Remy Gardner (Yamaha): Jede Superbike-Saison weniger WM-Punkte
Seit 2023 bestreitet Remy Gardner mit Yamaha die Superbike-WM. Die Ergebnisse des Australiers wurden jedoch mit jeder Saison schlechter. Die Ursachen sind vielfältig.
Der Einstieg von Remy Gardner in die Superbike-WM 2023 war willkommen. Zum einen fehlte seit Jahren ein starker Australier im Teilnehmerfeld, zum anderen brachte der Moto2-Weltmeister Erfahrung aus der MotoGP und einen prominenten Namen in die seriennahe Weltmeisterschaft. Im Yamaha-Team Giansanti Racing hatte der 28-Jährige Werksmaterial zur Verfügung, was zu dieser Zeit auch noch konkurrenzfähig war.
Als WM-Neunter mit 156 Punkten lieferte Gardner eine solide Debüt-Saison ab. 2024 fuhr der aus Sydney stammende Australier als Dritter in Assen im zweiten Lauf zum ersten Mal auf das Podium, schnitt mit 140 Punkten und als Gesamtzehnter jedoch etwas schlechter ab. Den Podestplatz auf dem TT Circuit wiederholte Gardner 2025, insgesamt war er als WM-Elfter mit 126 Punkten aber erneut weniger erfolgreich.
Und in der laufenden Saison? Wie alle Yamaha-Piloten hat auch Gardner Probleme, mit der schwächelnden R1 fahrerisch den Unterschied auszumachen. Nur auf dem Balaton Circuit (Lauf 1, Platz 9) und in Misano (Lauf 2, Platz 8) gelangen dem GRT-Piloten einstellige Ergebnisse. Nach acht von zwölf Meetings ist seine Ausbeute mit 45 Punkten bescheiden – und in der Gesamtwertung belegt Gardner nur Rang 17.
Dass Gardner im Vergleich zu den Pata Maxus-Werkspiloten Andrea Locatelli (99 P.) und Xavi Vierge (80 P.) deutlich zurückfällt, liegt auch an seiner Qualifying-Performance. Startplatz 10 in Reihe 4 war seine beste Superpole, Donington Park als 21. der Startaufstellung seine schlechteste – ein weiter Weg in die Punkteränge. Dass er es als Zwölfter und 13. in den langen Rennen geschafft hat, war aller Ehren wert. Für den Moto2-Weltmeister von 2021 ein Lichtblick.
«Das war ermutigend hinsichtlich der Sommerpause», betonte Gardner, der von Fortschritten spricht. «Wir werden uns etwas Zeit nehmen, um neue Energie zu tanken, bevor wir bereit für den letzten Teil der Saison zurückkehren. Es gibt noch viel zu tun, aber die Fortschritte, die wir gemacht haben, geben uns Zuversicht und Motivation für die verbleibenden Rennen.»
Zukunftssorgen hat Gardner nicht: Sein Yamaha-Vertrag endet nach der Superbike-WM 2027, so wie auch der seines Teamkollegen Stefano Manzi. Der Italiener liegt mit 34 Punkten nur knapp hinter Gardner und dürfte in seiner zweiten Superbike-Saison noch mehr Druck ausüben.
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