Raul Fernandez verdiente sich mit erneutem Podium MotoGP-Vertrag für 2027
Vor zwei Monaten sah die MotoGP-Zukunft von Raul Fernandez duster aus. Mit dem Sachsenring-Podium bestätigte er die Top-Resultate der letzten Wochen und kann nun entspannt in die Sommerpause gehen.
Das MotoGP-Transferkarussell drehte sich in den letzten Wochen mit ungewohnter Heftigkeit. Nachdem bereits einige Cracks für 2027 aus ihren Sätteln geschleudert wurden, schien dieses Schicksal auch Raul Fernandez zu blühen. Doch mit dem Messer am Hals zeigte der 25jährige Madrilene in seiner fünften Saison in der höchsten Klasse deutlich, dass er ein Ticket für die kommende, neue MotoGP-Saison verdient hat. Am Sachsenring bestätigte er diese Tendenz mit einem fünften Rang im Sprint und dem dritten Platz im Großen Preis.
Das Wochenende in Hohenstein-Ernstthal begann schlecht für Fernandez. «Wir haben uns zwischen Elektronik- und Reifenproblemen verirrt. Ich wusste kaum mehr, wie man ein MotoGP-Bike fährt. Aber mein Team hat mir sehr geholfen», kommentierte der Racer aus Madrid seinen konfusen Start ins Weekend. «Für eine gute Runde hatte das Vertrauen gereicht. Für vier oder fünf nicht».
«Ehrlich gesagt hätte ich nach den Schwierigkeiten, welche ich an den Trainingstagen zumeist hatte, dann gar nicht erwartet, dass ich ums Podium mitkämpfen würde», so der Moto2-Vizeweltmeister von 2021. «Ich befürchtete vor allem Reifenprobleme, wie immer auf dem Sachsenring, wo die letzten Runden sehr heikel sind. Doch es gelang mir recht gut, vor allem mein Hinterradgummi am Leben zu halten».
Erneut wurde er dabei allerdings von seinem Teamkollegen Ai Ogura geschlagen, der sich beide Male direkt vor dem elffachen GP-Sieger platzierte und der bekanntlich als Reifenflüsterer gilt. Dennoch plant man beim Superfile-Trackhouse Aprilia-Team nach dem Abgang von Ogura zu Yamaha nun doch mit Raul Fernandez für 2027. Sowohl Teameigner Justin Marks wie auch der neue Teammanager Francesco Guidotti, welcher in Brünn zum US-Team stieß, lassen aktuell wieder wohlwollend schmeichelhaftere Töne über Fernandez erklingen.
Dieser geht deshalb motiviert in die Sommerpause. «Wir werden alle hart an unserer Physis arbeiten müssen. Denn die zweite Hälfte wird extrem anstrengend. Ich muss nach der Pause stärker zurückkommen». Chancen in den WM-Titelkampf eingreifen zu können, gibt er sich allerdings keine. «Ich muss mich in erster Linie selbst verbessern. Mir passieren noch zu viele Fehler und dadurch habe ich noch Schwankungen in meiner Leistung», gibt sich Fernández erstaunlich demütig, nachdem er in früheren Jahren noch eher zu Statements mit einer gehörigen Prise jugendlichem Optimismus zum Besten gegeben hatte.
Zur Halbzeit der Saison liegt Raul Fernandez in der WM-Tabelle auf Position 6 und nun vor KTM-Werksfahrer Pedro Acosta. Erstaunlich, dennoch ist «RF25» damit der schlechteste Pilot einer Aprilia.
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