Aprilia-Ass Bezzecchi (1.) sicher: «Marc hat sich etwas zurückgehalten»
Marco Bezzecchi (Aprilia) war am Freitag in Aragon der schnellste Mann – obwohl ihm sein Knie große Schwierigkeiten bereitete. MotoGP-Champion Marc Marquez (Ducati) ist für ihn dennoch der Favorit.
Marco Bezzecchi war im Zeittraining in Aragon eine Hundertstelsekunde schneller als Alex Marquez und 0,038 sec schneller als Marc Marquez – so eng ging es an der Spitze noch nie zu an einem MotoGP-Freitag. Lange sah es danach aus, dass die Ducati-Piloten, insbesondere MM93, am Freitag unschlagbar sein würden, doch in den letzten Minuten der Session drehte «Bez» noch einmal so richtig auf mit seiner Aprilia RS-GP.
Seit seinem heftigen Crash auf dem Sachsenring, bei dem er sich das linke Schlüsselbein gebrochen hatte, hat Bezzecchi mit körperlichen Problemen zu kämpfen. Am meisten zu schaffen macht ihm aber das linke Knie, das er immer noch nicht richtig abwinkeln kann. Es sieht danach aus, dass ihn die Schmerzen in Aragon nicht stark beeinträchtigen? «Nein, es ist ein Problem. Mein Knie macht große Probleme», so der Italiener in der anschliessenden Medienrunde. «Damit müssen wir leben.»
Dennoch war er am Freitag sehr schnell. «Ich habe mich heute sehr gut gefühlt. Ich hatte ein gutes Gefühl mit dem Bike und ich bin am Morgen gut in den Tag gestartet», betonte Bezzecchi. Im FP1 am Freitagvormittag landete er auf Rang 3. «Zwischen den beiden Sessions konnte ich einen Schritt machen. Fahrerisch mache ich aber noch zu viele Fehler. Dazu kommt, dass die Schmerzen mit den ganzen Linkskurven nie komplett verschwinden. Ich fühle mich besser als in Silverstone, aber was die Schmerzen angeht, ist es in dieser Phase der Meisterschaft sehr hart. Die Knieverletzung zieht sich lange hin.»
Bezzecchi: «Am Samstag wird Marc der Mann sein, den es zu schlagen gilt»
Ändert die Knieverletzung seine Herangehensweise im Titelkampf? «Ich lebe momentan von Tag zu Tag. Vielleicht muss ich auch besser mit meiner Energie haushalten. Der Freitag ist beispielsweise der Tag, der einen am wenigsten fordert. Dennoch ist auch dieser Tag sehr anstrengend», grübelte Bezzecchi.
Die Strecke in Aragon bietet wenig Grip, was für die Fahrer jedes Jahr eine Herausforderung darstellt. «Die Streckenbedingungen sind hier immer sehr seltsam – und sie können sich rasch ändern. Dass Grip-Niveau ist nicht das Beste. Dazu kommt die Charakteristik dieses Kurses. Wenn du in Schräglage bremst, belastest du den Vorderreifen nie richtig», analysierte der 27-Jährige. «Aber ich bin zufrieden. Marc hat sich auch etwas zurückgehalten, weil er die zweite Zeitenjagd nicht gemacht hat. Ich bin mir sicher, dass er am Samstag der Mann sein wird, den es zu schlagen gilt.»
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