Juan Pablo Montoya: «Die Formel 1 hat die Fahrer an den Eiern gepackt»
Die GP-Stars haben die neuen Formel-1-Regeln und ihre Auswirkungen auf das Rennfahren deutlich kritisiert. Nun sind die kritischen Töne leiser geworden. Aus gutem Grund, glaubt Juan Pablo Montoya
Dass die neuen Formel-1-Regeln für mehr Action auf der Strecke sorgen, ist unbestritten und kann auch mit der gestiegenen Anzahl an Überholmanövern belegt werden. Dennoch sind nicht alle glücklich über die Vorgaben, die sich deutlich auf die Arbeit am Steuer auswirken. Prominenter Kritiker ist etwa Max Verstappen, der sich bisher nicht zurückgehalten hat, wenn es um seine Meinung zur neuen Fahrzeug- und Motorengeneration und deren Folgen für die Rennfahrerei ging.
Der Red Bull Racing-Star, der sich in diesem Jahr schwer tut, mit den Spitzenreitern mitzuhalten, stellte dabei auch klar, dass es nicht um die eigene Konkurrenzfähigkeit geht. Doch GP-Veteran Juan Pablo Montoya ist sich sicher: Die eigene Leistung spielt eine grosse Rolle bei der Bewertung der neuen Regeln geht. Er sagt im Gespräch mit «Betpack»: «Was Max glücklich macht, ist ein Siegerauto.»
«Wer Rennen gewinnt, beschwert sich nicht. Max hat sich nicht beschwert, als es das Problem mit dem Porpoising gab, weil er gewonnen hat», lautet die Argumentation des früheren GP-Piloten, der sich sicher ist, dass die Formel-1-Piloten eine klare Botschaft von der Formel-1-Führungsriege bekommen hat.
Maulkorb für die GP-Stars?
«Formel-1-CEO Stefano Domenicali hat neulich in einem Interview gesagt, sie hätten Max zugehört und sie hätten den Fahrern zugehört. Aber er fügte hinzu, dass Max sich bewusst sein müsse, dass seine Stimme sehr viel Gewicht habe und er vorsichtig sein müsse mit dem, was er sage. Es würde mich nicht überraschen, wenn Leute von der F1 Max angerufen und ihm gesagt hätten, er solle den Mund halten», erklärt der 50-Jährige.
«Ich garantiere dir, dass sie mit ihm und allen Fahrern gesprochen und ihnen gesagt haben, dass dieses Spiel auch von der anderen Seite gespielt werden kann. Seitdem hat keiner der Fahrer mehr etwas gesagt. Ich glaube, die Fahrer beginnen zu verstehen, dass sie Teil der Lösung sein müssen, statt Teil des Problems», ergänzt der siebenfache GP-Sieger.
Und Montoya fährt fort: «Die meisten Kommentare in den Medien kommen von den Fahrern. Die Fahrer haben so viel Macht und Einfluss darauf, was gesagt wird. Die F1 hat ihnen sicher gesagt, dass man daran arbeitet, aber wenn sie die Formel 1 nicht unterstützen, werden sie auch nicht unterstützt. Und wenn sie gehen wollen, dann stehe die Tür offen. Seitdem haben alle ihre Meinung geändert.»
Juan Pablo Montoya: «Die Sichtweise ändert sich»
Mit Blick auf den Unfall von Ollie Bearman in Suzuka, der eine hitzige Diskussion über die gefährlichen Tempo-Unterschiede der Fahrer ausgelöst hat, betont der 30-fache GP-Podeststürmer: «Bearman gab den Autos die Schuld für seinen Unfall, und dann trat er letzte Woche in der F1-Show auf und sagte, was den Unfall verursacht hat: Colapinto, der am Ende eine radikale Bewegung gemacht hat. Ihre gesamte Sichtweise ändert sich, und das liegt daran, dass die F1 sie an den Eiern gepackt hat, wie sie es schon früher im Jahr hätte tun sollen.»
Fakt ist: Die Formel-1-Verantwortlichen haben auf die Kritik und die Erkenntnisse der ersten drei WM-Runden reagiert. Sie nutzten die rennfreie Zeit im April, die sich durch die vorläufige Absage der GP in Bahrain und Saudi-Arabien ergeben hat, um nachzubessern. Damit gingen sie auf die Kritik der Fahrer und die Sicherheitsbedenken ein.
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