Porsche in der IMSA: Auf der Suche nach der verlorenen Zeit
Mit den Plätzen eins und vier bei den 24h von Daytona und dem Doppelsieg bei den 12h von Sebring schien sich ein Porsche-Durchmarsch in der amerikanischen Sportwagen-Meisterschaft (IMSA) anzubahnen.
Doch dann kam die deutsch-amerikanische Truppe aus dem Rhythmus. Jetzt herrscht nur noch geringe Zuversicht. Im ersten Sprint in Long Beach gab es noch die Plätze drei und vier für Porsche Penske Motorsport. In Laguna Seca, beim Überraschungscoup des Kundenteams JDC Miller, mussten sich die Werks-963 mit den Rängen sechs und sieben begnügen, in Detroit gar mit dem fünften und achten Platz. In Watkins Glen gab es auch nur die Plätze fünf und sechs nach sechs Stunden. Das ergibt in der Teamwertung vor dem Motul Grand Prix von Road America am Sonntag (Start 17.40 MESZ/Sechs Stunden) in der Teamwertung den dritten und vierten Platz hinter dem Whelen-Cadillac mit dem Fahrerspitzenreiter Jack Aitken und dem Meyer-Shank-Acura.
Dass es nach den Anfangserfolgen auch intern zwischen den Leadern Kévin Estre und Felipe Nasr «krachte», wollen beide nicht als Ursache des Rückfalls gelten lassen. «Wir sind alle Profis, es gibt keine internen Probleme mehr. Wir fahren für dasselbe Team und haben dieselben Ziele. Natürlich kommt immer wieder Rivalität auf, aber ich habe für Kévin enorm viel Respekt», sagt Nasr.
Der 33-jährige Ex-F1-Pilot gibt zu: «Das Ziel, die Meisterschaft zu gewinnen, ist jetzt wohl härter zu erreichen als zum Saisonstart. Unser Auftakt in Daytona und Sebring war phänomenal. Unglücklicherweise konnten wir zuletzt mit dem Speed unserer Konkurrenten nicht mehr mithalten. Für mich fühlt sich das an, als würde ich in einer anderen Meisterschaft fahren. Das ist enttäuschend, aber wir haben noch drei Rennen.» Kleiner Trost: «Unser Auto im Design des RS Spyder schaut fantastisch aus, das hebt schon die Stimmung.» Und Nasr hofft: «Alles kann passieren. Ich weiß, wenn das Team unter Druck steht, arbeitet es besonders gut. Wir werden Sonntag herausholen, was möglich ist.»
Ganz ähnlich sieht auch der in Höchst in Vorarlberg lebende Franzose Estre die Situation: «Mathematisch ist die Titelchance noch da, aber wir haben leider sehr viele Punkte verloren. Seit Sebring sind wir nicht mehr siegfähig. Dass wir in Long Beach noch aufs Podium kamen, war fast ein Wunder, denn wir waren langsam, aber die Strategie passte. Seither sind wir einfach zu langsam. Hier und in Road Atlanta, also den letzten beiden Endurance-Rennen, können wir vielleicht durch die Taktik etwas herausholen.»
Bemerkenswert ist in jedem Fall, dass der bestplatzierte Porsche-Pilot in der Fahrerwertung LMDh-Rookie Laurin Heinrich als Zweiter hinter Aitken ist, der zuerst im Werks-963 voll anschrieb und dann bei JDC Miller optimale Arbeit leistete. Die Werks-Duos Nasr/Andlauer und Estre/Vanthoor halten vor Road America die Plätze vier und sechs in der Tabelle.
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