Mercedes-Teamchef Toto Wolff: Kein Geld mehr für die Auto-Entwicklung?
Nach dem F1-GP in Zandvoort schlug Mercedes-Teamchef Toto Wolff Alarm: Geht den Stuttgartern das Geld aus? Wolff: «Wir haben nicht das Geld, um Weiterentwicklungen auf Vorrat zu produzieren.»
Geht Mercedes etwa zur Halbzeit der Saison das Geld für neue Teile aus? Nach dem GP der Niederlande, das beide Mercedes-Piloten auf dem Treppchen beendeten (Kimi Antonelli Zweiter, George Russell Dritter), schlug Teamchef Toto Wolff Kosten-Alarm!
In seiner Medienrunde nach dem Rennen sagte der Österreicher: «Wir haben nicht das Geld, um Weiterentwicklungen auf Vorrat zu produzieren. Wir versuchen, die Entwicklungen gleichmäßig über die Saison zu verteilen, basierend auf unseren Berechnungen, wann wir die größten Updates einbringen können, und mit Blick darauf, das Maximum für die Punkte in der WM herauszuholen.»
Wolff spricht wieder über den Budgetdeckel
Der Österreicher gibt aber zu bedenken: «Wir können eben nur das tun, was wir tun können. Deshalb ist es ein Entwicklungswettlauf. Wenn man ein Upgrade einführt, hat jedes der Top-Teams mindestens ein paar Zehntel davon. Und genau das verliert man dann. Es war zuletzt also etwas schwieriger als zu Beginn des Jahres.»
Es ist nicht die erste Bemerkung von Wolff in Bezug auf Upgrades und den vorgeschriebenen Budgetdeckel.
Alle Teams müssen mit ihren Ausgaben innerhalb einer Saison unter einem vorgeschriebenen und für alle Teams gleichen Budgetdeckel liegen. Für die Saison 2026 liegt er bei 215 Millionen US-Dollar. Das entspricht aktuell rund 184 Mio. Euro bzw. 172 Mio. Schweizer Franken. Mit diesem Geld müssen sie beispielsweise die Entwicklung des Autos, die Produktion und auch die Logistik bewältigen. Es gibt nur wenige Ausnahmen wie beispielsweise einige Top-Gehälter.
Bedeutet also: Die Teams müssen über die Saison hinweg haushalten. Wer früh im Jahr alles verfeuert, kann hintenraus nicht mehr viel entwickeln. Und wer zu viele Teile kaputtfährt, kann womöglich weniger Geld in die Entwicklung von Upgrades investieren, weil die Nachproduktion kostet. Wer im Frühjahr spart, ist im Saisonfinale flexibler. Der Budgetdeckel soll die Teams langfristig in der Performance näher zusammenrücken lassen und das Betreiben eines Formel-1-Teams wirtschaftlicher gestalten.
Unterschiedliche Entwicklungs-Strategien
Auf eine Nachfrage zu Ferrari und McLaren und ob sie die Mittel hätten, sagte Wolff in Zandvoort: «Man wird sehen, ob sie gegen Ende der Saison noch genauso viel neues Material am Auto einsetzen können wie jetzt. Manche verfolgen vielleicht eine andere Strategie und geben zu Beginn und in der Mitte des Jahres mehr aus als gegen Ende.»
Hat Mercedes etwa zu Beginn der Saison zu viel ausgegeben? Wolff: «Es gibt viele Dinge, auf die man schauen kann. Haben wir zu viel für die ursprüngliche Entwicklung ausgegeben? Nein, ich glaube nicht. Wir sind eine Organisation von einer gewissen Größe und Infrastruktur. Wir hatten ein sehr schnelles Auto. Wir haben zwischen 50 und 100 Punkte wegen Verlässlichkeitsproblemen liegen lassen. Das hätte uns einen größeren Puffer verschafft. Wir arbeiten weiter daran, unseren Plan umzusetzen und mit unseren finanziellen Wirklichkeiten.»
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