Phillip Tonn (Kove): Hubraumnachteil der 450RR schwerwiegender als gedacht
Zweites Rennwochenende für Phillip Tonn in der Sportbike-WM, zweites Rennwochenende ohne Top-15-Platzierung. Von Frust ist beim Kove-Piloten in dieser frühen Saisonphase jedoch noch keine Rede.
Mit theoretisch zwei 25. Plätzen in Portimão startete Phillip Tonn in sein Rennjahr 2026 in der neuen Sportbike-WM. Theoretisch, weil das Ergebnis wegen der zu diesem Zeitpunkt fehlenden Homologation der Kove 450RR aus der Wertung genommen wurde. Wenige Tage vor dem zweiten Saisonmeeting wurde das chinesische Motorrad vom Weltverband vollumfänglich zugelassen.
In Assen startete der 20-Jährige aus Mattstedt in Thüringen von der 25. Position, von der aus er im ersten Rennen 19. und im zweiten nach Zurückstufung um eine Position wegen Überziehens des Track-Limits 20. wurde.
Kove-Teamkollege Benat Fernandez holte in Assen zwölf WM-Punkte
Zum Vergleich startete sein Teamkollege Benat Fernandez in der «Cathedral of Speed» von Position 15 und 16. Im ersten Rennen wurde der letzte Weltmeister der Supersport-WM 300 als Leader der Verfolgergruppe Neunter und im zweiten Lauf inmitten der noch breiter gefächerten Spitzengruppe Elfter. Der junge Spanier erreichte also in beiden Rennen satt in die Punkteränge!
Seine Erklärungsversuche begann Phillip Tonn im Gespräch mit SPEEDWEEK.com mit folgenden Worten: «Es war für mich hier auch von daher schwierig, weil ich voriges Jahr wegen meiner Verletzung in Assen nicht gefahren bin. Im Freien Training hatten wir ein bisschen Pech mit dem Motorrad. Da konnte ich das Training nicht so nutzen, wie ich es hätte nutzen müssen. Für das Qualifying haben wir noch viel am Motorrad verändert. Wir spielen noch viel mit der Sitzbankhöhe und meiner Sitzposition auf dem Motorrad. Da war das Qualifying nicht das Beste von mir.»
Und was war im ersten Rennen? «Da hatte ich das Pech, dass in der ersten Runde vorn gleich ein ziemlich großer Crash war, sodass ich die Hauptgruppe schnell verloren hatte. In meiner Gruppe konnte ich die Pace dann nicht so aufbauen, wie ich es wollte.»
Für das zweite Rennen wurde am Motorrad noch einmal einiges verändert. Wie Tonn erklärte, hatte man vornehmlich an der Lenker-Position gearbeitet. «Damit hatte ich gleich ein viel besseres Gefühl als im Rennen am Samstag. Ich konnte endlich auch mal überholen. Auch von den Rundenzeiten her hatten wir einen guten Step gemacht. Für mich heißt es jetzt, das Gute für die nächsten Rennen mitnehmen, in den kommenden Wochen noch mehr trainieren und dann weiter das Beste daraus machen.»
Zum Hubraumnachteil der Kove 450RR (im Gegensatz zu seiner Kove mit 443 ccm fahren etwa die in Assen zweimal siegreiche Suzuki mit 776 Kubik, der Rest liegt dazwischen) meinte der Thüringer: «Ich habe das Gefühl, dass wir gegenüber manch anderem Bike unten herum nicht so viel Drehmoment haben und länger brauchen, um auf Drehzahl zu kommen. Somit sind die ersten 100 Meter aus den Kurven heraus derzeit unsere Schwachstelle. Wenn wir dann Drehzahl haben oder im Windschatten sind, sind wir mindestens gleich schnell.»
Balancesystem der Sportbike-WM 2026 wurde nicht angepasst
Und was ist hinsichtlich der Balancierung zwischen den Rennen in Portugal und den Niederlanden zugunsten der Kove passiert? «Nichts. Bis jetzt hat sich nichts getan, doch ich hoffe, dass sich da noch etwas tut. Auch das Team hofft, eine kleine Hilfe zu bekommen. Dieses Thema ist sehr schwierig zu betrachten.»
Mit Blick auf seinen Teamkollegen führte er des Weiteren aus: «Wie gesagt, habe ich große Probleme mit meiner Sitzposition. Das Motorrad ist sehr klein gebaut, das Kleinste im Feld. Ich bin mit 1,78 m einer der Größeren, was es für mich schwierig macht. Benat hat durch den Red Bull MotoGP Rookies noch viel Training nebenbei. Er war vorige Woche erst Testen. Da hat er einen Vorteil mir gegenüber und ist mir einen Schritt voraus. Ich muss versuchen, dran zu bleiben und noch härter zu kämpfen.»
Da Benat Fernandez zudem ein Stück kleiner ist und sechs Kilo weniger wiegt, können die beiden Kove-Piloten bezüglich Abstimmungsarbeit nur bedingt zusammenarbeiten.
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