Wolff-Andeutung zu Ferrari: «Gleiche Regeln für alle… hoffentlich»
Mercedes-Teamchef Toto Wolff wundert sich über die vielen Upgrades von Ferrari: «Der Einzige, der nicht nachlässt, ist Ferrari.» Geht ihnen bald das Geld aus? Wolff weist auf den Budgetdeckel hin.
An jedem Rennwochenende der Saison 2026 fällt eines dieser Stichworte: Upgrade-Wettkampf, Entwicklungs-Wettstreit, eine WM der Auto-Entwicklung. Das 2026er-Reglement in der Formel 1 ist noch jung. Aktuell überschlagen sich die Teams mit Upgrades. Und es ist auffällig: Wer neue Teile mitbringt, trumpft in der Regel dann auch auf, zieht an der Konkurrenz vorbei. So weit, so normal. Nun deutet Mercedes-Teamchef Toto Wolff aber an, dass ein Team auffällig viele neue Teile mitbringt – nämlich Ferrari.
Mercedes? Nur «kleine Verbesserungen»
Wolff sagte nach dem Rennen auf dem Red Bull Ring, bei dem sein Fahrer George Russell siegte, zu den Neuerungen beim eigenen Team: «Es handelte sich lediglich um neue Antriebseinheiten. Und damit gehen weniger gefahrene Rennkilometer einher, was für etwas mehr Würze sorgt. Aber es war kein Upgrade darin enthalten, und derzeit ist auch keines geplant.» Also ein anderer Motor gleicher Spezifikation aus dem Pool von PUs. «Was das Chassis angeht, nehmen wir immer wieder hier und da kleine Verbesserungen vor.» Kleine Verbesserungen – anders als in seinen Augen die Konkurrenz.
Wolff: «Wir sind immer wieder ein wenig überrascht, dass Ferrari das Auto auf diese Weise mit so umfangreichen Updates ausstatten kann. Und meiner Meinung nach muss ihnen das Geld doch bald ausgehen, also das Geld aus dem Budgetdeckel. Denn wir können das nicht. Uns fehlt einfach der Spielraum innerhalb der Kostenobergrenze, um so viele Teile einzuführen, wie sie es tun. Hoffentlich ändert sich das gegen Ende der Saison, wenn sie keine Teile mehr einführen können. Zumindest würde die Logik das nahelegen.»
Haut Ferrari also derzeit alles raus, was an Entwicklungsbudget innerhalb des vorgeschriebenen und für alle Teams identischen Kostendeckels eingeplant ist? Das würde bedeuten, dass sie sich in der ersten Hälfte der Saison einen Vorteil verschaffen dürften – aber in der zweiten irgendwann nicht mehr das Geld für neue Teile hätten. Der Kostendeckel liegt 2026 für alle Teams identisch bei 215 Mio. US-Dollar. Das entspricht nach aktuellem Umrechnungskurs gut 188,5 Mio. Euro.
Wolff: Nur Ferrari lässt nicht nach
Wolff irritieren die vielen Ferrari-Updates: «Der Einzige, der nicht nachlässt, ist Ferrari. Ich meine, wenn man McLaren, Red Bull und uns vergleicht, sieht man, dass wir in Montreal ein großes Update eingeführt haben. Dazwischen gab es kleinere Teile. Ich denke, das gilt auch für Red Bull und McLaren. Nur Ferrari scheint in dieser Hinsicht keine Grenzen zu kennen.»
Motor wirft Fragen auf
Dazu kommt noch der für Spielberg neu entwickelte Motor. Wolff: «Und obendrein haben sie ein ADUO erwartet und kommen bereits mit einem neuen Motor. Sie müssen also schon vor sechs Monaten mit der Entwicklung begonnen haben», behauptet Wolff. Erst kürzlich wurde bekannt, welche Teams im Rahmen der ADUO-Regel zusätzliche Möglichkeiten für Upgrades und Entwicklung (so die Entschlüsselung für die englische Abkürzung) umsetzen können. Ferrari gehört dazu. Nur wenig später kündigte die Scuderia dann bereits das Motoren-Upgrade für Spielberg an. Die ADUO-Regel bezieht sich nur auf den Motor; die Verteilung der Upgrades wird von der Performance des Verbrennerteils der PU abgeleitet.
Toto Wolff sagte zu den vielen Ferrari-Upgrades in seiner Medienrunde mit einer betonten Pause zwischen Satz und Nachsatz: «Gleiche Regeln für alle… hoffentlich.»
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