Wildwechsel: Toyota-Pilot Elfyn Evans profitiert und führt in Japan
Nach sechs Wertungsprüfungen der Rallye Japan liegt der in der WM-führende Waliser Elfyn Evans vor dem Teamkollegen Oliver Solberg an Spitze.
Der Vorsprung von Evans auf Solberg beträgt 15,7 Sekunden. Dem Schwede war in WP3 Wild vor das Auto gelaufen, er war zum Halten gezwungen und verlor damit womöglich jene Zeit um die Freitagsetappe als Führender zu beenden.Der amtierende Weltmeister Sebastien Ogier liegt nach Tag 1,4 Sekunden hinter Solberg.
Beim siebten von 14 WM-Läufen hatte Oliver Solberg übernahm die erste Führung auf der erstmals gefahrenen Eröffnungsetappe Asuke übernommen. Sein Teamkamerad Evans setzte sich dann nach der berühmten Isegami-Tunnel-Etappe an die Spitze, nachdem er dabei seinen Vorteil als erstes Auto auf der Strecke bei feuchten Bedingungen voll ausnutzen konnte. Evans führte so die Zeitentabelle mit starken 7,5 Sekunden Vorsprung an.
Der Waliser war auf der WP 3 erneut der Schnellste und startete mit einem Vorsprung von 17,7 Sekunden auf Solberg in den Nachmittag. Der Schwede hatte auf der WP 3 wegen Wildwechsel auf der Straße wertvolle Zeit verloren, während Sebastien Ogier gerade nur noch eine halbe Sekunde hinter Solberg lag.
Wie schon am Vormittag war Solberg in Asuke der Schnellste, wobei er das Gefühl, hatte, dass ihm die brandneue Wertungsprüfung half, dass seine Konkurrenz seinen sonstigen Erfahrungsrückstand hier nicht ausnutzen konnte. Das Toyota-Trio trennte gerade nur 2,6 Sekunden.
Evans konnte seinen WP-Sieg bei der zweiten Durchfahrt von Isegamis Tunnel 2 wiederholen. Als die Straßenbedingungen trocken wurden, fiel sein Vorsprung allerdings weit weniger deutlich aus als noch am Vormittag.Er schlug Solberg um 1,1 Sekunden, Ogier lag 2,8 Sekunden zurück.
Seinen WP-Sieg vom Vormittag konnte Evans auf der abschließenden Prüfung Inabu/Shitara nicht wiederholen. Sie wurde mit einer halben Sekunde Vorsprung von Solberg gewonnen. Trotzdem hält Elfyn Evans vor der Samstagschleife weiterhin einen starken Vorsprung von 15,7 Sekunden.
Auf die Frage, wo er heute den Unterschied gemacht habe, lächele Evans verschmitzt: «Die Startposition, es ist immer die Startposition.…».
Er fügte hinzu: «Insgesamt war es ein guter Tag für uns, es lief relativ reibungslos. Wir haben es geschafft, insgesamt einen guten Rhythmus beizubehalten».
Solberg war der Schnellste auf der Nachmittagsrunde, holte zwei Sekunden auf Evans und 0,9 Sekunden auf Ogier auf und liegt nun mit 1,4 Sekunden Vorsprung auf den neunfachen Champion Ogier.
«Ich bin ein bisschen traurig wegen der Tiere auf der Strecke“, meinte Solberg. „Statt 16 Sekunden hätten es auch nur 10 Sekunden sein können, aber so ist das Leben».
Ogier hatte unterdessen das Gefühl, dass er noch einiges tun müsse, um das Beste aus seinem GR Yaris Rally1 herauszuholen.
«[Heute] war es sicher nicht ideal», sagte der Südfranzose. «Wir hatten auf mehr gehofft, aber wir haben getan, was wir konnten. Wir müssen noch daran arbeiten, die optimale Abstimmung für das Auto zu finden. Den ganzen Tag hatte ich ein bisschen zu kämpfen».
Mit einem Rückstand von 24,4 Sekunden liegt auf Sami Pajari auf einem weiteren Toyota hinter dem Trio.
Der Finne übernahm am Nachmittag den vierten Platz von Thierry Neuville. Der Hyundai des Belgiers funktionierte auf harten Reifen bei weitem nicht so gut, wie noch am Morgen auf weichen Mischungen.
«Es ist genauso wie gestern beim Shakedown», kommentierte Neuville nach der WP 5. «Sobald wir auf den harten Reifen fahren, ist die Balance weg und das Auto ist unfahrbar. Ehrlich gesagt können wir nicht viel machen - das war bei diesem Auto von Anfang an so. Es ist nicht dafür gemacht, unter diesen Bedingungen schnell zu fahren».
Auch Pajari hatte mit Untersteuern in seinem Toyota zu kämpfen, stürmte aber mit einer Bestzeit auf der letzten Wertungsprüfung des Tages 16,7 Sekunden vor dem Weltmeister von 2024.
Takamoto Katsuta bezeichnete seinen Freitag als «einen der schlimmsten Tage, die ich je in der WRC erlebt habe». Der Japaner liegt auf dem sechsten Platz und hat mehr als eine Minute Rückstand auf den Führenden.
In WP1 unterlief dem zweifachen Saisonsieger ein Fahrfehler, bei dem er einen Reifenschaden am linken Hinterrad erlitt. In WP3 kam er kurz von der Strecke ab, wobei er das Gefühl hatte nicht genügend Informationen in seinen Streckenaufschrieben zu haben.
Im Laufe des Nachmittags besserte sich für Katsuta die Lage nicht wirklich, da er in keiner WP besser als auf einen fünften Platz fuhr. Mit 5,6 Sekunden Rückstand hatte einen schwierigen Start bei seiner Heimrunde. Indes liegt er nur 5,6 Sekunden hinter Neuvilles auf Platz fünf.
«Es lief wirklich sehr, sehr schlecht. Ich bin total frustriert, aber es liegt noch ein langer Weg vor uns», äußerte sich ein niedergeschlagener Katsuta.
Adrien Fourmaux liegt nach einem Dreher auf der WP2 mit 12,5 Sekunden Rückstand auf Katsuta auf dem siebten Platz. Sein Hyundai-Teamkollege Hayden Paddon folgt mit 1.00,7 Minuten Rückstand auf Platz acht.
«In den kurvigen Abschnitten könnte es sicher viel schneller gehen, mir fehlt einfach noch etwas an Technik», kommentierte Paddon den Tag.
Jon Armstrong ist der führende M-Sport-Ford-Pilot auf dem neunten Gesamtrang, 23,9 Sekunden hinter Paddon. Am Nachmittag wurde der Ire durch zeitweise gestörte Gegensprechanlagen-Verbindungen behindert.
«Ich glaube, ich schwitze einfach zu stark. Ich bringe die Intercom wegen meines Schweißes ständig zum Ausfallen!», seufzte Armstrong. «Es ist so nicht einfach zu fahren. Ich kann zwar noch grob hören, aber nicht in der richtigen Synchronisation».
Auf seinen Teamkollegen lag Josh McErlean lange auf Tuchfühlung. Allerdings beendete er den Arbeitstag dann mit einem Rückstand über zwei Minuten auf ihn. Der WM-Neuling hatte nach dem er an Isegamis Tunnel 2 anhalten müssen, um einen Reifenschaden zu beheben. Er liegt nun auf Platz 15 nach dem ersten Wertungstag.
«Gleich nach dem Tunnel gab es eine Vertiefung direkt am Hang und dort lag ein Stein. Sofort sank der Reifendruck», erklärte McErlean. «Wir hatten noch 13 Kilometer vor uns. Also hatten wir keine andere Wahl, als anzuhalten und zu wechseln».
In der WRC2-Kategorie lieferten sich die beiden letzten Sieger der Rallye Japan einen Zweikampf: der Sieger von 2024, Nikolay Gryazin (Lancia), und der Sieger von 2025, Alejandro Cachon (Toyota).
Gryazin lag nach fünf der sechs WPs des Tages nur eine Sekunde vor seinem Rivalen, doch der Spanier fuhr auf der WP6 eine sensationelle Zeit und übernahm mit 8,3 Sekunden Vorsprung die Führung in der WRC2 sowie den 10. Platz in der Gesamtwertung.
«Das hat sich wirklich, wirklich gut angefühlt», freute sich Cachon. «Ein paar große Momente! Wir haben einige Änderungen am Auto vorgenommen. An manchen Stellen war es ziemlich knifflig, als das Auto zu rutschen anfing. Aber die Zeit ist gut und das ist das Wichtigste“.
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