Das Formel-1-Startfeld 2027: Platzt die Transfer-Bombe erst im Herbst?
Sommerzeit, Ferienzeit, Saure-Gurke-Zeit: Dies sind die Wochen, in welchen normalerweise die hanebüchensten Fahrerwechsel diskutiert werden. Die Sensation zur Saison 2027 hin lässt auf sich warten.
Im Englisch-Sprachigen werden diese Wochen im Motorsport gerne als «silly season» bezeichnet, wenn scheinbar die törichtesten Wechsel-Gerüchte in Umlauf gesetzt werden, gerne auch mal von Management eines Piloten, der gerade nicht so gefragt ist.
Die grösste Frage für viele Formel-1-Fans: Was macht Max Verstappen? Grundsätzlich gilt: Der Niederländer besitzt mit Red Bull Racing einen Vertrag bis Ende 2028. Und natürlich sind in diesem Abkommen – branchenüblich – Ausstiegsklauseln verankert.
Wir müssen jetzt auch kein Genie sein, um zum Schluss zu kommen: WM-Rang 6 bei Halbzeit der Saison, das ist durchaus ein Grund, eine solche Klausel zu aktivieren.
Nun gilt es aber verschiedene Aspekte zu beachten: Welche Alternative hat Max Verstappen denn? Das Management von Max würde einen schlechten Job machen, die Antennen nicht in alle Richtungen auszufahren. Aber die Möglichkeiten sind beschränkt.
Begleiten Sie uns auf einem kleinen Rundgang durchs Startfeld, in Reihenfolge des Konstrukteurs-WM-Stands nach Ungarn, um herauszufinden, wie die Besetzung 2027 aussehen könnte.
Mercedes – Teamchef Toto Wolff hat nun schon mehrfach bestätigt, dass Kimi Antonelli und George Russell auch 2027 fahren. Wir wollen ihm das mal glauben.
Ferrari – Lewis Hamilton und Charles Leclerc sind gesetzt. Bei Ferrari wird sich nichts ändern.
McLaren – Firmen-CEO Zak Brown hat erklärt, er sehe keinen Grund, an der Fahrerpaarung Norris/Piastri etwas zu ändern.
Red Bull Racing – Damit sind wir zurück bei Max Verstappen. Er liebt die Formel 1 zu sehr, um seine GP-Karriere zu beenden, auch wenn er kein Freund dieser Rennwagen-Generation ist. Also wird der Niederländer, in aller Wahrscheinlichkeit, dort bleiben, wo er ist. Und er wird dabei den gleichen Teamgefährten haben, Isack Hadjar. Das hat Teamchef Laurent Mekies am Hungaroring angedeutet.
Racing Bulls – Das zweite Red Bull-Team hat ein Luxusproblem. In der Formel 2 drängt sich der Bulgare Nikola Tsolov mit starken Leistungen für die Beförderung in die Königsklasse auf. Doch der 18-jährige Arvid Lindblad fährt in der ersten GP-Saison auf Augenhöhe mit dem Neuseeländer Liam Lawson. Und der ist bei acht Rennen in die Top-Ten gefahren. Ihn gegen Tsolov auszuwechseln, das würde sich nicht richtig anfühlen.
Alpine – Pierre Gasly ist bis Ende 2028 unter Vertrag. Eine Rückkehr von Fernando Alonso zum Rennstall aus Enstone kommt nicht in Frage, der Spanier hat diesem Gerede einen Riegel geschoben. Franco Colapinto fährt unter Bewährung. Er hat sich 2026 gemessen an Gasly verbessert, macht aber immer noch zu viele Fehler.
Haas – Die Abkommen mit Esteban Ocon und Oliver Bearman laufen beide aus. Die Zeichen stehen auf Abschied von Ocon, während Ferrari den jungen Bearman weiter bei Haas ausbilden will. Möglicher Ocon-Nachfolger: ein weiterer Ferrari-Junior, Formel-2-Fahrer Rafael Camara aus Brasilien. Aber es ist auch denkbar, dass McLaren-Reservist Leonardo Fornaroli bei Haas andockt.
Audi – Kein Wechsel bei den Silbernen, Nico Hülkenberg und Gabriel Bortoleto fahren auch 2027.
Williams – Carlos Sainz und Alex Albon sind über Mehrjahres-Verträge ans britische Traditions-Team gebunden, auch wenn Williams nie kommuniziert hat, wie lange diese Abkommen laufen.
Aston Martin – Vor kurzem hat Fernando Alonso festgehalten, dass er seine Zukunft bei den Grünen sehe und er mit dem Team aus Silverstone einen Mehrjahres-Vertrag besitzt. «Ich werde auch 2027 hier sein.» Das bedeutet aber nicht gezwungenermassen, dass er Grands Prix fährt. Alonso will Fortschritte sehen und hat Zweifel am Weitermachen, weil er die heutige Rennwagen-Generation wenig prickelnd findet. Das Problem von Aston Martin: Kein Fahrer von annährend dem Kaliber Alonsos ist erhältlich. Lance Stroll gehört gewissermassen zum Mobiliar und wird bleiben.
Cadillac – Die beiden GP-Veteranen Valtteri Bottas und Sergio Pérez sind über Mehrjahres-Verträge verpflichtet. In dieser Lernphase des Rennstalls macht es für 2027 wenig Sinn, einen jungen Piloten ins Auto zu setzen. Ex-IndyCar-Star Colton Herta macht in der Formel 2 zu wenig Eindruck, um sich für eine Beförderung aufzudrängen.
Fazit: Alles steht und fällt mit Max Verstappen. Durchaus denkbar, dass hier alles beim Alten bleibt, aber wir bleiben auf der Hut – die Formel 1 hat im Herbst schon ganz andere Überraschungen auf Lager gehabt.
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