MXGP Academy: Ausbildung für Jungracer
«No Help, please!»: Energisch scheucht Jan Postema Eltern und Helfer beiseite, die seinen Schützlingen die Motorräder abnehmen wollen. An der MXGP Academy geht es nicht nur um die Fahrer.
Der Motorradsport-Weltverband FIM und die Promotionsfirma Youthstream kümmern sich mit ihrem Programm
Als Fahrer und Trainer unter die schützende Starttribüne flüchteten, ereignete sich die eingangs beschriebene Episode. "Die Eltern nehmen den Fahrern oft zu viel ab. Die Fahrer müssen das Motorrad selbst ankicken und rangieren", sagt Postema (57), Inhaber einer Motocross-Schule und in seiner aktiven Zeit unter anderem niederländischer Meister. "Das Niveau des Schweizer Nachwuchses ist beachtlich, wenn man bedenkt, dass es hier nur wenige Trainingspisten gibt", analysiert Postema. "Es gibt zwar genügend Gelegenheiten, Rennen zu fahren, doch das Fahren einfach zum Spass kommt zu kurz. Doch ohne Spass besteht die Gefahr, dass Nachwuchsfahrer mit dem Sport aufhören, wenn sie ins Jugendalter kommen."
Es wurde aber nicht nur gefahren. In Theorie-Workshops wurde Flaggenkunde und das Verhalten auf der Rennstrecke und dem Rennplatz angesprochen. Dabei wurden die Nachwuchsfahrer für die Schule motiviert: Umgangssprache in der Motocross-WM ist englisch. Auch für die Eltern gab es ein Seminar, wo neben erzieherischen Aspekten auch Ernährung und Training angesprochen wurden. "Viele Trainer wollen die Eltern nicht dabei haben, doch das geht nicht", sagt Projektkoordinator Martin van Genderen. "Wir integrieren die Eltern in unser Programm. Ziel ist es, aus schnellen Fahrern gebildete Fahrer zu machen."
Solche Trainings mit Nachwuchsfahrern im Vorfeld von WM-Rennen gab es dieses Jahr schon bei sechs weiteren Rennen. Über die Zwischensaison ruht die MXGP Academy keineswegs. An mehreren Standorten werden Motocross-Trainer ausgebildet. Dabei geht es nicht nur um Fahrtechnik, sondern auch um das Verhalten gegenüber Medien, um körperliches und mentales Training.
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