Marc Marquez erklärt Brünn-Stürze: «Der Kopf wollte mehr als der Körper»
Marc Marquez stürzte am Trainings-Freitag der MotoGP in Brünn zweimal und kämpft weiter mit den Folgen seiner Verletzung. Der Ducati-Star stapelt tief und sieht sich nicht auf dem Podium.
Marc Marquez beendete das
Das Ergebnis erhielt zusätzliche Bedeutung, weil Marquez erneut mit seiner körperlichen Verfassung zu kämpfen hatte. Zudem stürzte der Weltmeister am Freitag gleich zweimal. Am Vormittag rutschte er in Kurve 7 ins Kiesbett, am Nachmittag erwischte es ihn im Zeittraining noch einmal in Kurve 11. Beide Zwischenfälle verliefen glimpflich.
Marc Marquez kann sich seine Stürze erklären
Den ersten Sturz erklärte Marquez mit einer Kombination aus Fahrfehler und den Nachwirkungen seiner Verletzung. «Der Fehler begann bereits in Kurve 6. Danach habe ich in Kurve 7 nicht nachgegeben, obwohl ich es hätte tun sollen», schilderte er. «Das war das erste Mal, dass ich wirklich gepusht habe. Der Kopf wollte mehr, aber der Körper ist nicht gefolgt.»
Auch der zweite Sturz ereignete sich in einer Linkskurve. Dort versucht Marquez bewusst, Kraft für die anspruchsvolleren Rechtskurven zu sparen. «Das ist der Bereich, in dem ich etwas entspanne, um Energie für die Rechtskurven aufzusparen. Aber mit diesem Motorrad muss man permanent mit hoher Intensität fahren. Mal sehen, ob ich das morgen steigern kann.»
Marquez sprach von einem wechselhaften Trainingstag. Besonders bemerkenswert: Sein bestes Gefühl hatte er gleich zu Beginn des Tages. «Im ersten Run am Morgen hatte ich das beste Gefühl, das ich in dieser Saison bisher hatte», verriet der Ducati-Pilot. «Doch im Laufe des Tages wurde es immer schlechter. Deshalb habe ich versucht, Energie zu sparen und die Rundenzeiten zu kontrollieren. Aber das ist unglaublich schwierig.»
Das Layout in Brünn bringt Marquez an seine Grenzen
Der Grund dafür liegt in seiner körperlichen Verfassung. Noch immer muss Marquez seine Belastung sorgfältig einteilen. «Ja, ich muss Energie sparen. Deshalb müssen wir schauen, wie es am Samstag und Sonntag aussieht. Hier ist die Belastung für den rechten Arm deutlich höher als zuletzt im Balaton Park.»
Das Layout der flüssigen Strecke in Tschechien stellt den Spanier vor andere Herausforderungen als die vergleichsweise langsame Strecke in Ungarn, auf der er vor zwei Wochen Sprint und Grand Prix gewann. Während im Balaton Park vor allem die linke Körperseite belastet wurde, fordert Brünn verstärkt die rechte Seite.
«Brünn ist nicht so anstrengend wie Mugello, aber auch nicht so einfach wie der Balaton Park», erklärte Marquez. «In Ungarn wurde vor allem die linke Körperseite beansprucht, hier nutze ich deutlich mehr die rechte Seite. Ich spüre das, aber es ist weniger belastend als Mugello. Deshalb fühle ich mich besser.»
Davide Tardozzi musste den Weltmeister bremsen
Bemerkenswert war auch, dass Ducati-Teammanager Davide Tardozzi seinen Fahrer kurz vor Ende des Trainings dazu aufforderte, kein weiteres Risiko einzugehen. Marquez bestätigte, dass dies ohnehin Teil seines Plans gewesen sei.
«Ich wollte nur einmal auf Zeitenjagd gehen und danach Energie sparen. Es ging nicht darum, die Reifen zu schonen. Davon haben wir genug. Ich wollte das Risiko für morgen minimieren», erklärte er. «Davide und Ducati kennen meine körperliche Situation. Sie versuchen, mich zu schützen. Gleichzeitig wissen sie aber auch, dass es schwierig ist, meinen Instinkt zu kontrollieren, sobald das Visier unten ist.»
Genau darin sieht Marquez aktuell seine größte Herausforderung. «In Mugello war es einfacher, geduldig zu bleiben. Hier ist es schwieriger, weil man näher an den Schnellsten dran ist. Dann wird es schwieriger, den Instinkt zu kontrollieren. Aber ich muss das schaffen.»
Trotz aller Einschränkungen blickt der Spanier optimistisch auf den weiteren Verlauf des Wochenendes. Für das Qualifying hat er ein klares Ziel formuliert: «Die ersten beiden Startreihen.»
Für Sprint und Grand Prix hält Marquez ein Top-5-Ergebnis für realistisch. Von einem Sieg oder einem Podium sprach der Titelverteidiger am Freitag nicht.
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