Supersport-Favorit 2026? Das hängt auch davon ab, wie die FIM entscheidet
Für die unterschiedlichen technischen Konzepte in der Supersport-WM gibt es ein ausgeklügeltes Balance-System. Da die Einstufung modifiziert werden kann, lassen sich nur schwer Vorhersagen treffen.
Bis zur Saison 2021 war die Balance-Regel in der Supersport-WM einfach: Es galten 600 ccm für Vierzylinder, 675 für Dreizylinder und 750 für Twins. Seit 2022 gibt es die Next-Generation-Regeln, seither sehen wir Maschinen mit bis zu 955 ccm.
In der Saison 2026 sind das:
Honda, 600 ccm, 4 Zylinder
Kawasaki, 636 ccm, 4 Zylinder
Triumph, 765 ccm, 3 Zylinder
MV Agusta, 800 ccm, 3 Zylinder
QJ Motor, 800 ccm, 4 Zylinder
ZXMoto, 820 ccm, 3 Zylinder
Yamaha, 900 ccm, 3 Zylinder
Ducati, 955 ccm, 2 Zylinder
Klar ist: Solange es eine Balance-Regel gibt, sind die Voraussetzungen immer unterschiedlich und es herrscht nie Chancengleichheit. Doch das derzeitige System ist immerhin so gut, dass durch das vorgeschriebene Mindestgewicht für das Motorrad, die erlaubte Maximaldrehzahl sowie die maximale Drosselklappenöffnung erreicht wurde, dass es 2025 Fahrer auf fünf Fabrikaten aufs Podium schafften. Lediglich Honda und QJ Motor gingen leer aus, ZXMoto ist dieses Jahr erstmals dabei.
Weil die Yamaha-Piloten Stefano Manzi und Can Öncü mit der neuen R9 regelmäßig vorne fuhren, sie gewannen letztlich 17 der 24 Rennen, wurde zur Saisonmitte 2025 das vorgeschriebene Mindestgewicht der Yamaha um fünf Kilogramm auf 166 erhöht. Und vor dem zehnten Event wurde die Maximaldrehzahl von 11.800/min auf 11.000/min reduziert.
Auf die Leistungen von Manzi und Öncü hatte das kaum Auswirkungen, denn sie standen fahrerisch offensichtlich über dem Rest des Feldes. Für die anderen sieben Siege sorgten Jaume Masia (Ducati), Valentin Debise (Ducati) und Bo Bendsneyder (MV Augusta) mit je zwei, einen steuerte Tom Booth-Amos (Triumph) bei.
Derzeit deutet einiges daraufhin, dass Yamaha zum Saisonstart Ende Februar in Australien ein paar Hundert Umdrehungen zurückbekommt, weil die herausragenden Leistungen auf das Konto von Manzi und Öncü und nicht nur des Motorrads gingen.
Die Balance geriet in Jerez außer Kontrolle.
Kervin Bos
«Die Drehzahl hat keinen riesigen Einfluss auf die Performance, aber auf die Schaltpunkte», erklärte Teammanager Kervin Bos von der Weltmeistermannschaft Pata Ten Kate Yamaha im Gespräch mit SPEEDWEEK.com. «Für die Fahrer ist das extrem wichtig, es macht sich also am Ende auch in der Rundenzeit bemerkbar. Meiner Meinung nach geriet die Balance in Jerez außer Kontrolle: Manzi und Öncü fuhren sich die Seele aus dem Leib, hatten aber keine Chance auf den Rennsieg. Und alle anderen Yamaha-Fahrer steckten tief im Mist.»
An den Yamaha-Motoren hat sich zu 2025 nichts verändert, sämtlicher möglicher Performance-Wandel basiert also auf der Einstufung durch den Motorrad-Weltverband FIM.
Wen sieht Bos nach dem Wechsel von Champion Stefano Manzi in die Superbike-WM als Favorit für die Saison 2026? «Die Erfahrung hat mich gelehrt, dass ich mir darüber keinen Kopf mehr mache», schmunzelte der Niederländer. «Jedes Jahr denken die Leute, dass dieser oder jener Fahrer schnell sein wird. Dann kommen wir nach Phillip Island und alles ist anders.»
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