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Geld verdienen in der Supersport-WM: Längst keine Selbstverständlichkeit

Sportlich gesehen ist die Weltmeisterschaft das Höchste, was ein Fahrer innerhalb einer Klasse erreichen kann. Dass dies finanziell nicht immer die beste Lösung ist, musste Marcel Schrötter erleben.

Im Artikel erwähnt

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Seinen ersten WM-Auftritt absolvierte Marcel Schrötter 2008, als er beim Grand Prix auf dem Sachsenring mit einer Wildcard in der 125er-Klasse an den Start ging und mit Rang 13 auf Anhieb Punkte holte.

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Ab 2010 war der Bayer Stammfahrer in der Motorrad-WM, musste sich zu Beginn jedoch immer wieder mit unterlegenem Material arrangieren. Der entscheidende Aufschwung gelang ihm mit dem Wechsel zum Memminger Team IntactGP, wo seine Karriere spürbar an Fahrt aufnahm. In der Moto2-Weltmeisterschaft etablierte sich Schrötter in der erweiterten Spitze, sammelte fünf Podestplätze und überraschte in der Saison 2019 mit drei Pole-Positions.

Nach dem Ende seiner Grand-Prix-Karriere 2022 schlug Schrötter ein neues Kapitel in der Supersport-WM auf. Dort bewies er seine Klasse und zählte von Beginn an zu den Spitzenfahrern. Mit der MV Agusta F3 kämpfte er regelmäßig um Siege und schloss seine Debütsaison mit sieben Podestplätzen als WM-Dritter ab.

Die folgenden Jahre verliefen weniger reibungslos: 2024 blieb Schrötter auf der MV Agusta mit WM-Rang 5 hinter den Erwartungen, auch der Wechsel zum tschechischen Ducati-Team WRP für die Saison 2025 brachte nicht den erhofften Erfolg – die Zusammenarbeit wurde noch vor dem Finale in Jerez im Oktober beendet.

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Marcel betonte, dass er mit inzwischen 33 Jahren nicht im Rentenalter wäre, sportlich noch viel zu bieten habe und für alles offen sei. Mitte Dezember wurde seine Zusammenarbeit mit Karsten Wolf verlautbart, für dessen Team GERT56 BMW er 2026 in der IDM Superbike (neu Euro Moto) sowie Endurance-WM antreten wird.

Erste Wahl wäre für Schrötter der Verbleib in der Weltmeisterschaft gewesen, doch finanziell schaut es dort schon länger zweifelhaft aus. In der Superbike-WM verdienen, Ausnahmen vorbehalten, nur die Fahrer mit einem Werksvertrag ordentliches Geld. Und in der Supersport-WM kommen kaum zehn Piloten zusammen, die am Monatsende Geld für ihre Arbeit erhalten, anstatt welches an ihre Teams zu überweisen.

«Es kann nicht sein, dass ich als Profisportler Geld mitbringen muss, damit ich fahren darf», unterstrich Schrötter im Gespräch mit SPEEDWEEK.com. «Ich bin in einer Lebenssituation, in der ich mir das nicht erlauben kann. Ich muss eine Wohnung abbezahlen und muss unser Leben finanzieren können. Etwas anderes wäre es, wenn sich eine Firma mit 200.000 Euro engagiert, dann kann ich auch 100.000 oder 60.000 Euro mitbringen und von dem restlichen Geld geht es mir so gut, dass ich meine Rechnungen bezahlen kann. Solange das nicht der Fall ist, muss ich mich nach Alternativen in anderen Meisterschaften umschauen.»

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Marcel Schrötter: Lieber eine große Nummer sein

«Ich würde gerne Superbike-WM fahren und weiß, dass ich das könnte», hielt der Pflugdorfer fest. «Aber dort gab es keine Möglichkeit. Deshalb ist meine erste Wahl, wo es finanziell gut aussieht. Die Kombination aus IDM Superbike und Endurance-WM ist interessant, da kann ich deutsche Sponsoren und lokale Leute mehr einbeziehen, sie einladen und vor Ort haben. Wenn ich dort eine große Nummer bin, dann lässt sich das wahrscheinlich besser verkaufen, als wenn ich in der WM nur eine Nummer bin. Vielleicht hätten wir in den vergangenen fünf oder zehn Jahren aktiver sein müssen, um Sponsorenpakete aufzubauen. Von anderen Fahrern höre ich, dass es für sie nicht entscheidend ist, ob sie von einem Team Geld bekommen oder nicht, weil sie so ein gutes Sponsorenpaket haben. Solche Fahrer können sich das Team und das Material aussuchen, weil es ihnen gut geht und sie alle Rechnungen bezahlen können. Wenn du so aufgestellt bist, dann kannst du variieren – ich kann das nicht. Als ich damals der einzige Deutsche in der Moto2-WM war, hätten wir das besser vermarkten müssen. Aber das ist auch leichter gesagt als getan.»

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