Xavi Vierge über vier Honda-Jahre: Es gab nur zwei richtige Entscheidungen
Seit seinem Wechsel von Honda zu Yamaha ist Xavi Vierge nicht wesentlich erfolgreicher, wirkt aber glücklicher und entspannter. Was der Spanier über seine Zeit bei HRC berichtet, stimmt nachdenklich.
Von der Moto2 wechselt Xavi Vierge nach der Saison 2021 zum Werksteam der Honda Racing Corporation in die Superbike-WM. Ein dritter Platz auf dem Mandalika Street Circuit (Lauf 2) war sein bestes Finish. Seine beste Saison lieferte der Katalane 2025 als WM-Siebter ab – just in dem Jahr, als ihm von Honda mitgeteilt wurde, dass sein Vertrag nicht verlängert wird.
Vierge kam für die Superbike-WM 2026 im Pata Maxus Yamaha-Werksteam unter und kam mit der R1 auf Anhieb bestens zurecht. Ohne den verkorksten Saisonauftakt in Australien (zwei Rennstürze, ein technisch bedingter Ausfall) wäre er besser platziert als nur WM-Zwölfter.
Honda nahm mit Xavi Vierge und Iker Lecuona einen Neustart vor
An seine Zeit bei Honda hat der 28-Jährige nicht viele gute Erinnerungen. Im Podcast von
Weil Honda auf der Stelle trat, wurden für Vierge nicht nachvollziehbare Entscheidungen getroffen. «Es stimmt, dass das Niveau jedes Jahr steigt, und wir konnten leider nicht so glänzen, wie wir es hätten können. Immerhin bin ich 2025 mit diesem Motorrad Gesamtsiebter geworden, was das beste Ergebnis ist, seit Honda mit einem Werksteam zurückgekehrt ist. Aber vor diesem Jahr, als wir schon recht gut abschnitten, wurde über Nacht mein gesamtes Mechanikerteam ausgetauscht, einfach jeder», erzählte der heutige Yamaha-Pilot. «Wenn ein Team gut funktioniert und wenn man ein konkurrenzfähiges Motorrad hat, kann man einen Fahrer oder die Mechaniker hinterfragen, aber wenn man es nicht weiß? Meiner Meinung nach war es ganz einfach: Álvaro hatte zwei Jahre lang nichts erreicht, kehrte dann zu Ducati zurück und hat zwei Weltmeisterschaften in Folge gewonnen. Also, wo liegt das Problem?»
Iker und ich wurden oft hinterfragt.Xavier Vierge
Der fehlende Rückhalt seitens der Verantwortlichen war für Vierge spürbar. «Intern wurden Iker und ich oft hinterfragt. Es begann, als das Honda-Team in der BSB Rennen gewann», erinnert sich der Spanier. «Sie ließen uns in Cremona testen, wo auch das britische Team war, und deren Fahrer fuhren unsere Motorräder. Tommy Bridewell verbrachte zwei Tage damit, unser Motorrad zu fahren, und ich weiß nicht mehr genau, ob er nur zwei Sekunden langsamer war als wir. Dann sind Iker und ich auf ihre Motorräder gestiegen, die eher Serienmotorrädern ohne Elektronik entsprechen. Der Umstieg von einem Superbike auf ein Motorrad ohne Elektronik ist viel schwieriger als umgekehrt. Ich bin acht Runden gefahren und – ich bin mir nicht mehr ganz sicher – war zwei Zehntelsekunden schneller als Bridewell auf seinem eigenen Motorrad. Mit denselben Pirelli-Reifen.»
Auch die Strategie von Honda hinsichtlich des Testteams war für Vierge nicht nachvollziehbar. «Nagashima ist Testfahrer für Dunlop, für Bridgestone für das Acht-Stunden-Rennen in Suzuka, MotoGP-Testfahrer für Michelin und Superbike-Testfahrer für Pirelli … Was soll man sich davon erhoffen», wunderte sich Vierge. «Die erste richtige Entscheidung der letzten Jahre war, Jonathan Rea als Testfahrer zu verpflichten.»
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