Realist Marco Bezzecchi (Aprilia) feierte Platz 6 im Sepang-Zeittraining
Aprilia-Werksfahrer Marco Bezzecchi gelang im MotoGP-Zeittraining in Sepang die sechste Zeit und damit der sichere Q2-Einzug. «Bez» bescheinigte dem Aprilia-Projekt einen deutlichen Fortschritt.
Marco Bezzecchi ließ sich nicht lange bitten. Der Italiener, der in Sepang noch nie einen Podiumsplatz herausfahren konnte, war mit den ersten Runden auf dem Sepang-Circuit immer unter den schnellsten Athleten der Königsklasse. Lediglich Marc Marquez umrundete die Tropenrennstrecke von Kuala Lumpur am Freitagmorgen schneller. Der Rückstand war allerdings bemerkenswert – fast eine halbe Sekunde fehlte auf den WM-Spitzenreiter. Dazu kam, dass KTM-Pilot Pedro Acosta auf Tausendstel die gleiche Rundenzeit realisiert hatte.
Ähnlich, aber auf dem Papier nicht ganz so erfolgreich verlief das einstündige Zeittraining. Hinter Fabio Di Giannantonio, aber vor Marc Marquez, hielt sich die Nummer 72 weiter an der Spitze. Als mit weichen Reifen alle Register gezogen wurden, fiel Marco Bezzecchi bis auf Rang 6 ab, war aber nie in großer Gefahr, den Q2-Einzug zu verpassen. Als die Flagge fiel, konnte sich Bezzecchi über einen Teilerfolg freuen, auch weil der Rückstand auf Marc Marquez mit 0,47 s nicht angewachsen war.
Zur Erinnerung: 2025 verlor der Aprilia-Werksfahrer fast eine Sekunde auf die Spitze, verpasste das Q2, fuhr von 14 los und wurde unbemerkter Elfter. Eine Erfahrung, die noch immer an Bezzecchi nagt, wie sich herausstellte. «Vergleichen wir das mit dem letzten Jahr, dann muss ich extrem happy sein. Aber so oder so, war der Auftakt jetzt in der Hinsicht positiv, es lief sehr solide. Es ist ein klarer Schritt gelungen», so Bezzecchi.
Und weiter: «Auch wenn es so aussieht, als ob Marc einen kleinen Schritt voraus ist, und auch Alex sehr schnell ist, schaut meine Pace insgesamt auch gut aus. Ich habe sicher in den Zeittacken noch einige Zehntel liegen lassen, aber ich sehe auch, wo ich sie verloren habe, und hoffe, dass ich mich weiter steigern kann.»
Der Italiener ging auch auf die vermeintliche Aprilia-Schwäche in Sepang ein. «Es ist richtig, dass Sepang in der Vergangenheit nicht zu den besten Strecken gehört hat, aber nun schaut es gut aus. Das liegt bestimmt nicht nur daran, dass sich Aprilia extrem verbessert hat, aber wir haben uns angenähert.»
Bezzecchi fand auch eine stimmige Erklärung, warum die RS-GP auf der überwiegend flüssigen Strecke nicht überlegen ist. «Es liegt viel weniger am Layout, als am Grip-Level. Bei dieser geringen Haftung tun wir uns schwerer, die Stärker des Motorrads auszunutzen.»
Als Maßnahme für mehr Abtrieb war Marco Bezzecchi in Sepang erstmals mit einer neu entwickelten Aerodynamik im Bereich der hinteren Achse unterwegs. Angesprochen auf die Innovation grinste der WM-Dritte: «Alles, was ich dazu sage – es sieht richtig gut aus.»
Die Ausgangslage vor dem MotoGP-Sprint am Samstag. Bezzecchi rangiert auf Position 3 der WM-Tabelle. Auf den angeschlagenen, aber aktiven Teamkollegen Jorge Martin fehlen 40 Punkte, auf MotoGP-Leader Marc Marquez 50 Zähler.
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