Mission erfüllt: WM-Spitzenreiter Bezzecchi blieb sitzen – und fuhr ins Q2
Platz 7 für den WM-Leader – was nach dem Zeittraining zum Catalunya-GP wie eine Niederlage klang, war ein voller Erfolg. Zur Spitze fehlte Marco Bezzecchi nur gut eine Zehntel. Die Basis steht.
Zumindest am Trainingsfreitag in Barcelona schlug das MotoGP-Pendel im Aprilia-Werksteam nun wieder für Tabellenführer Marco Bezzecchi aus. Noch vor weniger Tagen hatte sich der Italiener dem stürmischen Boxennachbarn Jorge Martin beugen müssen, im Zeittraining hatte nun wieder Bezzecchi alles unter Kontrolle.
Während Martin in Catalunya gleich zweimal von der Aprilia flog und nur mit Glück einer weiteren Verletzung entging, hielt sich der Pilot aus Rimini schadlos. Nach Platz 5 im FP1 schloss Bezzecchi das Zeittraining als Siebter ab und war damit sicher im Q2. Und darum ging es, wie Bezzecchi bestätigte: «Das hatten wir uns vorgenommen – und wir haben es gut hinbekommen.»
Zur Erinnerung: Vor nicht einmal neun Monaten, beim Catalunya-GP 2025, erreichte Marco Bezzecchi in der Qualifikation nur Platz 12 und flog in beiden Rennen ab. Trotz des guten Auftakts muss der Auftritt relativiert werden. Denn auch aufgrund der kühlen Temperaturen war das Tempo nun insgesamt geringer als beim letzten Catalunya-Kräftemessen. Mit seiner Zeit des Vorjahres hätte Bezzecchi im Zeittraining 2026 souverän die Bestzeit besetzt.
Beim Stichwort Rundenzeiten zeigt sich die Ausgeglichenheit in der MotoGP. Als Siebter verlor Bezzecchi auf die Bestzeit von Pedro Acosta gerade einmal 0,121 sec. Alle fünf Hersteller landeten am Freitag in einem Zeitfenster von 0,201 sec.
Ähnliches Motorrad, besserer Stil
Marco Bezzecchi kommentierte seine Leistung von zwei Seiten: «Ich denke, das Motorrad hat sich im Vergleich zu 2025 gar nicht so sehr verändert. Sicher haben in einigen Bereichen Verbesserungen gegriffen, aber es wäre falsch zu sagen, dass es jetzt ein ganz anderes Motorrad ist. Der Unterschied ist, wie wir damit umgehen. Ich konnte meinen Fahrstil weiterentwickeln.»
Interessant: Marco Bezzecchi zählte am Freitag zu jenen Piloten, die die meiste Zeit mit dem weichen Hinterreifen verbrachten. Der Spitzenreiter der WM zur Vorgehensweise: «Es könnte schon eine Möglichkeit sein, mit dem weichen Reifen auch im GP-Rennen anzutreten. Wir haben Daten gesammelt, für eine Entscheidung ist es aber noch zu früh.»
In das Q2 am Samstagmorgen geht Marco Bezzecchi als zweitbester Aprilia-Pilot. Raul Fernandez brachte seine RS-GP auf Platz 4. Ein kleiner Schmerz, verglichen mit dem Umstand, dass WM-Verfolger Jorge Martin das Q2 genauso verpasste wie der in Barcelona besonders stark eingeschätzte Ai Ogura.
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