Langsamste Aprilia: Warum Jorge Martin (11.) den Fehler beim Motorrad sieht
Jorge Martin verpasste in Brünn den direkten Q2-Einzug und kämpfte mit der Front seiner Aprilia. Der Spanier beschäftigte sich am Freitag intensiv mit der Long-Lap-Schleife und sorgte für Aufregung.
Nur Platz 11 im
Der Freitag verlief für Martin alles andere als problemlos. Bereits am Vormittag verlor der Spanier durch ein technisches Problem wertvolle Trainingszeit, nachdem er seine RS-GP vorzeitig abstellen musste. Trotzdem zog er ein positives Fazit hinsichtlich seiner körperlichen Verfassung.
Aggressiv und spektakulär, aber nicht schnell genug
Auffällig war, wie hart Martin auf seiner Aprilia zu kämpfen hatte. Während seine Markenkollegen ihre Runden wie auf Schienen abspulten, wirkte Martins Fahrweise deutlich aggressiver. «Ehrlich gesagt hatte ich viel Spaß auf dem Motorrad. Ich war die ganze Zeit am Limit. Körperlich fühle ich mich deutlich besser, als ich erwartet hatte, und das ist wirklich positiv», erklärte der angeschlagene Spanier. «Auf dem Motorrad spüre ich überhaupt keine Einschränkungen. Abseits der Strecke habe ich natürlich Schmerzen, aber auf der Strecke ist alles in Ordnung.»
Die Ursache für den verpassten Q2-Einzug sieht der Aprilia-Pilot deshalb nicht bei seiner Fitness. Stattdessen beklagte er erneut die fehlende Rückmeldung der Front, ein Problem, das ihn bereits seit mehreren Rennwochenenden begleitet.
Kein Gefühl für die Front: Problem am Bike?
«Während des gesamten Trainings hatte ich ein sehr schlechtes Gefühl für die Front. Ich denke, dass es ein Problem mit dem Vorderreifen gab. Dadurch habe ich das Vertrauen verloren», schilderte Martin. Als es im Zeittraining auf die entscheidenden Runden ankam, habe ihm deshalb die letzte Überzeugung gefehlt. «Ich habe mich zwar mit jedem Run verbessert, aber ich hatte nicht diesen Funken, um wirklich zu pushen. Deshalb konnte ich den Einzug ins Q2 nicht schaffen.»
Besonders auffällig: Während Martin mit seiner Aprilia Rückstand hatte, gaben seine Markenkollegen an der Spitze das Tempo vor. Ai Ogura und Marco Bezzecchi lagen vorn. «Wenn ich sehe, wie schnell die anderen Aprilia-Fahrer unterwegs sind, dann bin ich sicher, dass an meinem Motorrad etwas nicht gestimmt hat», bemerkte er.
Auf die Frage, ob es sich um dasselbe Problem wie zuletzt in Mugello und im Balaton Park handelt, antwortete Martin eindeutig: «Ja, das zieht sich schon über einige Rennen hinweg. Es war in Mugello so, dann im Balaton Park und jetzt hier wieder ein ähnliches Problem an der Front. Ich verstehe nicht wirklich, warum das so ist. Wir müssen die Daten analysieren und herausfinden, was genau passiert.»
Intensives Long-Lap-Training sorgte für Aufregung
Zusätzliche Aufmerksamkeit erhielt Martin durch seine zahlreichen Fahrten durch die Long-Lap-Schleife. Der Aprilia-Pilot muss im Grand Prix am Sonntag zwei Long-Lap-Penaltys absolvieren, nachdem er vor zwei Wochen im Balaton Park den folgenschweren Startunfall verursacht hatte.
Mehrfach probierte der Spanier unterschiedliche Linien aus und fuhr dabei auch über die grüne Fläche. Hintergrund war eine zunächst missverständliche Auslegung der Streckenbegrenzung.
«Man hatte mir gesagt, dass ich auf die grüne Fläche fahren darf, also habe ich das ausprobiert. Danach haben sich einige Teams darüber beschwert und dann wurde mir gesagt, dass es doch nicht erlaubt ist», erklärte Martin.
Die Strafe selbst bereitet ihm allerdings keine großen Sorgen. «Ich hoffe, dass ich pro Long-Lap nur etwa 1,5 Sekunden verliere. Das ist kein Drama. Ich denke sogar, dass es eine der schnellsten Long-Lap-Passagen im gesamten Kalender ist.»
Deshalb nutzte Martin nahezu jede Gelegenheit, um die Linie zu säubern und weitere Erfahrungen zu sammeln. «Am Morgen war sie wirklich sehr schmutzig. Mit jeder Runde wird es etwas besser. Bei jeder Ein- und Ausführungsrunde fahre ich durch die Long-Lap und inzwischen fühlt sie sich deutlich besser an als am Morgen.»
Trotz des verpassten Q2-Einzugs blickt Martin optimistisch auf den weiteren Verlauf des Wochenendes. Seine körperliche Verfassung verbessert sich nach eigener Aussage täglich. «Ich fühle mich jeden Tag besser und bin wirklich optimistisch. Ich denke, wenn alles gut läuft und ich nicht wieder stürze, kann ich in Assen wieder bei 100 Prozent sein. Deshalb hoffe ich, dass es an diesem Wochenende keine weiteren Einschränkungen geben wird.»
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