Acosta nach starker Vorstellung: «Jetzt sollte Marc die Nummer 1 tragen»
Red Bull-KTM-Ass Pedro Acosta marschierte an die Startlinie zum Deutschland-GP mit nur geringen Erwartungen. Von Startplatz 8 ging es los – abgewunken wurde Spaniens MotoGP-Hoffnung als Vierter.
Nicht resigniert, aber realistisch hatte KTM-Aushängeschild Pedro Acosta seine Lage zwischen Rang 7 und 10 eingeschätzt. Mehr sein «auf natürlichem Weg» nicht zu machen, so der junge Spanier vor dem elften GP der Saison. Und dann sah es kurzzeitig sogar nach einem Podestplatz aus. Acost erlebte ein außergewöhnliches GP-Rennen mit versöhnlichem Ausgang zur Sommerpause.
Nach gutem Start ließ Acosta Jorge Martin und Fabio Quartararo hinter sich und robbte sich in der ersten Rennhälfte an die Trackhouse-Aprilia-Piloten heran. Phasenweise lag eine Mini-Sensation in der Luft. Doch im letzten Renndrittel stellte sich die MotoGP-Realität wieder ein. Acosta geriet in Schwierigkeiten, Ogura, bis dahin nur Meter vor dem Spanier, zog an und stürmte bis auf Platz 2. Acosta musste den Japaner kampflos ziehen lassen. Da aber mit Alex Marquez und Fabio Di Giannantonio auch Elite-Piloten per Sturz ausschieden und sich Martin und Bagnaia weit hinter Acosta um Platz 5 raufte, konnte der KTM-Pilot unbehelligt Platz 4 einfahren.
«Ein super Ergebnis, es war eine schöne Sonntags-Überraschung», freute sich Pedro nach 30 Runden auf der Sachsen-Piste. «Dass wir im Warm-up etwas anderes probiert haben und wir auf alte Einstellungen zurückgegangen sind, war richtig. Außerdem war uns schon vorher klar, dass der mittlere Reifen besser passt und die Front des Motorrads weniger kritisch macht«, so Acosta weiter.
Trotz zufriedenstellender Leistung blieb der Racer aus Murcia schonungslos, was die Lebensdauer der Abstimmung angeht: «Die ersten 20 Runden waren eine reine Freude, denn ich konnte nach vorne kommen und Druck machen, aber zum Schluss war es kein Spaß mehr, eher ein großer Kampf. Ich denke, es war Runde 17, da war es vorbei und ich konnte nicht mehr mit Ogura mithalten.»
Angesprochen auf die enge Situation der WM, in der die Top-5 weniger als 25 Punkte oder einen GP-Sieg trennten, stellte Acosta: «Das Bild ist speziell, es scheint, als hätte niemand Lust, die Führung zu übernehmen. Aber ich denke auch, in der jetzigen Situation ist es wieder Marc, den es zu schlagen gilt. Aktuell sollte die Nummer 1 auf seinem Motorrad kleben.»
Auch wenn Acosta nicht mehr Teil dieser Elite und auf Rang 7 hinter Raul Fernandez gerutscht, ist er nicht unzufrieden mit dem ersten Teil der Saison: «Verglichen mit 2025 sind mir selbst weniger Fehler passiert. Gebremst wurden wir von einigen technischen Problem, wir haben in mehreren GP-Rennen dadurch viel Punkte verloren. Aber wir haben auch einige wichtige Dinge gelernt.»
Noch 22 weitere Wettfahrten – dann wird die Ära mit KTM nach acht gemeinsamen Jahren und drei Titeln ein Ende finden. 2027 wird sich Acosta als Teamkollege von Sachsenring-Sieger Marc Marquez bei Ducati Lenovo beweisen müssen.
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