Raul Fernandez (2.): «Ich weiß nicht, wie heiß der Hinterreifen war!»
Trackhouse-Aprilia-Fahrer Raul Fernandez sicherte sich im MotoGP-Zeittraining in Assen Platz 2. Der Spanier analysierte danach die mehrfachen Abflüge per Highsider.
Die MotoGP erlebte am Freitag zum Auftakt der Dutch TT in Assen eine eindrucksvolle Aprilia-Dominanz. Einer, der dafür verantwortlich war, war der Spanier Raul Fernandez auf der Aprilia RS-GP des Teams Trackhouse. Als Zweiter im Zeittraining am Freitagnachmittag büßte er nur 0,177 Sekunden auf seinen italienischen Markenkollegen Marco Bezzecchi aus dem Werksteam ein.
Der 25-jährige Fernandez, der beim Trackhouse-Team für die Saison 2027, wie Neuankömmling Enea Bastianini, noch nicht bestätigt wurde, analysierte nach der Nachmittagssession seinen Tag so: «Ich bin wirklich happy. Das Gefühl ist auf dem Motorrad fast gleich gut wie bei den vorangegangenen Wochenenden. Ich kann die Bremse ohne Stress loslassen und dann guten Kurvenspeed fahren.»
Fernandez gestand aber hinsichtlich der körperlichen Anstrengungen seit Brünn: «Vor dem FP1 am Vormittag war ich etwas nervös, weil ich nicht wirklich wusste, ob ich bereit bin. Aber ich habe mich gut erholt – wir haben wirklich einen guten Job gemacht. Die Streckenverhältnisse waren schwierig. Der Hinterreifen hat geschmiert, speziell der Medium-Reifen. Wahrscheinlich gab es deswegen viele Highsider. Das ist eigentlich nicht normal in Assen. Man erwartet auch niemals solche Wetterverhältnisse in Assen.» Und Fernandez ergänzte: «Ich weiß nicht, wie heiß der Hinterreifen war – auch wenn ich es wüsste, würde ich es nicht sagen.»
Zum Reifenlieferanten sagte der Spanier: «Sie machen bei Michelin einen guten Job. Wir fahren fast gleich schnell wie im Vorjahr. Man kann nichts sagen gegen ihren Plan. Wie im Sport – jeder versucht sein Bestes zu geben. Sie versuchen, die besten Reifen zu bringen, aber mit diesen Verhältnissen hat keiner gerechnet.»
Dann verriet Fernandez: «Alle fragen nach dem Motorrad. Aber auch der Fahrer macht etwas aus. Bezzecchi und Ai nehmen mir im letzten Sektor zwei Zehntel ab. Fabiano Sterlacchini legt in diesem Jahr den Fokus auf den letzten Sektor. Und auch die Fahrer haben einen Schritt gemacht. Ai und Marco managen das wirklich gut, sie können vor der Schikane sehr spät reinbremsen. Auch die Fahrer machen noch einen Unterschied.»
Zu den Startübungen ohne Start-Device merkte Fernandez an: «Ich habe mich seltsam gefühlt. Das Ziel ist es aber natürlich, langsamer in Kurve 1 anzukommen. Hier in Assen wird das Vorderrad nicht blockieren, aber in Silverstone ist die Gefahr größer. Man kann so jedenfalls besser die Verzögerungsphase kontrollieren – mit dem Device fühlt es sich schon seltsam an, weil die Gabel nicht arbeitet.»
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