Yari Montella: «Nach einigen Runden zerstörte Bulega meine Hoffnungen»
Yari Montella (Ducati) erzielte beim Superbike-Event in Donington drei Podestplätze. Er sei noch nie so nah dran gewesen an Bulega und Lecuona wie an diesem Wochenende. Was ihm noch fehlt zur Spitze.
Yari Montella hat auch in Donington unter Beweis gestellt, dass er derzeit die Nummer 3 in der Superbike-WM ist. Nach dem dritten Platz in Lauf 1 am Samstag holte der Barni-Ducati-Pilot am Sonntag die Ränge 2 und 3.
Im Superpole-Race profitierte Montella vom Crash von Aruba.it-Pilot Iker Lecuona in der zweiten Runde. Nach dem Ausfall von Lecuona führte Montella im Rennen über zehn Runden. Sah er da die Chance auf den ersten Superbike-Sieg? «Ich dachte, es wäre mein Moment. Doch nach einigen Runden zerstörte Bulega meine Hoffnungen», lachte Montella in der Medienrunde am Sonntag. «Es hat sehr viel Spaß gemacht – ich habe gepusht und meine Pace war gut. Ich war noch nie so schnell.»
Am Ende wurde der Italiener im Superpole-Race hinter WM-Leader Nicolo Bulega Zweiter. «Ich bin sehr stolz. Natürlich wäre es schön, ein Rennen zu gewinnen, aber bevor ich ans Gewinnen denken kann, muss ich die Lücke zu den Spitzenreitern schließen. Ich war noch nie so nah dran wie hier in Donington. Ich bin stolz und glücklich über die Arbeit, die wir mit dem Team verrichten.»
Im zweiten Hauptrennen am Sonntagnachmittag konnte sich Montella lange Zeit hinter Bulega halten. Von hinten stürmte aber Lecuona heran, der von Startplatz 10 ins Rennen gehen musste. In der letzten Kurve der 16. Runde ging der Spanier dann an Montella vorbei. Montella überquerte die Ziellinie 6,850 sec hinter Sieger Bulega und 2,689 sec hinter Lecuona.
«Es war mehr oder weniger wie im Superpole-Race. Ich bin gut gestartet und versuchte, an Nicolo dranzubleiben. Ich gab mein Maximum», gab der 26-Jährige zu verstehen. «Ich war aber etwas überrascht, denn zu Beginn konnte ich ihm ziemlich leicht folgen – wir hatten dieselbe Pace. Ich hatte dann aber nicht erwartet, dass ich mit den Reifen so große Probleme bekomme. Am Ende versuchte ich, den Abstand zu Iker zu halten. Aber ohne die richtigen Waffen war es schwer. Am Ende musste ich das akzeptieren. Das Wochenende war positiv. Ich denke, dass wir nach Misano hier in Donington einen großen Schritt gemacht haben.»
Wie hat er den Kampf mit Bulega erlebt? «Es war kein Kampf, ich bin ihm einfach nur gefolgt», schmunzelte Montella. «Es war aber schön und es war das erste Mal, dass ich so nah dran war.»
Sind Bulega und Lecuona momentan fahrerisch auf einem anderen Niveau oder haben die Ducati-Werksfahrer einen klaren Vorteil auf der technischen Seite? «Ich denke, dass es eine Mischung ist», grübelte Montella. «Am Ende kommen wir näher ran und wir verbessern uns. Die beiden sind bereits auf einem Top-Level. Wenn sie bei 100 Prozent sind, bin ich etwa bei 94 oder 95 Prozent. Ich arbeite jedes Wochenende daran, um einen weiteren Schritt zu machen. Bezüglich meines Fahrstils sehe ich mir ihre Daten an – um zu verstehen, wie sie mit den Reifen oder dem Motorrad umgehen. Ich und mein Team arbeiten mit dem Bike, um uns zu verbessern. Heute war das Einzige, was mir fehlte, der richtige Umgang mit den Reifen. Der Speed war da, aber nur bis zur Mitte des Rennens. Nach elf Runden bekam ich Probleme – mehr als ich erwartete. Wenn ich aber an Iker zu Beginn des Jahres denke – er strauchelte auch immer am Ende des Rennens. Wir sind Fahrer und brauchen die Kilometer mit dem Bike, um zu verstehen, wie man sich auf dem Motorrad bewegt. Ich hoffe, dass ich von jetzt an bis zu den letzten Rennen mit diesen beiden Jungs kämpfen kann.»
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