Bagnaia vor Q1: Kein Grip, Ratlosigkeit und Sarkasmus in der Ducati-Box
Ducati-Lenovo-Pilot Pecco Bagnaia bleibt Fan der Piste von Catalunya, doch sportlich geht für den Italiener nichts zusammen. Das MotoGP-Zeittraining beendete Bagnaia auf 12 – es geht ins Qualifying 1.
Bereits nach dem freien Training in Catalunya gab es in der Box von Ducati Lenovo nichts zu lachen. Neben der verwaisten Maschine von Marc Marquez rätselte die Techniker-Einheit um Pecco Bagnaia, wo der einstige Seriensieger eine Sekunde auf die Bestzeit verloren hatte. Bitte war Platz 17 auch deshalb, weil auf Platz 1 Alex Marquez, ebenfalls auf Ducati, geführt wurde.
Stunden später im Zeittraining ging es zunächst unverändert weiter. Die Ducati mit der Nummer 63 wurde lange auf Position 19 geführt, alle anderen Ducati-Piloten sowie Honda-Rookie Diogo Moreira fanden mehr Vertrauen ins Material. Das lag auch daran, dass Bagnaia die meiste Zeit in der Box stand. Bagnaia bedrückt: «Wir haben auch einfach viel Zeit verloren mit der Analyse, es ist kompliziert und ich wollte mit meinem Team unbedingt verstehen, was uns abhält, schneller zu fahren.»
Und was war das Problem? Bagnaia: «Kein Grip am Hinterrad! Ich hadere schon das ganze Jahr mit der Haftung am Hinterrad, aber hier ist es noch ausgeprägter. Sobald ich versuche, den Speed mit durch die Kurve zu nehmen, beginnt das Rad hinten, durchzudrehen. Und es geht schon vorher los – sobald ich am Eingang die Bremse loslasse, habe ich am Hinterrad viel Bewegung und wenig Haftung.»
Dazu kommt, der zweifache Weltmeister kann das Reifenmaterial nicht entsprechend zum Einsatz bringen. Der Turiner berichtete: «Es ist verwirrend. Ich war mit gebrauchten Reifen eigentlich gleich schnell wie mit den neuen Reifen. Mit dem soften Hinterrad ging es zwar eine ganze Sekunde schneller, aber in der letzten Attacke ging es wieder nicht entscheidend schneller.»
Gnadenlose Leistungsdichte
In besagter Schlussphase war die Ducati nach der Verbesserung in den Top 10 und damit kurzzeitig im Q2 angekommen. Doch die Konkurrenz legte nach und nach einer Stunde blieb dem einstigen Seriensieger auf der Desmosedici nur Platz 12. Auch Bagnaia wurde ein Opfer der gnadenlosen Leistungsdichte: Auf die Bestzeit, die nun aus der Gashand von KTM-Pilot Acosta kam, fehlten überschaubare 0,350 sec. Aber – zum Vergleich: Für Bagnaia wurde nun eine 1:39,060 min notiert – schon 2024 (!) kam Bagnaia fast eine halbe Sekunde schneller um die Strecke.
Bemerkenswert auch die Antwort Bagnaias auf die Frage, warum er während des Tages mit verschiedenen Aerodynamik-Paketen unterwegs war: «Wir haben ganz einfach nicht genug Teile. Marc hat in Jerez eine neue Verkleidung zerstört, ich eine in Le Mans – wir müssen mit den Restteilen arbeiten.» Zum Einsatz kam auch die in Jerez erstmals gefahrene neue Schwinge, doch die Meinung des Piloten dazu war wenig überzeugend: «So schön die Strecke in Barcelona, so sinnlos ist es, hier neue Teile zu testen, der Grip fehlt, um zu verstehen, ob die Schwinge Vorteile bringt.»
Bagnaias Sarkasmus wurde auch bei der letzten Frage nach einem frustrierenden Auftakt in Catalunya deutlich. Sind es vielleicht die kühlen Temperaturen, die eine bessere Leistung verhindern? «Ich fahre zu langsam, um das beurteilen zu können», lautete die Antwort des einzigen Piloten in Rot vor den Rennen 11 und 12.
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