Martin zu Crash: «Kann mich glücklich schätzen, dass nicht mehr passierte!»
In Le Mans wurde Jorge Martin (Aprilia) nach seinen beiden MotoGP-Siegen als Held gefeiert. Am ersten Trainingstag in Barcelona stürzte der «Martinator» zweimal. Bei ihm wurden böse Erinnerungen wach.
Wie nah Freud und Leid beieinander liegen, musste Jorge Martin am Freitag in Barcelona schmerzlich erfahren. In Le Mans lieferte der Weltmeister von 2024 bei seinen beiden Siegen eine Show wie zu alten Zeiten ab.
Der «Martinator» surfte auf einer Erfolgswelle, die bis nach Barcelona reichen sollte. Der Trainingsfreitag startete zunächst gut für Martin. Bereits nach einigen Runden hatte er in der berühmten Kurve 5 seine Schulter auf dem Asphalt – auf dieses Foto warten die Fans jedes Jahr beim Großen Preis von Katalonien. Doch dann folgte der erste Dämpfer für den Spanier: 19 Minuten vor dem Ende des FP1 hatte er in Kurve 12 einen heftigen Abflug. Er rutschte in die Airfences – es war ein schmerzhafter Crash, Martin war sichtlich benommen und fasste sich an seinen linken Arm. Aprilia-Teammanager Paolo Bonora klärte später in der Aprilia-Box auf: Martin wurde bei seinem Crash von seiner RS-GP getroffen und habe deshalb Schmerzen in seinem linken Unterarm. Martin verzog sich nach seiner Rückkehr umgehend in seinen Truck – begleitet wurde er von MotoGP-Arzt Dr. Angel Charte. Wenige Minuten später folgte die Entwarnung, er hat keine Verletzungen davongetragen.
Im Zeittraining am Nachmittag folgte der nächste Rückschlag für Jorge Martin: Am Ende der Session landete er mit seiner RS-GP erneut im Kies. In Kurve 2 rutschte ihm das Vorderrad weg. Dieses Mal endete der Crash glimpflich – Martin sprang sofort in die Höhe, fluchte und fuchtelte wild mit seinen Armen umher. Die Frage, ob er sich bei seinem zweiten Abflug des Tages verletzte, war somit beantwortet – er hatte in erster Linie seelische Schmerzen erlitten. Das MotoGP-Zeittraining beendete Martin auf dem enttäuschenden 17. Rang, er muss am Samstag im Q1 ran.
«Mir geht es gut. Ich kann mich glücklich schätzen, das am Vormittag nicht mehr passiert ist. Es war ein sehr gefährlicher und beängstigender Crash. Ich war aber okay, um am Nachmittag zu fahren – körperlich fühle ich mich sehr gut», meinte Martin in der Medienrunde am Freitagabend. «Nach dem Sturz am Nachmittag habe ich jetzt einige Schmerzen an anderen Stellen. Wir werden das noch checken, aber ich denke, dass ich am Sonntag bei 100 Prozent bin.»
Erinnerungen an Luis Salom
In Kurve 12 ist die Streckenbegrenzung sehr nah. Dies wurde von den Fahrern in der Vergangenheit bereits mehrmals kritisiert.
Was war die Ursache für seinen Abflug in Kurve 12? «Ich hatte mehr Schräglage und ich habe auch härter gebremst als die Runde zuvor», gab der Aprilia-Pilot zu. «Ich war aber relaxed und habe nicht gepusht. Wir hatten aber am Vormittag große Probleme, um den Vorderreifen auf Temperatur zu bringen. Deshalb pushst du dann zu wenig und du kannst auch den Reifen nicht aufwärmen – es ist ein Kreislauf. Am Nachmittag war es dann gut, wir haben den Medium-Reifen verwendet.»
Nach seinem Crash am Vormittag wirkte Jorge Martin recht benommen. Spürt er wirklich keine Nachwirkungen? «Ich fühle mich sehr gut. Glücklicherweise haben wir großartige Ärzte und Physiotherapeuten. Am Nachmittag spürte ich gar nichts mehr vom ersten Sturz», so Martin.
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