Michael van der Mark vor Most-Comeback: «Mir fehlte die Rennaction!»
Michael van der Mark ersetzt den verletzten Miguel Oliveira in Most. Der BMW-Testpilot sprach mit SPEEDWEEK.com über sein neues Leben, die Ducati-Dominanz und die Fortschritte der M1000RR.
Mit Michael van der Mark kehrt in Most ein bekanntes Gesicht in die Superbike-WM zurück. Der Niederländer springt beim fünften Rennwochenende der Saison 2026 für BMW-Stammpilot Miguel Oliveira ein, der nach seinem Sturz beim vergangenen Event im Balaton Park verletzungsbedingt pausieren muss. Für van der Mark ist es der erste Einsatz in der seriennahen Weltmeisterschaft seit dem Saisonfinale 2025.
Der frühere BMW-Werksfahrer wechselte für 2026 ins BMW-Testteam und konzentriert sich parallel auf die Langstrecken-WM. Ganz losgelassen hat ihn die Superbike-WM allerdings nie. «Ich genieße mein neues Leben, musste mich aber erst einmal daran gewöhnen. Es ist anders. Mir fehlte die Rennaction, wenn ich ehrlich sein soll. Mir fehlte es, Sprintrennen zu fahren», erklärte der Niederländer, als er sich am Donnerstag in Most mit SPEEDWEEK.com zum Gespräch traf.
Ducati-Dominanz keine Überraschung für van der Mark
Dass van der Mark nun kurzfristig wieder im WM-Feld auftaucht, liegt an der Verletzung von Miguel Oliveira. Der Portugiese hatte zuletzt mit starken Leistungen überrascht und sich im Balaton Park eindrucksvoll präsentiert. «Ich freue mich natürlich, Rennen zu fahren. Aber es ist natürlich nicht schön, zu sehen, dass Miguel nicht fit ist. Ich denke, er konnte einige überraschen, vor allem im Balaton Park. Es ist schade, dass er sich verletzt hat. Das war unglücklich.»
Die Ducati-Dominanz der laufenden Saison kommt für den BMW-Piloten nicht überraschend. Vor dem Event in Most gab es erneut eine Anpassung der Balance of Performance: Ducati musste den Kraftstoff-Durchfluss um weitere 0,5 kg/h reduzieren,
Van der Mark wünscht sich spannendere Rennen: «Was an der Spitze passiert, sollte keine Überraschung sein. Doch hinter den führenden Ducatis gibt es immer gute Kämpfe, die interessant sind. Es wäre schön, wenn diese Gruppe näher in Richtung Podium kommt. Ducati hat gute Arbeit geleistet. Sie hatten bereits ein gutes Motorrad und haben es noch besser gemacht. Jetzt müssen sich die anderen steigern. Hoffentlich gelingt das sehr schnell.»
BMW hat von 2025 zu 2026 einen kleinen Schritt gemacht
Van der Mark kennt die aktuelle BMW M1000RR bestens, denn als Testfahrer arbeitet er intensiv an der Entwicklung des Motorrads – inklusive der Michelin-Reifen für die Zukunft. «Ich teste parallel für nächstes Jahr mit Michelin. Ich habe also schon ein paar Runden weg.»
Die 2026er-Version der BMW empfindet er als Fortschritt. «Unterm Strich ist es das gleiche Motorrad. Es hat mich schneller gemacht, mich hier zu verabschieden, einen anderen Job zu erledigen und dann wieder auf dieses Motorrad zu steigen. Das Motorrad ist leichter zu handeln als im vergangenen Jahr. Doch es ist andererseits auch nicht das einfachste Motorrad. Wir haben noch Arbeit vor uns.»
Gab es Pläne für Wildcards?
Unklar ist, ob van der Mark auch ohne die Verletzung von Oliveira zum Renneinsatz gekommen wäre. Eine Wildcard mit dem BMW-Testteam war intern ein Thema. «Wir haben darüber gesprochen, doch es wurde nichts bestätigt. Das Testteam ist bereit, um ein Rennwochenende zu bestreiten. Das Niveau entspricht dem vom Werksteam. Ich würde nicht nein sagen.»
Doch der Fokus liegt weiterhin auf der Langstrecken-WM. «Die EWC ist in meinem Vertrag die Priorität. Und mein Heimrennen in Assen kollidierte leider mit Le Mans. Ich hoffe, dass ich mit dem Testteam ein Rennwochenende bestreiten kann. Das Niveau ist wirklich hoch, es ist ein renntaugliches Team.»
Für sein kurzfristiges Comeback in Most setzt sich van der Mark keine fixen Ziele. «Ich habe keine konkreten Erwartungen für das Wochenende. Ich will mein Bestes geben. Wenn ich eine Chance sehe, ein gutes Ergebnis einzufahren, dann nutze ich diese. Ich mag den Kurs. Er ist schwierig und speziell, doch ich hatte hier gute Ergebnisse», so der sympathische Niederländer.
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