Euro Moto Superbike
Markus Reiterberger: Rutschpartie, Kernschrott und Pokal in Oschersleben
Der Sieg des Ducati-Piloten in Lauf 1 ging nach der Sturz-Orgie hinter ihm ein wenig unter. Nach einem Hinweis von Alt müssen die Ducati-Mechaniker ran und am Ende steht der Doppelsieg.
Pole-Position mit neuem Streckenrekord, am Sonntag der Doppelsieg und 47,5 Punkte Vorsprung vor seinem nächsten Verfolger in der Euro Moto Superbike. Diese Packung gönnte sich Titelverteidiger Lukas Tulovic vom Team Triple M Ducati Frankfurt auf seiner V4R am vergangenen Wochenende in der Motorsport Arena Oschersleben. Das mit dem Streckenrekord wäre nicht unbedingt nötig gewesen, denn der gehörte dem Ducati-Piloten eh schon.
Am Freitag hatte beim vierten von sieben Rennwochenenden noch Honda-Pilot Florian Alt, der im Vorfeld reichlich Testkilometer in Oschersleben abgespult hatte, den Ton angegeben, war mit Blick auf den Kollegen aber schon da realistisch. «Irgendwie findet Tulo von Freitag auf Samstag immer noch eine Sekunde», meinte Alt beim Blick auf die jüngste Euro Moto-Vergangenheit, «und wir anderen eben nicht.» Alt sollte rechtbehalten. Am Samstag sicherte sich Tulovic seine dritte Pole-Position der Saison. Nur in Brünn, als er vor allem mit dem Federbein seiner Ducati auf Kriegsfuß stand, verdarb ihm BMW-Pilot Marcel Schrötter die ansonsten blitzsaubere Bilanz.
Im ersten Rennen hatte Tulovic wie auch seine Mitstreiter schon nach weniger als der halben Distanz Feierabend. Er hatte zu Beginn des Rennens noch Blitzstarter Twan Smits einkassiert, was sich im Nachhinein als persönlicher Glücksfall herausstellen sollte. Denn während Alt, Markus Reiterberger, Kevin Orgis und Toni Finsterbusch in der Hasseröder nach Smits‘ Motorplatzer an dessen Yamaha alle stürzten und ihre Motorräder teils bis auf die Grundmauer zerstört wurden, fuhr Tulovic, soweit bei dem Tempo möglich, in aller Seelenruhe seinem nächsten Sieg entgegen. Nach dem Abbruch durch die rote Flagge wurde das Rennen nicht nochmal gestartet und die wenigen Fahrer, die im Ziel ankamen, erhielten die halbe Punktzahl.
Seine Gedanken bei der Siegerehrung galten aber erst seinen verunfallten Kollegen. «Die Punkte sind sekundär», meinte, «ich hoffe, dass es allen Fahrern den Umständen entsprechend gutgeht, das ist das Wichtigste.» Wenig später kam die Bestätigung, dass sich keiner der Sturzopfer ernsthaft verletzt hatte. «Ich habe von alldem nicht wirklich viel mitbekommen. Ich habe nur irgendwann die rote Flagge gesehen. Wahnsinnig unschön, was das passiert ist. Auch aus sportlicher Sicht hoffe ich, dass alle wieder einigermaßen fit beim zweiten Rennen am Start stehen können.»
Bis auf Smits waren in Lauf 2 auch tatsächlich wieder alle Herren am Start. Ein Kraut gegen Tulovics Dominanz hatten sie aber auch da nicht parat. Auch wenn Markus Reiterberger den Abstand zum späteren Sieger Tulovic einigermaßen überschaubar hielt, war an ein- oder gar überholen nicht zu denken. «Sehr großes Lob auch an mein Team, die die ganze Mittagspause durchgearbeitet haben», berichtete er bei der Siegerehrung und dankte vor allem seinem Gegner Florian Alt. Der hatte, obwohl er und seine Mannschaft mit einer zerstörten Honda sicherlich genug zu tun hatten, noch den entscheidenden Hinweis gegeben. «Er hatte mir nach Lauf 1 gesagt, dass ein wenig Qualm aus meiner Ducati kommt. Da haben meine Mechaniker über Mittag einen gebrauchten Motor aus den ersten Rennen eingebaut. Dann waren wie wieder safe. Mein Team hat fantastische Arbeit geleistet am Wochenende, so dass ich meine Arbeit auf der Strecke machen konnte. Ich bin sehr zufrieden.»
Newsletter
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach
Die aktuellsten News rund um die Uhr, von Experten analysiert und kommentiert und exklusive Einblicke hinter die Kulissen. Hier schreiben Fans für Fans.