Johann Zarco (Honda/5.) kritisch: «Wir zerstören grundlos Motorräder»
Frankreichs MotoGP-Routinier konnte sich mit dem letzten Schuss im Zeittraining das direkte Ticket für das Q2 am Samstag sichern. Johann Zarco zeigte danach ein Problem der Honda in Barcelona auf.
Johann Zarco aus dem italienischen Team Honda Castrol LCR von Lucio Cecchinello war am Freitagnachmittag auf dem Circuit de Catalunya von Barcelona der schnellste Honda-Fahrer im so wichtigen Zeittraining. Dem erfahrenen Franzosen, der in Le Mans zuletzt eine Enttäuschung erleben musste, fehlten in der engen Zeitenjagd am Ende lediglich 0,079 sec auf Bestzeithalter Pedro Acosta (Red Bull-KTM). Der Sprung auf Platz 5 stimmte Zarco zufrieden.
«Ich bin happy, dass mir diese Rundenzeit in der allerletzten Runde noch gelungen ist. Das war sehr gut! Barcelona ist eine Piste, die mir wirklich sehr viel Spaß macht. Ich denke, mein Fahrstil passt hier auch sehr gut. Ich würde mir aber dann doch noch ein bisschen mehr vom Motorrad erwarten. Ich weiß schon: Die Traktion und die Reifen sind für alle Fahrer hier in Barcelona dasselbe Problem. Ich kann aber erst gar nicht spielen, Gripverhältnisse hier geben das gar nicht her.»
Zarco fügte an: «Ich habe hier neben dem Grip noch ein anderes Problem. Die Honda hat sich in dieser Saison in der Beschleunigung und auf der Bremse verbessert, das hilft hier aber nicht. Ich denke, wir haben in den weit gezogenen Kurven Probleme. Wir müssen den Flow in den schnellen Kurven finden, um auf die guten Rundenzeiten zu kommen. Die Honda-Fahrer müssen hier sehr viel Einsatz aufwenden, um auf den weiten Radien die Linie zu halten. Wenn wir die Richtung hier besser steuern könnten, dann könnten wir auch den Reifenverschleiß und die Traktion viel besser kontrollieren.»
Der zweifache Moto2-Weltmeister gestand: «Wir hatten heute zwei komplett verschiedene Bikes in der Garage stehen – eines davon war dann aber deutlich besser. Das wird uns jetzt helfen, um weitere Informationen zu erhalten. Zur Reifen-Thematik in Barcelona und die hohe Zahl an Stürzen übers Vorderrad – insgesamt rutschten so sieben Fahrer aus – sagte der älteste Pilot der WM nur: Ich frage Michelin seit Jahren um eine andere Mischung am Vorderrad. So macht es in Barcelona einfach keinen Sinn – wir zerstören so grundlos Motorräder.»
Unter den Sturzkandidaten war auch Markenkollege Joan Mir. Der Mallorquiner aus der Werksmannschaft fuhr erst in die Top-5, flog kurz vor Ende ab, schafft es als Achter aber ebenfalls ins zweite Qualifying. Luca Marini und Teamkollege Moreira müssen dagegen versuchen, über das Q1 nachzurücken.
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