Supersport-WM • Neu
Donington, Lauf 1: Booth-Amos (Triumph) mit Heimsieg – Philipp Öttl 6.
Nach dem ersten Lauf der Frauen-Weltmeisterschaft in Donington Park spielten sich herzzerreißende Szenen ab. Beatriz Neila konnte nach ihrem von Maria Herrera verursachten Sturz kaum beruhigt werden.
Als sich Maria Herrera im Parc fermé für ihren sechsten Saisonsieg feiern ließ, stand Beatriz Neila im Fahrerlager der Frauen-Klasse vor dem Bildschirm, schaute sich die Wiederholung an, wie sie im Rennen von ihrer Landsfrau abgeräumt wurde – und war außer sich. Keine andere im Paddock kann sich so überschwänglich über Erfolge freuen wie Bea, ebenso emotional war ihre Reaktion auf die größte sportliche Enttäuschung ihrer Karriere – sie konnte kaum beruhigt werden.
Vor den Rennen in England lag Herrera in der Gesamtwertung 24 Punkte vor Neila, bei noch 100 Punkten, die es zu holen gab. Gleich in der ersten Runde kam es in Kurve 7 zum möglicherweise WM-entscheidenden Vorfall zwischen den beiden Rivalinnen aus Spanien. Herrera und Neila fuhren beim Einbiegen in die Kurve nebeneinander, Herrera gab Neila unbeabsichtigt einen Schubser, woraufhin dieser das Vorderrad wegrutschte und sie ins Gras neben der Strecke stürzte.
Vor dem Rennen am Sonntag hat Herrera nun 49 Punkte Vorsprung: Kommt sie vor Neila ins Ziel, ist sie zum zweiten Mal Weltmeisterin. Denn nach Donington Park kommen nur noch die zwei Rennen in Jerez Mitte Oktober.
Für ihren Rempler gegen Neila kassierte Herrera zwei Long-laps als Strafe – und gewann trotzdem mit 3,744 sec Vorsprung auf Paola Ramos. Die junge Spanierin musste wegen Frühstart ebenfalls zwei lange Runden absolvieren. Die Dritte Muklada Sarapuech aus Thailand sah die Zielflagge – ohne Umwege gefahren zu sein – mit 5,313 sec Rückstand.
Vom Sturz Neilas hatte Herrera nichts mitbekommen, und sich entsprechend über die Long-lap-Strafe gewundert. Was passiert ist, erfuhr sie erst bei der Siegerehrung. «Ich wollte das nicht, das ist schade», sagte die 29-Jährige beim Treffen mit SPEEDWEEK.com in England. «Unsere Kämpfe sind hart, ich war auf der Ideallinie und sie wollte mich sofort überholen, weil sie wusste, dass meine Pace höher ist. Sie versuchte es, ich ebenso. Sie kämpft um die Weltmeisterschaft – wäre ich gestürzt, wäre es mir gleich gegangen wie ihr, ich hätte in so einer Situation gleich empfunden. Aber sie hat ja nicht nur dieses Rennen verloren, ich habe oft gewonnen.»
Und was sagte Herrera
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