Daniel Ricciardo zu F1-WM-Leader Kimi Antonelli: «Das ist eine Superkraft»
Mercedes-Wunderkind Kimi Antonelli steht kurz davor, den Formel-1-WM-Titelkampf für sich zu entscheiden. Das hat er auch seinem jungen Alter zu verdanken, sagt der ehemalige GP-Star Daniel Ricciardo.
Neun GP-Siege und sechs weitere Podestplätze hat Kimi Antonelli in diesem Jahr errungen. Damit sammelte der junge Sternfahrer so viele WM-Zähler, dass er mit einem weichen Polster von 123 WM-Punkten nach Mexiko-Stadt gereist ist.
Der 20-Jährige aus Bologna muss beim 19. Grand Prix der Saison nur Neunter werden, um sich zum jüngsten Champion in der Geschichte der Formel 1 zu krönen. Eine starke Ausgangslage für den Lockenkopf, der erst seine zweite GP-Saison bestreitet.
Das weiss auch Daniel Ricciardo, der selbst jahrelang in der Formel 1 um Siege und Podestplätze gekämpft hat. Der Australier war unlängst im «Beyond the Grid»-Podcast zu Gast und sprach auch über den jungen Titelanwärter aus dem Mercedes-Werksteam.
Und Ricciardo erklärte: «Ich wurde neulich von einem Freund nach Kimi Antonelli gefragt und habe gesagt: 'Seine Unerfahrenheit ist eine Superkraft.' Was ich damit eigentlich sagen will, ist jung sein, ich will ihn damit keineswegs verletzen. Jung zu sein ist eine Superkraft, wenn man noch nicht so viel weiss und von der Welt auch noch nicht so viel gesehen hat.»
Kimi Antonelli: Ohne Altlasten zum WM-Titel
«Ich erinnere mich an mein erstes Jahr bei Red Bull Racing; man ist naiv, man ist jung, man ist unwissend. Ich weiss nicht, alles ist einfach und läuft wie von selbst, und man denkt sich nur: 'Oh wow, ich gewinne, cool, ich werde einfach weiter gewinnen, denn ich bin der Beste.' Ich will mich jetzt nicht mit ihm vergleichen, aber die Kraft, jung zu sein, ist in manchen Situationen, in denen der Sport und die Welt sehr intensiv sein können, einfach von Vorteil», weiss der 37-Jährige.
«Im Laufe der Jahre sammelt man einfach Ballast an. Im Moment befindet er sich aber in dieser idealen Phase, in der er offensichtlich über sehr viel Talent und Speed verfügt, aber noch keine Altlasten angesammelt hat. Er denkt sich: 'Lass uns einfach losfahren.' Da ist noch nichts grosses im Gange, und das ist eine Superkraft», ist sich Ricciardo sicher.
Mit Blick auf seine eigene Karriere gesteht der achtfache GP-Sieger: «Für mich wurde das im Laufe der Jahre immer schwieriger. Selbst die Entscheidung, im Jahr 2018, Red Bull Racing zu verlassen... Diese Dinge hinterfragt man natürlich, und mit den Jahren denkt man: 'Ich habe noch nicht wirklich Erfolg gehabt oder vielleicht nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte.‘ Diese Gedanken tauchen immer wieder auf.»
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