ohne Job dastehen oder in die Superbike-WM wechseln müssen.

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Die Transferperiode ist in vollem Gange, wenn auch verspätet nach Vertragsstreitigkeiten zwischen den Herstellern und der MotoGP. Zwar waren hinter verschlossenen Türen bereits Vereinbarungen getroffen worden, doch wurden die Bekanntgaben zurückgestellt, bis die Bestätigung vorlag, dass es ab dem nächsten Jahr tatsächlich eine Rennserie geben würde.

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Seit der kitschigen Bekanntgabe dieses Vertrags beim Tschechien-GP gab es eine Flut von Ankündigungen, die größtenteils nur bestätigten, was bereits bekannt war. Und es gibt einige spannende Überraschungen für die neue 850-ccm-Ära.

Bei Ducati gesellt sich Acosta zu Marquez Senior – der Altmeister gegen den erwarteten Neuling. Bei Aprilia gibt es Bezzecchi zusammen mit Bagnaia, der Ducati nach acht Jahren den Rücken gekehrt hat und nun von Marquez verdrängt wird.

Fabio Quartararo strebt bei Honda eine Wiedergutmachung an, nach einer fünfjährigen Durststrecke mit einer schwächelnden Yamaha. Er setzt darauf, dass sich HRC von seiner eigenen Krise erholt – ein Prozess, der bereits recht vielversprechend begonnen hat.

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Für Jorge Martin und die diesjährige Entdeckung Ai Ogura ist es ein noch größeres Risiko, die äußerst konkurrenzfähige Aprilia zugunsten von Yamaha zu verlassen. Sie müssen wohl sehr gut bezahlt werden. Und auch für Alex Marquez und Ducatis derzeitigen Spitzenfahrer Fabio Di Giannantonio ist es ein Wagnis, über die Alpen zu wechseln, um sich dem etwas angeschlagenen KTM-Team anzuschließen.

MotoGP-Regeln ab 2027

Eine Theorie zu den technischen Änderungen – kleinere Motoren, leichtere Motorräder, weniger Aerodynamik und verbotene Vorrichtungen zur Fahrzeughöhenverstellung – lautet, dass es «mehr auf das fahrerische Können ankommen wird». Sollte sich dies bewahrheiten, könnte das Leben für die Risikofreudigen einfacher werden, als es derzeit den Anschein hat. Allerdings haben Regeln zur Angleichung des Leistungsniveaus in der Vergangenheit selten wie beabsichtigt funktioniert, und es gibt immer eine oder manchmal sogar zwei Marken, die den Großteil der Siege einfahren.

Doch das ist kein Trost für die zwei oben genannten Fahrer. Auch nicht für andere ehemalige Rennsieger, die mit einem Karriereabstieg konfrontiert sind. Dazu gehören Maverick Vinales, Alex Rins und der ehemalige Moto2-Champion Franco Morbidelli. Hinzu kommt der unauffällige, aber hervorragende Luca Marini, der im Gegensatz zu ihnen zwar noch nie ein MotoGP-Rennen gewonnen hat, dafür aber außergewöhnlich beständig und zuverlässig ist. Übrigens: Auch Pedro Acosta hat in der MotoGP noch keinen GP-Sieg errungen. Für den Erst- und den Letztgenannten mag es noch Rettung geben, doch vorerst stehen sie weiterhin beim Arbeitsamt Schlange und hoffen auf das Beste.

Die Aufstiegs-Kandidaten aus der Moto2-WM

Es gibt noch eine weitere Kategorie, die eher an der Hoffnung als an der Gewissheit festhält: Moto2-Fahrer, die schon Rennen gewonnen haben, aber den Fehler begangen haben, weder Spanier noch jung zu sein.

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Eigentlich ist Manuel Gonzalez durch und durch Spanier, aber mit 23 Jahren ist er in dieser Klasse schon ein «alter Mann». Nur vier der 28 Fahrer im Startfeld sind älter. Der ehemalige Supersport-300-Weltmeister verpasste im vergangenen Jahr nur knapp den Moto2-Titel und scheint dieses Jahr auf dem besten Weg zu sein, ihn zu holen. Doch offenbar reicht das nicht aus, um sich einen sicheren Platz in der MotoGP-Startaufstellung zu sichern – sehr zur Verwunderung aller.

Der andere in der Kategorie der Hoffnungsträger ist sein australischer Teamkollege Senna Agius. Seltsamerweise könnte sich seine Nationalität als Vorteil erweisen, da die MotoGP bestrebt ist, ihre internationale Attraktivität zu stärken. Leider gibt es derzeit keine offensichtlichen amerikanischen Kandidaten, die dasselbe für die USA leisten könnten.

Unterdessen steigen die jungen spanischen Moto2-Fahrer Daniel Holgado und Izan Guevara sowie der in Spanien geborene Kolumbianer David Alonso direkt ein – mit Plätzen bei Ducati, Yamaha und Honda.

Nun, keine Karriere dauert ewig. Selbst Valentino Rossi musste irgendwann aufhören, auch wenn Marc Marquez seinen Vertrag gerade um zwei weitere Jahre verlängert hat – bis dahin wird er 35 sein; und Bagnaias neuer Vertrag bei Aprilia läuft über bemerkenswerte vier Jahre – am Ende wird er 33 sein. Das wird viele junge Fahrer bestürzen.

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Der Rennsport kann ein grausames Geschäft sein, und zwar nicht nur in Bezug auf die offensichtlichen Verletzungsrisiken. Talent allein reicht nicht unbedingt aus. Aber um fair zu sein: Es hilft auf jeden Fall.

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