Luca Marini staunt über Michelin: «Die Probleme waren plötzlich weg!»
HRC-Pilot Luca Marini wurde beim MotoGP-Heimrennen von Honda Zehnter. Der harte Hinterreifen überraschte ihn mit viel Grip. Für den Wechsel zu Pirelli 2027 zieht er daraus eine wichtige Lehre.
Luca Marini beendete das MotoGP-Wochenende in Motegi mit einem versöhnlichen Ergebnis und einer überraschenden Erkenntnis. Der Honda-Werkspilot wurde im Grand Prix Zehnter und kam 25,7 Sekunden hinter Sieger Marc Marquez (Ducati) ins Ziel. Nach anhaltenden Gripproblemen am Freitag und Samstag brachte ausgerechnet der harte Hinterreifen am Sonntag eine deutliche Verbesserung.
Auf Grund der Schwierigkeiten mit der Reifenhaltbarkeit im Sprint entschieden sich alle MotoGP-Piloten für den Grand Prix für die harte Mischung am Hinterrad. Die vermeintlich konservative Wahl erwies sich als deutlich leistungsfähiger und unproblematischer als erwartet. Marini war regelrecht begeistert.
«Er war fantastisch! Unglaublich!», so Marini. «Wir verstehen noch nicht, warum. Michelin versteht es vermutlich auch nicht, doch der Reifen funktionierte so gut. Wenn man uns am Freitag stärker gedrängt hätte, ihn zu probieren, dann wäre er vielleicht sogar eine Option für das Qualifying und den Sprint gewesen. Das ist etwas, das sie untersuchen müssen.»
Selten vereint: Haltbarkeit und Performance
Für den Italiener ging es dabei um mehr als die Haltbarkeit über die volle Renndistanz. Der Reifen lieferte ihm jenen Grip, den er zuvor vermisst hatte. Damit änderte sich auch sein Eindruck vom Motorrad grundlegend.
«Sie haben meiner Meinung nach einen fantastischen Reifen für diese Strecke entwickelt. Ich beschwerte mich das gesamte Wochenende über den Grip. Doch als ich den Reifen am Morgen verwendete, fand ich unglaublich viel Grip vor. Die Probleme des Motorrads waren plötzlich weg. Alles funktionierte gut.»
Warum die harte Mischung ausgerechnet in Motegi so überzeugte, konnte Marini unmittelbar nach dem Rennen noch nicht erklären. Mit dem Reifen hatte er bereits Erfahrungen gesammelt, die ihn nicht auf diese Leistung vorbereitet hatten: «Wir hatten diesen Reifen bereits auf anderen Strecken, doch da funktionierte er nie so gut wie hier.»
Test aller Reifenoptionen in Zukunft noch wichtiger?
Die Erfahrung ist für Marini auch mit Blick auf den Wechsel zu Pirelli 2027 eine wichtige Lektion. Wenn künftig bei jedem Grand Prix drei Mischungen zur Auswahl stehen, will er alle vor den Rennen ausprobieren. So soll verhindert werden, dass eine aussichtsreiche Option zu spät entdeckt wird. «In Zukunft müssen wir clever sein. Wir müssen alles probieren. Im kommenden Jahr werden wir jedes Mal drei Mischungen haben und müssen das bedenken.»
Die Begeisterung über den Hinterreifen bedeutete allerdings nicht, dass Marini mit seinem Grand Prix uneingeschränkt zufrieden war. Platz 10 brachte ihm sechs WM-Punkte, doch der Rückstand auf die Spitze blieb beträchtlich. Immerhin gelang ihm nach den Problemen der vorherigen Tage ein ordentlicher Abschluss.
«Das Rennen verlief okay, es war aber nichts Besonderes aus meiner Sicht. Platz 10 nach den Problemen, die ich bis zum Sonntagmorgen hatte, ist ein Ergebnis, das uns fröhlich nach Indonesien reisen lässt.»
Honda bestritt den Heim-Grand-Prix zudem in besonderen Farben. Das Werksteam erinnerte mit einem von der RC181 inspirierten Spezialdesign an den Einstieg des Herstellers in die Königsklasse vor 60 Jahren. Die historische 500er war 1966 erstmals angetreten.
Für Marini blieb neben den WM-Punkten vor allem die Erkenntnis, wie stark die Reifenwahl das Verhalten seiner RC213V beeinflusste. In Mandalika und bei den kommenden Rennen dürfte er deshalb genauer hinschauen, bevor eine Mischung aus der engeren Auswahl fällt.
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