Rookie Tommy Bridewell (Ducati) weiß genau: Er hat nicht mehr viele Jahre
Mit 37 Jahren fährt Tommy Bridewell seine erste volle Saison in der Superbike-WM. Der Ducati-Privatier möchte möglichst lange in der Weltmeisterschaft bleiben.
Tommy Bridewell hat es den besonderen Umständen zu verdanken, dass er die Superbike-WM 2026 bestreiten kann. Denn sein Ducati-Team Advocates Racing hatte den 37-Jährigen eigentlich für die britische Serie verpflichtet. Der Schwenk in die Weltmeisterschaft erfolgte spontan nach den ersten Testfahrten.
Mittlerweile sind sieben von zwölf Meetings bestritten und Bridewell hat sich als zuverlässiger Top-15-Pilot etabliert. Von den bisher vier einstelligen Ergebnissen ist Platz 5 im ersten Lauf in Aragon sein bisher bestes Finish. Das zeigt, dass der WM-Rookie mit den besten Kundenpiloten mithalten kann.
«Die Werkspiloten haben uns sicher etwas voraus, aber es ist nicht nur das Technische: Sie fahren schlicht und einfach außergewöhnlich gut. Wenn ich mir die Daten von Nicolò anschaue, sehe ich phänomenale Dinge, und auch Iker leistet hervorragende Arbeit auf dem Motorrad», betonte Bridewell im Gespräch mit SPEEDWEEK.com. «Aber in Most habe ich im zweiten Lauf immerhin Sam Lowes geschlagen, der in Aragon dritte Plätze eingefahren hat – es war aber erst mein zweites Mal in Aragon. Es ist klar, dass ich in manchen Bereichen Schwächen habe. Vielleicht ist Donington wiederum ein Vorteil für mich.»
Bridewell befindet sich im fortgeschrittenen Rennfahreralter und ist nach Álvaro Bautista der zweitälteste Pilot. «Es ist kein Geheimnis, dass ich einer der älteren Fahrer bin, und das stimmt mich manchmal etwas traurig. Ich habe einfach nicht mehr so viele Jahre, die ich meine Fitness und meine mentale Stärke auf diesem Level halten kann», bedauerte der Ducati-Pilot. «Natürlich werde ich versuchen, mich möglichst lange in diesem Paddock zu behaupten. Wenn man mich vorher nach meinen Zielen gefragt hätte, hätte ich wohl ‹nicht Letzter werden› geantwortet – aber in Aragon holte ich einen fünften Platz, was für ein Fortschritt. Als Team leisten wir wirklich herausragendes. Sogar Marco Zambenedetti von Ducati kam zu uns, um uns zu gratulieren. Wenn ich daran denke, muss ich jedes Mal lächeln, weil es großartig ist.
Bis zum Saisonende möchte Bridewell zu seinen Ducati-Kollegen Sam Lowes sowie Yari Montella und Lorenzo Baldassarri aufschließen. «Mein Wunsch und Ziel ist, bester unabhängiger Fahrer zu werden – in einem Rennen oder mehreren. Wenn wir das schaffen, bedeutet es, dass wir das Podium in Sicht haben, siehe Sam. Ich glaube, es fehlt gar nicht mehr viel», ist der Engländer überzeugt.
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