Citroen-Pilot Leo Rossel: WRC2-Sieger bei der Rallye Monte Carlo
Familienaffäre: Bereits zum vierten Mal in Folge gewinnt ein Rossel die Rallye Monte Carlo in der WRC2-Klasse. Indes: bei der 2026er Auflage nicht Yohan Rossel, sondern dessen jüngerer Bruder Leo.
Nach dem Sieger-Hattrick von Yohan Rossels beim Rallyeklassiker in den Vorjahren war es jetzt sein jüngerer Bruder, der beim Saisonauftakt 2026 die Siegerlorbeeren erntete. Der französische Citroën-Pilot gewann zusammen mit seinem Beifahrer Guillaume Mercoiret mit überlegenen zwei Minuten Vorsprung vor dem Italiener Roberto Dapra im Skoda. Nachdem Rossel jr. im vergangenen Jahr bei der Zentral-Europa-Rallye noch der Sieg nach einem Elektrikdefekt durch die Finger geglitten war, gelang dem Franzosen ausgerechnet bei der prestigeträchtigsten Rallye der Erstsieg.
«Wir sind glücklich hier gewonnen zu haben. Es war eine ziemlich verrückte Rallye. Allein schon die Abfahrt vom Turini am Sonntagmorgen war total irre. Ich konnte ob des vielen Schnees die Straße nach dem Col del Turini kaum noch erkennen. Ich bin sehr glücklich und hoffe, dass dieser erste Sieg zu weiteren führen wird», erklärte der 28-Jährige nach der Zielereichung.
«Die gesamte Rallye war geprägt von extremen Wendungen. Wir waren das unerfahrenste Team unter den Top 5 der WRC2, haben aber keine Fehler gemacht. Darauf bin ich sehr stolz. Die Bedingungen waren besonders schwierig, aber wir haben versucht, ruhig und konzentriert zu bleiben. Das hat sich ausgezahlt».
Während sein Bruder Yohan beim Lancia-Debut schon am Donnerstagabend durch einen Fahrfehler sämtliche Chancen auf einen vierten Sieg verlor, konnte der für das Team 2C Competition startende Leo Rousel auf der vierten Wertungsprüfung die Führung in der Rallye übernehmen. Diese konnte er trotz einer starken Aufholjagd von Nikolay Gryazin (Lancia) am Samstagmorgen halten. Ein Missgeschick des bulgarischen Fahrers ebnete Rossel schließlich endgültig den Weg zum Sieg, den er bei den kniffligen Bedingungen mit kontrollierter Angehensweise sicherstellte.
Unterstützt von Stellantis Motorsport, weiß Leo Rossel noch nicht genau, welche weiteren WM-Läufe er noch in diesem Jahr fahren wird, aber mit seiner Triumphfahrt bei der Monte und der Tabellenführung in der WRC2-Meisterschaft sind gute Argumente für ein ausgedehntes Fortführung für das Citroen C3-Programm vorhanden.
Im Ziel lagen Rossel/Mercoiret an sechster Stelle des Gesamtklassements. In der WRC2-Division verwiesen sie Roberto Dapra/Luca Guglielmetti (Skoda) und Arthur Pelamourgues Arthur/Bastien Pouget (Hyundai) auf die beiden weiteren Podiumsplätze.
Die ganz besondere Aufmerksamkeit der Rallye-Welt bei der 94. Auflage der Rallye Monte Carlo richtete sich in der WRC-2-Kategorie vor allem auf die beiden Lancia Ypsilon Rally2 HF Integrale beim Comeback der italienischen Kultmarke. Die Teams Yohan Rossel/Arnaud Dunand und Nikolay Gryazin/Konstantin Aleksandrov zeigten sich als sehr wettbewerbsfähig. Beide Autos der Steallantis-Speerspitze verloren aber nach kleineren Unfällen alle Chancen auf den Sieg, glänzten aber mit acht WP-Bestzeiten.
Der österreichischen Toyota-Rally2-Paarung Andrea Keferböck/Ilkar Minor gelang als bestes deutschsprachiges Team die Klassierung auf Platz 23 nach Zielankunft im Fürstentum Monaco. Mit Albert von Thurn und Taxis und seiner Beifahrerin Jara Hain auf Platz 26 und Andreas Frank/Michael Wenzel auf Rang 38 gelang zwei deutschen Skoda-Teams die Zielankunft. Die Eilgenossen Stefan Mella/Veronica Tramontin (Skoda) belegten Position 37 am Ende.
Für einmal mehr zeigte der Italiener Matteo Fontana zusammen mit Copilot Alessandro Arnaboldi eine sehr beeindruckende Leistung, als er mit seinem kleinen Ford Fiesta Rally3 am Schlusstag im Winter-Tohuwabohu die beiden ersten Wertungsprüfungen überraschend vor allen Rally1- und -2-Autos gewinnen konnte. Der Klassensieg bei den Rally3-Fahrzeugen sicherten sich die Polen Blazej Gazda/Michal Jurgala mit ihrem Renault Clio.
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