Marc Marquez in Aragon «im Angriffsmodus», aber Aprilia holte die Bestzeit
Marc Marquez landete am MotoGP-Freitag in Aragon auf Platz 3 – nur 0,038 Sekunden fehlten zur Spitze. Dabei hielt sich der Ducati-Star keineswegs zurück: «Ich muss attackieren.»
Marc Marquez hatte vor dem MotoGP-Wochenende in Aragon die Favoritenrolle inne. Der Spanier fühlt sich auf Kursen, die gegen den Uhrzeigersinn befahren werden, traditionell besonders wohl und
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Besonders bemerkenswert war die starke Form von Aprilia. Aragon zählte in der Vergangenheit nicht zu den Paradestrecken der RS-GP. Doch mit weiteren Updates konnte das Paket verbessert werden. Während Ducati die Entwicklung der Desmosedici GP26 praktisch eingestellt hat,
Marquez ist schnell, aber bisher nicht so dominant wie erwartet
Grund zur Beunruhigung gab es für Marquez dennoch nicht: Gerade einmal 0,038 Sekunden fehlten ihm zur Spitze. «Ich bin unter dem Rundenrekord geblieben, aber trotzdem nicht der Schnellste. Das bedeutet, dass alle extrem schnell unterwegs sind und die Abstände sehr gering sind», stellte der Ducati-Werkspilot fest. «Es wird ein hartes Wochenende. Aber wir kämpfen mit den Spitzenfahrern, und das ist das Wichtigste.»
Das wichtigste Tagesziel hatte Marquez ohnehin souverän erreicht. Mit Platz 3 zog er direkt ins Q2 ein und ersparte sich damit den Umweg über Q1. Bereits in Silverstone hatte der Spanier erklärt, von Beginn an mit 100 Prozent attackiert zu haben. Doch dafür zahlte er am Renntag einen hohen Preis, weil ihm die Kräfte ausgingen. In Aragon änderte er an dieser Herangehensweise nichts. «Auf dieser Strecke muss man attackieren, also muss ich attackieren. Wir werden sehen, wie ich das überstehe», grinste Marquez.
Die Charakteristik des MotorLand kommt ihm dabei entgegen. «Es ist eine Strecke mit vielen Linkskurven und auch die meisten harten Bremspunkte befinden sich auf der linken Seite. Deshalb glaube ich nicht, dass es ein Problem sein wird. Aus diesem Grund war ich bereits ab dem FP1 im Angriffsmodus.»
Ducati-Abstimmung bereits am Limit: Es geht um die Details
Große Baustellen sieht Marquez an seiner Ducati nach dem Freitag nicht. Vielmehr geht es für den WM-Leader darum, an Details zu feilen. «Es sind nur noch Kleinigkeiten. Die Basis des Motorrads ist gut, ich fühle mich wohl und wir verändern nur kleine Dinge. Morgen früh müssen wir noch etwas ausprobieren, um zu sehen, ob ich damit ein bisschen schneller sein kann.»
Besonders zufrieden zeigte sich Marquez mit seiner Konstanz. «Dass ich sehr konstante Rundenzeiten fahren kann, bedeutet, dass ich mich auf dem Motorrad wohlfühle.» Als größte Gegner für den weiteren Verlauf des Wochenendes hat Marquez vor allem die beiden Fahrer im Blick, die am Freitag vor ihm landeten. «Bezzecchi und Alex – besonders diese beiden fahren momentan sehr stark», erklärte der 33-Jährige. Gleichzeitig warnte er davor, die Konkurrenz auf dieses Duo zu reduzieren: «Es ist erst Freitag. Wir dürfen Martin und Di Giannantonio nicht vergessen.»
Eine zusätzliche Unbekannte sind die steigenden Temperaturen. «Wir müssen verstehen, wie es mit mehr Temperatur auf der Strecke aussehen wird, denn im Laufe des Wochenendes wird es wärmer.»
Positiv äußerte sich Marquez über den Zustand der Strecke. Der neue Asphalt bietet viel Grip und präsentiert sich gleichzeitig sehr eben. «Jeder Asphalt ist anders. In Le Mans ist der Grip zum Beispiel extrem hoch, aber wenn das Motorrad rutscht, passiert das sehr abrupt. Hier ist der Grip ebenfalls sehr gut und auch der Übergang ins Rutschen ist schärfer.»
Als Gegenbeispiel nannte Marquez Barcelona, wo das Gripniveau deutlich niedriger sei, das Motorrad dafür aber sanfter zu rutschen beginne. «Daran muss man sich gewöhnen. Aber wie wir heute gesehen haben, ist es hier sehr schön zu fahren, weil es keine Bodenwellen gibt und der Grip überall konstant ist.»
Funksystem: Marquez erwartet «bessere Show»
Am Rande des sportlichen Geschehens äußerte sich Marquez auch zum neuen Funksystem der MotoGP. Seine individuell angepassten Ohrstöpsel besitzt er noch nicht, am Donnerstag wurde dafür zunächst ein Abdruck seiner Ohren angefertigt.
Vom grundsätzlichen Konzept hält der Ducati-Star dennoch einiges – zumindest aus Sicht der Zuschauer. «Für die Show wird es besser sein. Ob es wirklich nützlich sein wird oder nicht, weiß ich nicht. Aber für die Show ist es auf jeden Fall gut, denn die Leute wollen solche Dinge sehen.»
Starker Zarco: Marquez lobt «die alte Schule»
Überrascht zeigte sich Marquez zudem vom starken Comeback von Johann Zarco. Nach dreieinhalb Monaten Pause schaffte es der Franzose als Zehnter direkt ins Q2 und war damit bester Honda-Pilot.
«Manchmal sieht es so aus, als würden wir immer langsamer, je mehr wir fahren. Und wenn man eine Pause macht, ist man plötzlich schnell», scherzte Marquez mit Blick auf Zarco und Rückkehrer Fermin Aldeguer. Besonders für den LCR-Piloten freute er sich: «Zwischendurch sah es so aus, als würde er die komplette Saison verpassen. Jetzt ist er hier, steht im Q2, ist bester Honda-Pilot und der einzige Honda-Fahrer im Q2. Die alte Schule funktioniert also immer noch.»
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