Euro Moto Superbike
Lukas Tulovic und der Hausaufgaben-Vergleich bei der Euro Moto in Most
Das Reifenmaterial spielt bei jedem Rennen eine Rolle. Doch bei Temperaturen um die 40 Grad ist auch die Sicherheit der Euro Moto-Piloten ein Thema. Pirelli reagiert und ergreift Maßnahmen.
Vor dem Rennwochenende erhielten die Teilnehmer der Euro Moto-Klassen Post vom Haus- und Hoflieferanten der Serie. Alle sind mit den Reifen von Hersteller Pirelli unterwegs und für Most wurden spezielle Spielregeln aufgestellt. Der Streckenverlauf und die Asphaltzusammensetzung der Rennstrecke in Most stellen erhöhte Anforderungen an die Reifen und deren Leistung, war bei den Hinweisen des Herstellers zu lesen. Daher hat bei der Auswahl der zu verwendenden Mischungen die Sicherheit der Fahrer neben der Leistung eindeutig oberste Priorität.
Folglich stehen bei der Meisterschaftsrunde in Most ausschließlich die folgenden Hinterreifenspezifikationen zur Verfügung:
Superbike: 200/65R17 Diablo Superbike (D0922)
Superstock: 200/65R17 Diablo Superbike (D0922)
Supersport: 190/60 R17 Diablo Superbike SC0 und SC1
Somit dürfen ausschließlich diese spezifizierten Reifen verwendet werden; andere Mischungen sind nicht zulässig. Dies gilt auch für die freien Trainings am Freitag. Der D0922 ist der Reifen, der bereits Anfang des Jahres beim WSBK-Lauf in Most erfolgreich eingesetzt wurde. Er gehört zur SC1-Familie und hat die gleichen Abmessungen wie die Standardgröße 200/65 R 17. Anders als in der vergangenen Saison muss der D0922 nicht an den Pirelli Race Service zurückgegeben werden und darf im Besitz der Teams oder Fahrer verbleiben. Der empfohlene Reifendruck für alle drei Klassen im warmen (beheizten) Zustand beträgt 1,65 bis 1,80 bar. Der Mindestdruck von 1,65 bar muss jederzeit eingehalten werden.
Wayne Doran, Pirelli Racing Manager für nationale Rennserien und Talent Cups war so freundlich, SPEEDWEEK.com noch ein paar Details genauer zu erklären. «Zweifellos spielt die Temperatur – und insbesondere extreme Temperaturen – bei der Reifenwahl für jedes Rennen eine wichtige Rolle; man muss jedoch zunächst bedenken, dass aufgrund des Streckenlayouts von Most und des besonders aggressiven Asphalts die Reifenwahl von entscheidender Bedeutung ist. Aus diesem Grund suchen wir nach einer Lösung, bei der Sicherheit und Stabilität Vorrang vor reiner, kompromissloser Performance haben. »
In der Euro Moto Superbike stehen ja keine Extra-Reifen zur Verfügung. Welche Standard-Reifen empfiehlst du den Fahrern? «Bei der Euro Moto knüpfen wir direkt an unsere umfangreichen Erfahrungen aus der WSBK an und werden dieselbe Reifenspezifikation einsetzen, die wir bereits bei der Weltmeisterschaftsrunde in Most zu Beginn des Jahres erfolgreich verwendet haben – für die Superbike-Klasse werden wir ausschließlich die D0922 SPEC verwenden.»
Was gilt es bei solchen Temperaturen noch zu beachten z.B. beim Reifendruck oder beim Vorheizen? «Es ist bei allen Teams der Euro Moto gängig, Reifenwärmer zu verwenden, um die Reifen vor dem Einsatz vorzuwärmen und alle Teams dieser Serie verfügen über umfangreiche Erfahrung mit den korrekten Aufwärmverfahren. Wir haben außerdem einen Techniker an der Rennstrecke, der die Euro Moto begleitet und er steht den Fahrern und Teams jederzeit zur Verfügung, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. Was den Reifendruck angeht, kann man die Notwendigkeit, die von Pirelli vorgeschriebenen Richtlinien zu befolgen, gar nicht genug betonen und es ist zwingend vorgeschrieben, keine Luftdrücke unterhalb des angegebenen Mindestwerts von 1,65 bar zu verwenden.»
Inwieweit beeinflusst der Asphalt von Most den Verschleiß der Reifen? «Für die meisten geht es dabei weniger um den Verschleiß, sondern vielmehr um eine extreme Wärmeentwicklung in einem sehr schmalen Bereich der Reifenoberfläche, die durch Kurven mit konstantem Radius bei sehr hoher Geschwindigkeit verursacht wird, dies führt zu einer erhöhten Belastung der Reifen.»
Wie groß ist der Vorteil für Piloten, die in Sachen Reifen-Management während des Rennens schon mehr Erfahrung haben? «Dafür gibt es keine Formel, aber gesunder Menschenverstand ist oft sehr hilfreich. Man kann mit Sicherheit sagen, dass nur sehr wenige Marathons dadurch gewonnen werden, dass man das gesamte Rennen über sprintet, aber ehrlich gesagt: Wenn Fahrer und Teams die Grundsätze eines guten Aufwärmprozesses befolgen und den richtigen Reifendruck wählen, sollte man sich über das spezielle Reifenmanagement keine allzu großen Sorgen machen müssen
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