Warschau-GP: Millionen Fans fühlen sich verschaukelt
Der Speedway-Grand-Prix in Warschau geriet zur Farce: Nach zwölf Läufen wurde im polnischen Nationalstadion wegen gefährlicher Bahnverhältnisse abgebrochen, die Startmaschine streikte.
Ducati gelang der erste Sieg der Saison, doch alle Aprilia-Racer landeten in Jerez in den Top-6. Der Test endete mit drei Bikes aus Noale in Front. Eine Bestandsaufnahme nach dem MotoGP-Europaauftakt.
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57.000 Zuschauer waren zur Premiere des Speedway-GP in die polnische Hauptstadt gekommen und wurden bitter enttäuscht. Es sollte der glanzvolle Auftakt der Speedway-Weltmeisterschaft im Nationalstadion werden, welches zur Fußball-Europameisterschaft errichtet wurde.
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Doch der Beginn wurde zum Albtraum. Bereits das Training am Freitag musste abgesagt und auf Samstagmorgen verschoben werden. Zwischenzeitlich wurde die Bahn, die als zu gefährlich galt, generalüberholt und präsentierte sich am Samstag in einem wesentlich besseren Zustand. Allerdings nicht gut genug, um ein ganzes Rennen darauf fahren zu können. In den ersten beiden Durchgängen gab es mit der Bahn keine Probleme, doch im dritten Durchgang riss sie immer mehr auf.
Nach dem zwölften Lauf setzten sich die Fahrer zusammen und gaben ihre Bedenken zur Bahnbeschaffenheit kund. Nach einer einstündigen Pause beschloss die FIM-Jury das Rennen abzubrechen und nach zwölf Läufen zu werten. 57.000 Zuschauer und Millionen von Fernseh-Zuschauern wurden Zeuge einer riesigen Farce.
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Die Bahn war nicht das einzige Missgeschick: Das Startband ging auf einer Seite schneller hoch, was einige Fahrer benachteiligte. Nachdem der Fehler nicht behoben werden konnte, wurde der Start ab dem vierten Lauf mittels einer Ampel durchgeführt – ein Novum im Speedway-Grand-Prix.
Ducati gelang der erste Sieg der Saison, doch alle Aprilia-Racer landeten in Jerez in den Top-6. Der Test endete mit drei Bikes aus Noale in Front. Eine Bestandsaufnahme nach dem MotoGP-Europaauftakt.
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Nicht neu ist die Absage eines Grand Prix in einer überdachten Multiplex-Arena. Bereits in 2008 musste in Gelsenkirchen der Deutschland-GP wegen Unbefahrbarkeit der Bahn abgesagt werden, ohne dass sich auch nur ein Rad gedreht hat. Das Bahnmaterial war beim Einbau viel zu feucht und konnte nicht genügend verdichtet werden. Damals wie heute verantwortlich für den Bahnbau ist der ehemalige FIM-Race-Director Ole Olsen, der sich um den Bau aller nicht permanenten Bahnen kümmert und dem polnischen Veranstalter vorgeschrieben war.
Der Warschau-GP wurde nach FIM-Regularien nach zwölf Läufen gewertet, als Sieger Matej Zagar vor Jaroslaw Hampel und Chris Harris gekürt. Ergebnisse Speedway-GP Warschau/PL:
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1. Matej Zagar (SLO) 8 Punkte? 2. Jaroslaw Hampel (PL) 7? 3. Chris Harris (GB) 7? 4. Niels-Kristian Iversen (DK) 7 5. Greg Hancock (USA) 5? 6. Tai Woffinden (GB) 5? 7. Michael Jepsen Jensen (DK) 5? 8. Jason Doyle (AUS) 4? 9. Thomas H. Jonasson (S) 4? 10. Tomasz Gollob (PL) 4? 11. Krzysztof Kasprzak (PL) 3? 12. Nicki Pedersen (DK) 3? 13. Andreas Jonsson (S) 3? 14. Maciej Janowski (PL) 3? 15. Bartosz Zmarzlik (PL) 3? 16. Pitor Pawlicki (PL) 1? 17. Chris Holder (AUS) 0? 18. Troy Batchelor (AUS) 0? Das Ergebnis entspricht dem WM-Stand nach 1 von 12 Rennen
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