Jorge Martin: «Wir haben sogar gegen Trackhouse-Aprilia keine Chance»
Nach dem Aus von Marco Bezzecchi im Q2 kam auch Jorge Martin nicht richtig in Fahrt. Der Spanier rettete die MotoGP-WM-Führung, lamentierte aber über die nicht vorhandende Stabilität seines Bikes.
Bittere Erkenntnis für die nach dem Out von Marco Bezzecchi verbliebene Speerspitze des Aprilia-Werksteams. Jorge Martin gab zu, dass «wir aktuell gegen die Ducati-Bikes, aber sogar gegen die Trackhouse-Renner mit vermeintlich identischer Technik keine Chance haben. Ich habe heute das absolute Maximum an Punkten geholt», kommentierte der trotzdem immer noch aktuelle WM-Leader Jorge Martin seine Performance auf dem Sachsenring und dem fünften Schlussrang.
«Meine WM-Führung ist nur das Ergebnis unserer starken ersten Saisonphase. Da funktionierte die GP-RS fantastisch. Man konnte extremes Vertrauen aufbauen. Das hat sich komplett verändert», analysierte er weiter. «Heute beobachten wir staunend, mit welcher Stabilität die Bikes unserer direkten Gegner funktionieren. Während wir in der Front und im Heck keine seriöse Lösung hinbekommen. So werde ich auch nicht mehr lange WM-Leader sein», kommentierte der MotoGP-Champion von 2024 sein Dilemma.
«Das größte Problem ist, dass wir unser Limit kein kleines bisschen nach oben verschieben können. Wir verlieren sonst sofort die Frontpartie des Motorrads», dozierte Martin weiter und liefert damit gleichzeitig die kompetente Erklärung für die haarsträubenden Stürze seine Teamkollegen Marco Bezzecchi, dem es offenbar schwerer als Martin fällt, die aktuellen Grenzen seiner Werksmaschine zu erkennen oder zu akzeptieren.
«Die Sommerpause kommt für uns genau im richtigen Moment. Wobei Pausentage wird es nicht viele geben. Wir müssen hart arbeiten um wieder top zu werden». Optimismus gibt dem nächstjährigen Yamaha-Piloten, dass Trackhouse-Aprilia ja immer mit Top-Ergebnissen aufwartet. «Das zeigt uns, dass die Bikes eigentlich top sind. Es liegt nun wirklich an uns, dies ebenfalls umzusetzen», so der aktuelle Werkspilot des Herstellers aus dem venezianischen Noale.
Kleine Randnotiz zu seinem Zweikampf in den letzten Sachsenring-Runden gegen den wieder mal strauchelnden Ducati-Stars Pecco Bagnaia. Jorge Martin erinnerte sich schmunzelnd an den Sachsenring-GP von 2024. «Es ist mir schon in den Sinn gekommen. Damals schmiss ich den Sieg in der vorletzten Runde weg. Bagnaia staubte ab. Auch wenn es zwischen uns diesmal nur um den fünften Rang ging, wollte ich ihm den Gefallen trotz meiner bockigen Aprilia kein zweites Mal machen.»
Jorge Martin überstand den Sachsenring als GP-Führender. Zur Sommerpause hat der «Martinator» 208 Punkte eingefahren. Statt Marco Bezzecchi heißt der erste Verfolger nun Ai Ogura. Und auf Rang bereits der wohl härteste Knochen der Konkurrenz – Weltmeister und Sachsenring-Dominator Marc Marquez.
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