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Eine Kultstätte des Motorsports wird bald 67: Das Daytona International Speedway. Ein Sieg dort ist etwas Besonderes, ob nach 24 Stunden oder 500 Meilen.
Das Daytona International Speedway ist gegen «Indy» ein Youngster: Es wird heuer erst 67 Jahre alt. Das nun zum 64. Mal stattfindende US-Gegenstück zu Le Mans wird auf einer Kombination aus Infield und Oval (5,7 Kilometer) ausgetragen. Wobei man erst den Begriff «Steilkurve» richtig versteht, wenn man dort steht. Bei 31 Grad Überhöhung in den Kurven und 18 auf dem leicht gebogenen Start-/Zielstück wie in Daytona muss man aufpassen, nicht umzufallen. Doch die Steilkurven des Tri-Ovals sollten von Beginn an Höchstgeschwindigkeit ermöglichen, wie es der Speedway-Erfinder Bill France sen. beabsichtigte. Der musste sich für die Finanzierung des Projekts massiv verschulden, um die drei Millionen Dollar Kosten aufzubringen, wurde aber bald zum Multimillionär – das Risiko lohnte sich. Den Erben gehört heute eine Ansammlung von einem Dutzend Rennstrecken (International Speedway Corporation/ISC inkl. Daytona) und die vor allem in den Südstaaten populäre NASCAR-Serie.
Der Architekt des Daytona International Speedway war der einheimische Charles Moneypenny, der aber kein Verwandter der James-Bond-Verehrerin Miss Moneypenny gewesen sein soll. Um die Steilkurven zu errichten, wurde aus dem Infield auf rund 300.000 Quadratmetern Erde ausgehoben, so entstand auch der kleine See Lake Lloyd, benannt nach einem der Gründungsmitglieder der ursprünglichen Verwaltung. Dort wurden sogar Bootrennen durchgeführt.
Dass der NASCAR-Gründer Bill France sen. überhaupt ein Speedway in Daytona, gleich neben dem Flughafen, errichtete, ist der Tradition der Sandrennen am Strand geschuldet. Denn schon 1902, sieben Jahre vor dem ersten Rennen in Indianapolis (1909 – das erste über 500 Meilen folgte 1911) organisierte der Autobauer Ransom Olds (Oldsmobile) einen Bewerb in Ormond Beach gleich nördlich von Daytona. Mit der Errichtung des Zielhauses auf dem Gemeindegebiet von Daytona 1905 wurde die Ära der Weltrekordversuche eröffnet, von denen in 20 Jahren 13 gelangen, darunter am 7. März 1935 der von Malcolm Campbell im «Bluebird» mit 444,44 km/h.
Von 1936 bis 1958 waren der Küstenhighway und der Strand als «Daytona Road Course» Schauplatz vieler Rennen (außer zwischen 1942 und 1946), ehe France das Speedway schuf. 1998 wurde in Daytona das Flutlicht errichtet, womit der zweite NASCAR-Lauf im August als Nachtrennen möglich wurde. Von 2013 bis 2016 wurden Haupttribüne und Zufahrten modernisiert – um 400 Mill. Dollar. Die Kapazität des Speedway liegt seither bei 101.500 Sitzplätzen, mit Erweiterungsmöglichkeit auf 125.000.
Im Daytona Speedway verliefen die meisten schweren Unfälle trotz der extremen Geschwindigkeiten (den Rundenrekord im Tri-Oval hält seit 2013 Colin Braun mit einem Ford-Prototypen mit 358,8 km/h) glimpflich. Dennoch kamen 40 Personen zu Tode: 23 Autorennfahrer, 12 Motorradpiloten, drei Kartfahrer, ein Motorbootpilot und ein Streckenarbeiter. Ein Schock nicht nur in der NASCAR-Szene war der tödliche Unfall der Legende Dale Earnhardt sen. 2001 in der Schlussrunde der 500 Meilen.
Wie man in Daytona gewinnt, erklärte der fünffache Sieger Hurley Haywood (77): «Am wichtigsten ist Geduld. Du darfst das Auto nicht überfordern, keinen Fehler machen, denn der ist nicht aufzuholen. Für einen Sieg musst du ein perfektes Rennen haben, von dir und der gesamten Mannschaft.»
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