IMSA Road America: WTR-Durststrecke endet, Heinrich jubelt
Beim Rennen der amerikanischen IMSA-Serie auf der Strecke in Road America siegte der Cadillac V-Series.R von Cadillac Wayne Taylor Racing mit Ricky Taylor und Felipe Albuquerque am Steuer.
Dass beim erstmaligen Langstrecken-Auftritt der amerikanischen Sportwagenmeisterschaft (IMSA) auf der 6,5-km-Berg- und Talbahn von Road America (Wisconsin) mit ihren superschnellen Passagen Zwischenfälle programmiert sind, wussten alle Teams. Dass es aber so chaotisch wurde, war nur befürchtet worden. Nach sechs Stunden siegte schließlich der Cadillac #10 mit Ricky Taylor und Felipe Albuquerque – damit gingen sieglose zwei Jahre (seit Detroit 2024) für Wayne Taylor Racing zu Ende. Aus Sicht der deutschsprachigen Teilnehmer gab es viel Frust und nur einen mit strahlendem Gesicht: LMDh-Rookie Laurin Heinrich als Tageszweiten.
Es sah lang gut aus sowohl für Porsche als auch BMW, die mit allen vier Werkwagen in der Spitzengruppe kämpften und am Ende enttäuscht waren. Dass es mit der neunten Gelb-Phase zu Ende ging, war auf eine Kollision von Porsches Kévin Estre mit Cadillacs Jack Aitken beim Re-Start elf Minuten vor Ablauf der Zeit zurückzuführen. Der Kampf um Platz zwei endete für beide mit einem Ausfall. Auch der im RS-Spyder-Retrodesign aufgetretene 963 von Felipe Nasr/Julien Andlauer verlor die Siegchance nach einer Kollision, konnte mit zwei Runden Rückstand aber mit Rang sechs noch punkten. Dennoch reichte das Resultat für Porsche zum Gewinn des Endurance-Cups (der fünf Langstreckenrennen) bei Teams und Fahrern, noch vor dem letzten Lauf in Road Atlanta im Oktober.
Nach unauffälligen Anfangsstunden wurde der JDC-Miller-Porsche mit Heinrich, Kaylen Frederick und Tijmen van der Helm immer stärker und fuhr am Ende aufs Podest – zuerst als Dritter im Ziel, dann nach der Zeitstrafe für den Aston Martin von de Angelis/Gunn (nun Fünfter) sogar auf Platz zwei. WTR holte mit dem zweiten Cadillac von Jordan Taylor/Louis Déletraz auch den dritten Rang.
Der ehemalige Porsche-Junior Heinrich, der 2027 Laurens Vanthoor in der Werksmannschaft ersetzen wird, bleibt als Zweiter bester Porsche-Pilot in der Gesamtwertung. «Mit einem solchen Resultat haben wir nicht gerechnet. Uns war schon vor dem Start klar, dass wir aus eigener Kraft kaum Chancen haben würden. Wir waren also auf Fehler von anderen angewiesen. Dieses Szenario ist eingetreten. Wir konnten uns glücklicherweise aus allem Ungemach heraushalten», bilanzierte der in der Steiermark lebende Würzburger.
BMW nach starker Leistung nicht belohnt
Bei BMW machte sich die Strategie-Entscheidung, den #25 von Philipp Eng und Marco Wittmann in der ersten Neutralisation nach wenigen Minuten nicht in die Box zu holen, nur bedingt bezahlt. Am Ende landete das Duo auf Platz sieben mit zwei Runden Rückstand, nachdem Probleme mit der Kühlung aufgetreten waren. Der #24 mit Sheldon van der Linde/Dries Vanthoor schien lang sogar siegfähig, fiel mit Bremsproblemen aber aus. «Wir haben eine gute Pace, aber das allein reicht nicht. Wir müssen die Rennen auch fehlerfrei und ohne technische Probleme zu Ende bringen», bekannte Teamchef Vincent Vosse. Eng ergänzte: «Unser Fahrzeug hat sich im Rennen sehr gut angefühlt. Wir hätten zumindest um ein Podium kämpfen können. Leider haben wir unsere Kühlungsprobleme über weite Teile des Rennens mit uns herumgetragen. Am Ende hatten wir keine Wahl und mussten zum Reparaturstopp reinkommen. Das hat uns zwei Runden gekostet.»
Der LMP2-Sieg ging an den Inter Europol-Oreca mit Leadfahrer Tom Dillman. Ferdinand Habsburg wurde im Era-Auto Klassenzehnter. Bei den GT-Autos holte der Pfaff-Lamborghini von Caldarelli/Mitchell den Pro-Sieg (erster IMSA-Triumph für den neuen Temerario!) vor dem AO-Porsche mit King/Tandy. Trotz zeitweiliger Führung endete das Rennen für den Manthey-911er mit Klaus Bachler und Thomas Preining auf dem enttäuschenden neunten Rang. Dabei konnte das österreichische Duo sogar die erste «technische» Strafe (Stopp zum Berichtigen des Reifendrucks) wegstecken und neuerlich zur Spitze vorstoßen. Im Finish gab es eine Durchfahrtsstrafe wegen Blockierens eines Konkurrenten und nach erneutem Aufholen eine weitere wegen exzessiver Leistung nach einem Kontakt im Zweikampf. «Das war nicht das Rennen, das wir uns erhofft hatten», gestand Mantheys Geschäftsführer Patrick Arkenau.
Wie in Daytona triumphierte in der GTD-Klasse der Winward-Mercedes mit dem Deutsch-Schweizer Philip Ellis, Russell Ward und Indy Dontje.
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