Gewaltiger Druck: Was Danilo Petrucci als Toprak-Nachfolger erreichen will
Danilo Petrucci gewann Superstock-Rennen, in der MotoAmerica, Superbike- und MotoGP-WM – und sogar eine Etappe bei der Rallye Dakar! Was er sich für die Superbike-WM 2026 mit BMW vorgenommen hat.
Als Nachfolger von Toprak Razgatlioglu finden Danilo Petrucci und Miguel Oliveira im BMW-Werksteam riesige Fußstapfen vor. Der Türke wurde 2024 sowie 2025 Weltmeister und gewann in diesen zwei Saisons 39 Rennen!
Vielversprechend für Petrucci: Er weiß, dass er dieses Jahr ein erstklassiges Team und Motorrad hat. Der 35-Jährige muss aber auch mit der gewaltigen Erwartungshaltung klarkommen.
«Ich kann nicht sagen, dass ich den Druck nicht spüre», erzählte Danilo im Exklusiv-Interview von SPEEDWEEK.com. «Aber jeder, der sich in der Materie auskennt, weiß, dass es schwierig ist, den Titel jedes Jahr zu gewinnen. Es ist grundsätzlich extrem hart, eine Meisterschaft zu gewinnen. Sollte ich in der Lage sein meine 100 Prozent zu geben, dann werden alle glücklich sein. Ich gewann in meinem Leben keine Weltmeisterschaft und glaube auch nicht, dass es nur dieses Jahr darauf ankommt. Ich brauche Zeit, wir stehen erst am Anfang der Saison. Deshalb ist es zu früh, darüber zu sprechen. Ich glaube, dass der Druck für mich gleich sein wird wie immer, wenn ich auf ein Motorrad steige. Denn egal in welchem Teil der Welt ich fuhr, ich wollte der Schnellste sein. Der Druck ist immer groß – ich habe keine Angst, dass am Ende jemand unzufrieden ist mit meiner Leistung.»
Toprak hat im Vorjahr gezeigt, dass das Bike funktioniert
Danilo Petrucci
Einmalig: Petrucci gewann Rennen im Superstock-1000-Cup, in der US-Superbike-Meisterschaft MotoAmerica, der Superbike- und MotoGP-WM – und sogar eine Etappe bei der Rallye Dakar!
In der Gesamtwertung kam er in einer Weltmeisterschaft aber noch nie über Rang 5 hinaus, das war in den vergangenen zwei Saisons bei den Superbikes im Team Barni Ducati. Im Vorjahr war WM-Bronze zum Greifen nahe, dann verpasste er aber wegen einer Trainingsverletzung (vierter Mittelhandknochen rechts gebrochen) die letzten sechs Läufe in Estoril und Jerez.
«Mein Ziel war immer, dass ich meine Leistungen verbessere», beantwortete «Petrux» die Frage, wo er sich in der WM 2026 sieht. «Vor meinem ersten Superbike-Jahr hatte ich keine Ahnung, wo ist stehe. Im zweiten Jahr schaffte ich es in die Top-5, und in der dritten Saison war ich bis zu meiner Verletzung Dritter. Auch für dieses Jahr gilt: Ich will es besser machen.»
BMW ist der einzige Hersteller im Superbike-Feld, der bei der Elektronik auf eine Eigenentwicklung vertraut und nicht mit Magneti Marelli zusammenarbeitet. Wie geht Petrucci damit um? «Toprak hat im Vorjahr gezeigt, dass das Bike funktioniert», hielt der dreifache Superbike-Sieger fest. «Am Ende ist alles eine Frage der Entwicklung und es geht immer um das Gesamtpaket. In einer Kurve geht es um eine Kleinigkeit am Chassis, in der nächsten um ein Detail bei der Elektronik. Beim Setup musst du immer alle Bereiche betrachten und kannst nur an einem speziellen Bereich arbeiten, wenn du schnell bist. Nach meinem ersten Test kann ich sagen, dass ich glücklich bin, wie es läuft.»
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