Leistungskrise von Williams hält an: Verliert Carlos Sainz bald die Geduld?
Das Williams-Team muss einige bittere Pillen Schlucken, nachdem es mit einem zu schweren Auto verspätet in die Vorsaison gestartet ist. Carlos Sainz sprach nach dem Barcelona-Heimspiel Klartext.
Als sich Carlos Sainz entschied, dem Ruf von Williams-Teamchef James Vowles zu folgen, war dem Spanier klar: Das Team würde eine Weile brauchen, um den Plan vom Rückkehr an die Spitze des Feldes umzusetzen. Dennoch beteuerte der bei Ferrari zu Gunsten von Lewis Hamilton gefeuerte Formel-1-Star, dass er an das Projekt glaubt und über die nötige Geduld verfügt, um auf die Fortschritte zu warten.
Das war aber bevor er wusste, dass die Mannschaft aus Grove verspätet in die neue Formel-1-Ära starten würde. Und zu allem Überfluss war das Auto auch deutlich übergewichtig, als der erste GP anstand. Entsprechend hart wird nun hinter den Kulissen gearbeitet, um die Leistungsfähigkeit des FW48 zu verbessern. Doch die Leistungskrise hält vorerst an, und die Aussagen von Sainz werfen die Frage auf: Verliert der Sohn der gleichnamigen Rallye-Legende langsam die Geduld?
Denn Sainz erklärte zwar: «Ich weiss, dass ein Update in Arbeit ist, und normalerweise funktionieren diese bei diesem Team auch.» Er betonte aber auch gewohnt nüchtern: «Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob es reichen wird, um den Rückstand aufzuholen, den wir auf dieser Art von Strecke haben. Wir müssen noch härter arbeiten als wir es eh schon tun.»
Grosser Rückstand, trübe Aussicht
Der 31-Jährige, der in Barcelona mit zwei Runden Rückstand auf Sieger Lewis Hamilton als Zwölfter ins Ziel kam, rechnete auch vor: «Wir dürfen nicht vergessen, dass Barcelona eine sehr gute Rennstrecke ist, um die Leistung eines Autos zu messen. Wir lagen zwischen 1,6 und 1,9 Sekunden hinter den Spitzenreitern und fast sechs oder sieben Zehntel hinter den ersten Autos aus dem Mittelfeld.»
«Die Lücke zum Mittelfeld ist in etwa so, wie wir es uns vorgestellt haben. Wir tun uns schwer mit den mittelschnellen und schnellen Kurven, das hat sich schon in Suzuka gezeigt, da waren wir wirklich weit vom Mittelfeld entfernt, uns fehlte eine halbe Runde», klagte Sainz. Entsprechend vorsichtig fällt seine Prognose für die kommenden Rennen aus: «In Spielberg sollte es etwas besser werden, aber das ist nicht so ermutigend, denn danach folgen wieder Strecken, auf denen wir leiden werden.»
«Wir dürfen nicht ausser Acht lassen, dass es für uns gute und schlechte Rennstrecken gibt. Nach dem Red Bull Ring sind wir in Silverstone unterwegs, und das wird noch härter werden als hier in Barcelona. Es ist nur eine vorübergehende Erleichterung, nach Kanada, Monaco und Österreich zu fahren. Denn dann stehen Silverstone, Spa und Ungarn auf dem Programm», warnte der vierfache GP-Sieger.
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