Husarenritt von Marcel Schrötter mit großer Belohnung
Auch im zweiten Supersport-Rennen in Most gab es Wetterkapriolen, die Marcel Schrötter richtig beurteilte und mit seiner MV Agusta als Zweiter aufs Podium brauste. Damit hat der Bayer seinen dritten WM-Rang gefestigt.
Nach fünf Runden des zweiten Supersport-Laufs in Nordböhmen tröpfelte es, nach acht Runden regnete es so heftig, dass die meisten Piloten einen Boxenstopp einlegten. Zu diesem Zeitpunkt führte Nicolo Bulega vor Stefano Manzi, Marcel Schrötter lag auf Platz 9 und der
Durch die Boxenstopps und die sehr unterschiedliche Risikobereitschaft der Fahrer mit Slicks auf nasser Strecke, wurde das Feld komplett durcheinandergewürfelt.
Während Mackenzie seinen ersten WM-Lauf gewann und für den ersten Honda-Sieg in der Supersport-Klasse seit 2016 sorgte, durfte sich MV Agusta über die Plätze 2 und 3 von Marcel Schrötter und Bahattin Sofuoglu freuen.
Wie schon in den ersten Rennen der Superbike- und Supersport-300-Klasse am Samstag wurden jene Fahrer belohnt, die ein Risiko eingingen, auf den Boxenstopp und Reifenwechsel verzichteten und die Distanz durchfuhren.
"So eine Entscheidung muss man spontan treffen, man kann ja nicht vorhersehen, wie viel Regen kommt", erzählte Schrötter beim Treffen mit SPEEDWEEK.com im Fahrerlager von Most. "Der Regen nahm immer mehr zu, von Kurve 1 bis 10 war es richtig nass. Auf der anderen Seite war die Strecke aber trocken, also wartete ich ab und überlegte. Als ich gesehen habe, dass ganz viele zum Wechsel an die Box abgebogen sind, tendierte ich auch dazu, blieb im letzten Moment aber doch auf der Strecke. Ich hatte das Wetter über das Wochenende beobachtet und war der Meinung, dass zu der Zeit nicht viel Regen kommen sollte. Der Himmel war auch nicht sehr dunkel. Also war meine Hoffnung, dass der Regen nur vorübergehend ist und es dann wieder trocken wird."
Der 30-Jährige weiter: "Meine Startposition 13 war nicht die beste, ich wollte etwas riskieren. Im Normalfall hätte ich keine große Chance gehabt, ums Podium zu kämpfen. In so einer Situation kann man den Unterschied ausmachen, das war die richtige Entscheidung. Mit Slicks im Regen ist es aber extrem schwierig und du spürst gar nichts. So schnell wie du eventuell fahren könntest, liegst du auch am Boden. Dass ich am Anfang etwas zu zögerlich war, hat mich rückblickend den Sieg gekostet. Ich habe P2 und Tarran vor mir gesehen und wusste, dass ich schneller bin. Deswegen habe ich alles gegeben und versucht hinzukommen. Nach diesem Wochenende kann ich über Platz 2 vor quasi heimischer Kulisse glücklich sein."
Positiv für Schrötter, der jetzt 214 Punkte hat: WM-Leader Bulega (308 Punkte) kam nur als 16. ins Ziel und ging leer aus, der WM-Zweite Manzi (262) blieb mit technischem Ausfall liegen. Und der WM-Vierte Federico Caricasulo (167) wurde nur Elfter.
Schon gesehen?
Newsletter
Motorsport-News direkt in Ihr Postfach
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach