Ekstatischer Domi Aegerter: In Jerez fuhr er wie in seinen besten Zeiten
Im Sommer dachte er ans Aufhören, in Jerez zeigte er die Klasse, mit der er zweimal Supersport-Weltmeister wurde: Dominique Aegerter meldete sich mit Platz 2 eindrucksvoll in der Weltspitze zurück.
Aus der Moto2-WM kommend zeigte Dominique Aegerter in der Supersport-WM 2021 und 2022 im Team Ten Kate Yamaha herausragende Leistungen, in 35 seiner 44 Rennen stand er auf dem Podium, davon 27 Mal als Sieger! Nach zwei WM-Titeln in der mittleren Hubraumkategorie beförderte ihn Yamaha zu den Superbikes, eine schwächelnde R1 sowie mehrere langwierige Verletzungen verhinderten, dass der Routinier in seinen drei Jahren dort Fuß fassen konnte.
2026 kehrte er in die Supersport-WM zurück – Kawasaki und Aegerter hatten riesige Ambitionen, wollten gemeinsam den Titel erobern. Doch bis zur Sommerpause lief wenig zusammen, Platz 6 im ersten Rennen in Assen war der einzige Lichtblick. Dann kamen zwei Tests in Cremona. Ende September gab es auf der Strecke in Norditalien Hoffnungsschimmer, Estoril war ordentlich, das erste Rennen in Jerez mit Platz 5 stark und in Lauf 2 sahen wir am Sonntagnachmittag Dominique Aegerter wieder so fahren wie in den beiden Jahren, die ihn auf Platz 2 der ewigen Siegerliste brachten – nur Kenan Sofuoglu hat mit 43 Triumphen mehr.
Rennen nach 12 Runden abgebrochen und gewertet
Das Rennen wurde nach einem Sturz von Ersatzfahrer Jorge Navarro (PTR Triumph) abgebrochen und nach Runde 12 von 17 gewertet. Kawasaki feierte einen Doppelsieg mit Jeremy Alcoba und Aegerter, Matteo Ferrari (WRP Ducati) wurde Dritter.
«Ich konnte schon am Samstag bis zu den Top-5 aufholen, es wart hart, aber ich konnte kontrollieren, was das Motorrad macht», schilderte Aegerter. «Diese Saison haben wir uns öfter schwergetan, es nur in die Punkte zu schaffen. Irgendwie haben wir weitergearbeitet und den Glauben nicht verloren – das jetzt ist das Resultat. Das Team hat mitgeholfen, Dinge wie die Gasannahme, die Motorbremse oder das Fahrwerk zu verbessern. Anfang Saison waren wir mit dem Gesamtpaket weit weg, darunter hat meine Mentalität gelitten. Wenn du an dir zweifelst, ob du genug fit bist, genug isst oder zu schwer bist, zu wenig oder zu viel trainierst, ans Aufhören denkst und dich fragst, ob das Team und das Bike gut sind, dann wird alles sehr schwierig.»
Die Top-15 liegen innerhalb einer halben Sekunde.dominique aegerter
«Die letzten zwei Veranstaltungen hat uns auch die Strecke geholfen, hier kommt die 636 etwas besser zurecht», meinte Dominique. «Und sie liegt mir. Wäre das hier Aragon gewesen, weiß ich nicht, ob ich gleich schnell gewesen wäre. Schwierig zu sagen, es kam sicher alles zusammen. Mit Mahias, Ferrari und Öncü war es kein Selbstläufer, wir sind aneinander rangefahren und es gab nirgends einen Millimeter Platz. Das Feld liegt übelst eng beisammen, da kann man nicht einfach vorneweg oder ein oder zwei Zehntelsekunden schneller fahren, das ist in dieser Klasse fast nicht mehr möglich. Die Top-15 liegen innerhalb einer halben Sekunde.»
Wäre es auch ohne Rennabbruch ein Podestplatz geworden? «Ich fühlte mich stark und wäre die letzten zehn Runden schneller gewesen als alle anderen, mit der Ausnahme von Jeremy Alcoba», unterstrich der Rohrbacher. «Ich glaube, wir hätten das in der letzten Runde entschieden. Dieser Erfolg tut gut.»
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